Handball
Die Nerven haben gehalten: Dietikon-Urdorf steigt auf

Der HC Dietikon-Urdorf steigt nach einem 29:20-Erfolg in die 1. Liga auf. Die Schlusssirene kurz vor halb drei Uhr gestern Nachmittag stürzte die Stadthalle Dietikon in einem kollektiven Freudentaumel.

Michel Sutter
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HC Dietikon Urdorf, Handball
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Auf und davon

HC Dietikon Urdorf, Handball

Roland Jaus

Während auf den Rängen – die mit 200 Zuschauern so gut gefüllt waren wie seit Jahren nicht – gejubelt wurde, fielen sich die Spieler von Dietikon-Urdorf in die Arme und hüpften vor Freude auf und ab. Sie hatten es geschafft, Unterstrass deutlich besiegt und damit den direkten Wiederaufstieg in die 1. Liga bewerkstelligt. Und das, obwohl der direkte Aufstiegskonkurrent Horgen am Samstag gewonnen und Dietikon-Urdorf damit in Zugzwang gebracht hatte. «Wir kannten das Resultat natürlich», sagte Luzi Tiefenauer, «aber wir fühlten uns nicht mal so sehr unter Druck gesetzt. Wir wussten, dass wir einfach unser Potenzial abrufen müssen.»

Das gelang den Limmattalern in der Anfangsphase des Spiels nur bedingt. Nach zweieinhalb Minuten hätten sie sogar in Rückstand liegen müssen, doch Christian Hungerbühler vom TV Unterstrass scheiterte mit seinem zweiten Siebenmeter innert 90 Sekunden an Severin Baumgartner. «Man hat gesehen, dass es für uns um viel ging», meinte Jan Sedlacek, Trainer von Dietikon-Urdorf.

Je länger das Spiel dauerte, desto besser wurde das Heimteam. Bis zur 20. Minute konnten die Gäste noch gut mithalten, doch dann zog Dietikon-Urdorf mit bis zu sieben Toren davon. Zum Ende der ersten Hälfte führten sie mit vier Toren Vorsprung. In der zweiten Halbzeit waren die Limmattaler sichtlich bemüht, die Partie nicht mehr aus den Händen zu geben. Sie bestimmten das Geschehen und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Viereinhalb Minuten vor Spielschluss betrug dieser zehn Tore. Der Sieg war nicht mehr gefährdet: Am Ende hatten die Gastgeber neun Tore mehr erzielt als ihr Gegner und siegetn 29:20. «Wir hatten uns den Spielverlauf so erhofft», frohlockte Tiefenauer, «das ist einfach ein schöner Moment!»

Damit kehrt Dietikon-Urdorf nach nur einer Saison wieder in den überregionalen Handball zurück. Ein Vorteil ist, dass man dann mit dem HC Limmat, der eigentlichen zweiten Mannschaft, Spieler tauschen kann. In dieser Saison war das nicht möglich, weil man in derselben Spielklasse agierte. «Das ist sicher ein grosser Vorteil», meinte Tiefenauer. Und auch Sedlacek ist überzeugt: «Das ist natürlich sehr positiv, dass wir nachher Spieler in die eine oder andere Mannschaft verschieben können.» Allerdings werde er die Mannschaft auch verstärken müssen. «Wir brauchen auf ein paar Positionen weitere Spieler und arbeiten auch schon daran, welche zu finden», sagte er. «Der Kader wird sich auf jeden Fall anpassen.»

Bis es so weit ist, bestreitet Dietikon-Urdorf noch den Cupfinal. Am Samstag geht es in Wädenswil erneut gegen den TV Unterstrasse. «Das wird bestimmt eine engere Angelegenheit als heute», prophezeit Tiefenauer.

Telegramm:

Dietikon-Urdorf – Unterstrass 29:20 (15:11).
Stadthalle, Dietikon. – 200 Zuschauer. – SR Senne/ Wymann.
Dietikon-Urdorf: Kalicic/Baumgartner; Zürcher (2), Tiefenauer (5), Galli (5), Wüthrich (4), Biffiger (8), Spicher (1); Beltrami, Blome (1), Burla (3), Diserens, Jäger, Reymond.