Die erste Halbzeit war eine Galavorstellung der Schlieremer Stürmerin Sanja Mijovic. Die 28-Jährige war auf dem ganzen Feld anzutreffen. Mal auf der linken Seite, mal auf der rechten Seite und immer wieder tauchte sie auch im Zentrum auf. Egal wo sie war, stellte sie die Verteidigung der Gäste aus dem Berner Oberland vor Probleme.

Bereits nach drei Minuten hatte Mijovic Grund zum Jubeln. Nach einem Pfostenschuss von Winter stand sie goldrichtig und netzte eiskalt zum 1:0 ein. Es sollte nicht das letzte Mal an diesen Nachmittag bleiben, dass Mijovic sich von ihren Teamkolleginnen nach einem Treffer feiern lassen konnte.

In der viertletzten Qualifikationsrunde der Nationalliga B stand für die Frauen des FC Schlieren viel auf dem Spiel. Sieben Punkte betrug der Rückstand vor dem gestrigen Match auf den anvisierten zweiten Platz, der zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigt – allerdings hatten die Limmattalerinnen eine Partie weniger ausgetragen als die Konkurrenz. Die Devise war trotzdem klar: Ein Sieg muss her, wenn man die kleine Chance auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen noch wahren wollte.

Guter Start

Und das nahm sich das Team zu herzen. Von der ersten Spielminute an waren die Schlieremerinnen die bessere Mannschaft. Sie führten die technisch feiner Klinge, liessen den Ball besser laufen und provozierten mit frühem Pressing immer wieder Ballverluste aufseiten der Berner Oberländerinnen.

Aber auch bei den Gastgeberinnen passte nicht alles wie gewünscht: Einige Panikpässe von Torhüterin Fabienne Wenger landeten im Aus oder beim Gegner, ein Fehler in der Verteidigung ermöglichte den Gästen den 1:1-Ausgleich und in der Angriffsauslösung blieb der entscheidende Pass in die Tiefe viel zu oft in den Füssen der Gegnerin hängen.

Trotzdem war Schlieren klar überlegen - vor allem dank Sanja Mijovic. Sie brauchte nicht viele Bälle, um für Gefahr zu sorgen. Nach einem gefährlichen Torschuss (17.) traf sie in der 28. Minute mit einem platzierten Flachschuss zum 2:1. Und auch bei den zwei Treffern kurz vor der Pause (41. und 42.) war Mijovic die entscheidende Protagonistin. Beim 3:1 schlug sie eine an sich harmlose Flanke zur Mitte, die jedoch von Anne Sophie Blunier ins eigene Tor abgelenkt wurde, und das 4:1 erzielte Mijovic wieder selbst.

Fehlende Konzentration

Doch auch die 4:1-Führung zur Pause reichte den Schlieremerinnen nicht für den Sieg. In der zweiten Halbzeit fanden die Gäste den Tritt schneller, erzielten in der 48. Minute das 2:4 und schöpften wieder Hoffnung. Die Limmattalerinnen kamen in der Folge zwar immer noch regelmässig zu Chancen, sündigten jedoch ein ums andere Mal – im Gegensatz zu den Gästen.

Die erzielte kurz vor Schluss tatsächlich noch zwei weitere Treffer (83. und 88. Minute) und die so wichtigen drei Punkte für die Schlieremerinnen waren weg. «Die Aufstiegsspiele können wir nun vergessen», fand der sichtlich enttäuschte Trainer Robert Tonic klare Worte. «Wir gingen nicht konsequent in die Zweikämpfe und die Konzentration fehlte. Wir haben derzeit keine Spielerin, die die nötige Ruhe ins Team bringt und die Mannschaft führt.»

FC Schlieren – Thun Berner-Oberland 4:4 (4:1)

Zelgli. – 50 Zuschauer. – SR: (?). – Tore: 3. Mijovic 1:0. 24. Zurbrügg 1:1. 28. Mijovic 2:1. 41. Blunier (Eigentor) 3:1. 42. Mijovic 4:1. 48. Castignetti 4:2. 83. Häsler 4:3. 88. Thomann 4:4.

Schlieren: Wenger; P. Dreyer, Bini, Küng, Roth; Conte (3. Mijovic), I. Dreyer, Patt, Winter; Radulovic (62. Markovic), Miotti (85. Eastman).

Bemerkung: 89. Verwarnung Mijovic.