Tennis
Die Limmattalerin Chiara Frapolli muss die perfekte Lösung noch finden

Ein Jahr nach ihrem Schweizer Meistertitel bei den Junioren versucht die Bergdietikerin Chiara Frapolli, bei den Profis Fuss zu fassen.

Fabio Baranzini
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Chiara Frapolli denkt nicht ans Aufgeben.

Chiara Frapolli denkt nicht ans Aufgeben.

Fabio Baranzini

Etwas mehr als ein Jahr ist es her, seit Chiara Frapolli den grössten Erfolg ihrer Tenniskarriere feiern konnte: Sie gewann den Schweizer Meistertitel in der Königskategorie U18 und durfte als Belohnung die Schweizer Farben an der Junioren Europameisterschaft in Klosters vertreten. Danach wollte die junge Limmattalerin den Schwung gleich mitnehmen und sich im Profigeschäft etablieren. Sie spielte einige Profiturniere der untersten Kategorie und war in Frankreich, Tunesien, Ägypten und der Türkei unterwegs.

Internationaler Erfolg bleibt bisher aus

Doch der Durchbruch ist ihr bisher nicht gelungen. Auch nach acht Einsätzen auf internationalem Parkett wartet Chiara Frapolli weiter darauf, dass sie im WTA-Ranking geführt wird. «Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass ich mir mehr erhofft hatte. Ich konnte nie mein volles Potenzial ausspielen», bilanziert Frapolli. Dennoch möchte sie das letzte Jahr nicht missen, denn sie hat zwar keine WTA-Punkte, dafür aber umso mehr Erfahrungen gesammelt.

Vor allem eine Erkenntnis ist für die 18-Jährige zentral: «Mittelmass reicht einfach nicht. Bei diesen Profiturnieren im Ausland zerreissen sich die Spielerinnen und gehen über ihre Grenzen hinaus, um die Qualifikation zu überstehen. Das ist ein Riesenunterschied zu den Turnieren in der Schweiz», so Frapolli. Wenn man da nicht perfekt vorbereite, mit viel Selbstvertrauen und auch der nötigen Selbstdisziplin an die Sache herangehe, habe man keine Chance.

Und genau diese Puzzleteile griffen bei Frapollis Einsätzen im Ausland nicht immer ineinander. Ein Problem war dabei die Organisation vor Ort. Da sie oftmals mit ihrem Vater unterwegs war und nur ganz selten mit anderen Spielern und einem Trainer, hatte sie Schwierigkeiten, Spielpartner zu finden und auf hohem Niveau zu trainieren. Zudem setzte sie sich stärker unter Druck als an Turnieren in der Schweiz. «Wenn du schon den Aufwand und die Kosten auf dich nimmst und an ein Turnier ins Ausland reist, dann willst du dort auch gut spielen, damit es sich wenigstens gelohnt hat», so Frapolli.

Diese Umstände kratzten entsprechend am Selbstvertrauen der jungen Limmattalerin. «Ich war immer motiviert und glaubte an den Sieg. Aber wenn dein Unterbewusstsein weiss, dass du nur eine Stunde trainieren konntest statt drei oder vier und dass deine Gegnerin mit ihrem eigenen Coach angereist ist, ist das nicht optimal.»

Frapolli bleibt dran

Ans Aufgeben denkt Chiara Frapolli deswegen aber nicht. Im Gegenteil: Sie will nun richtig durchstarten. Nach einer Entzündung am linken Handgelenk, die sie während den letzten 2,5 Monaten ausser Gefecht gesetzt hatte, ist sie nun bereit, wieder hart für ihren Erfolg zu arbeiten.

Wo genau sie ihren Traum von Profidasein in Zukunft verfolgen wird, weiss sie noch nicht. «Das kann im Ausland oder in der Schweiz sein. Es muss einfach zu 100 Prozent passen, damit ich alles aus mir herausholen kann und mir später nicht vorwerfen muss, dass ich nicht alles versucht habe», sagt Frapolli. Bis Ende August will sie sich entscheiden, wo sie künftig an ihrer Tenniskarriere feilen wird.

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