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Die Lokalmatadoren holen den Sieg

Das Vereinschampionat ist der Höhepunkt bei der Springkonkurrenz Birmensdorf.

Michel Sutter
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Birmensdorf Springkonkurrenz

Birmensdorf Springkonkurrenz

Michel Sutter
Heinrich Furrer kämpft im Vereinschampionat um eine gute Platzierung.

Heinrich Furrer kämpft im Vereinschampionat um eine gute Platzierung.

Michel Sutter

Die Stehplätze auf der Reitanlage Vogelsang sind an diesem Sonntagnachmittag heiss begehrt. Es ist kaum mehr ein Platz frei bei der provisorisch aufgestellten Absperrung, die die Besucher vom Aussenplatz trennt. Auch die Tische im angrenzenden Restaurant sind gut besucht.

Es läuft gerade der letzte Wettbewerb der diesjährigen Springkonkurrenz: das Championat der Vereine, bei dem zehn verschiedene Reitvereine mit je vier Reiterinnen und Reitern gegeneinander antreten. Gerade hat Heinrich Furrer von der Reitgesellschaft an der Limmat den Parcours beendet. Er lächelt zufrieden. «Es ist gut gelaufen», sagt er. «Aber es folgt noch der zweite Durchgang.» Dann verschwindet er, um sich auf die zweite Runde vorzubereiten.

Der Höhepunkt

Das Championat der Vereine ist der eigentliche Höhepunkt an diesen drei Tagen, während derer die Springkonkurrenz in Birmensdorf stattfindet. Der Kavallerieverein Limmattal, der die Springkonkurrenz organisiert, ist Titelverteidiger: Die Lokalmatadoren haben im vergangenen Jahr gewonnen. «Das war natürlich eine schöne Sache», gibt Manuela Dubs vom Organisationskomitee zu und lächelt. Eine Prestigesache? Für Dubs nicht. «Wir mögen den Sieg auch anderen Vereinen gönnen», sagt Dubs. «Das Wichtigste ist, dass sich niemand verletzt.»

Das Verletzungsrisiko ist an diesem Nachmittag gering, denn das Wetter ist optimal: Sonne satt. Im Gegensatz zum Vortag, als es das eine oder andere Mal geregnet hat. Der Regen ist aber nicht wegen des Platzes problematisch. «Das Problem ist eher, dass es bei Regen relativ dunkel wird», sagt Dubs. «Das kann für Ross und Reiter gefährlich werden.»

Eine positive Bilanz

Der Regen wirkt sich dafür natürlich auf den Zuschaueraufmarsch aus. Am Samstag seien nicht so viele Leute gekommen, sagt Dubs. Trotzdem ziehen die Organisatoren eine positive Bilanz. «Wir sind zufrieden», sagt OK-Präsident Konrad Stapfer. «Wir haben zwar einen Sturz gehabt, der mit einer Hirnerschütterung geendet hat, aber sonst verlief alles reibungslos.»

Reibungslos sei auch das erstmals durchgeführte Zweier-Equipen-Ablösungsspringen verlaufen, das am Freitagabend nicht zuletzt für die Ehrengäste organisiert wurde. Ob es auch nächstes Jahr wieder stattfinden wird, ist allerdings ungewiss.

Gleiches gilt für den Showblock, in diesem Jahr organisiert vom Damensattelverein Schweiz, der nicht nur die spezielle Reitweise im Damensattel zeigt, sondern auch noch Kostüme aus vergangenen Jahrhunderten präsentiert.

Limmattal siegreich

Was jedoch sicher ist: Die Springkonkurrenz wird auch nächstes Jahr während drei Tagen stattfinden. Und das, obwohl sie einst über zwei Wochenenden organisiert wurde und dabei auch Reiter am Start hatte, die national bekannt sind. «Wir haben nur einen kleinen Sandplatz, und die Profis wollen nun mal auf Sand reiten», erklärt Dubs. «Da macht es keinen Sinn, wieder die nationale Kategorie einzuführen.»

Dann folgt der zweite Durchgang beim Vereinschampionat. Die Reitgesellschaft an der Limmat versucht alles, um die Lokalmatadoren des Kavallerievereins zu schlagen. Doch es reicht nicht. Der KV Limmattal gewinnt am Ende – vor dem Reitverein Dietikon. Danach reiten die beiden Equipen zur Siegerehrung auf den Aussenplatz. Triumphale Musik ertönt aus den Lautsprechern, Heinrich Furrer obliegt die Ehre, die Fahne seines Vereins zu tragen. Er lächelt vom Pferd hinab. «Immerhin Zweiter», meint er. Von Enttäuschung keine Spur.