Nein, so richtig ärgern mochten sich die Limmattaler nicht nach Thierry Hänggis Treffer. Der Verteidiger von Zürisee Unihockey hatte drei Minuten vor dem Ende des Spiels für die Gäste getroffen – und das in Unterzahl. Ein schön herausgespieltes Tor, mitten in einer Limmattaler Druckphase. Nur: Hänggis Treffer war für die Gäste nutzlos. Zu deutlich war der Vorsprung der Limmattaler, die zu diesem Zeitpunkt schon neun Tore erzielt hatten. So bildete Hänggis Tor nicht mehr als der Schlusspunkt einer denkwürdigen Partie.

Diese hatten die Limmattaler von Anfang an dominiert. Besonders in der Startviertelstunde überfuhren sie Zürisee, das in der Tabelle immerhin auf Rang 2 ist, regelrecht mit ihrer Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor. Nach nicht mal zwei Minuten gingen die Hausherren in der Urdorfer Zentrumshalle durch Captain Andris Ladner in Führung. Drei Minuten später erhöhte Valentin Ladner auf 2:0, nach knapp sechs Minuten traf Marco Ramseyer zum 3:0 und dann noch zum 4:0. Als Dario Küng nach rund 13 Minuten gar das fünfte Tor für die Limmattaler gelang, nahmen die Gäste ein Timeout.

Das zeigte Wirkung. Zürisee kam nun besser ins Spiel. Michael Kohli erspielte sich zwei gute Chancen, doch Limmattals Goalie Stefan Plüss machte diese zunichte. Dann aber traf Fabian Jucker zum 1:5. In der Folge hatten die Gäste weitere gute Chancen, konnten diese aber nicht nutzen.

Im zweiten Drittel kassierten sowohl Zürisee als auch die Limmattaler je eine Strafe, doch keines der beiden Teams vermochte aus der Überzahl Kapital zu schlagen. Erst, als wieder numerische Gleichheit auf dem Spielfeld herrschte, folgte das nächste Tor: Nicolas Gitonga traf mit einem satten Distanzschuss zum 6:1. Nicht mal zwei Minuten später jedoch die Antwort der Gäste: André Hoststettler verkürzte auf 6:2. Sein Team wurde nun wieder etwas stärker. Doch die Limmattaler zeigten sich unbeeindruckt: Kurz vor Ende des Mitteldrittels stellte Nicolas Brandenberger den Fünf-Tore-Vorsprung wieder her – 7:2 für Limmattal.

Eine komfortable Ausgangslage fürs Schlussdrittel. Doch die Limmattaler waren gewarnt: Bereits zum Auftakt der vergangenen Saison im September letzten Jahres hatten sie mit 5:2 im Schlussabschnitt gegen Zürisee geführt und mussten dennoch als Verlierer aus der Halle, weil sie noch vier Gegentore kassierten. Doch diesmal kam es anders. Nach fünfeinhalb Minuten sorgte Valentin Ladner für die Entscheidung, als er frei vor dem Tor zum 8:2 traf. Das 9:2 durch Christian Eugster zwei Minuten später war das letzte Limmattaler Tor an diesem Abend.

Genugtuung für Limmattal

«Wir haben aus der Vergangenheit gelernt», sagte Stürmer Andris Ladner, der das Team zusammen mit zwei weiteren Spielern coachte. «Wir wollten das Ganze bis zum Schluss durchziehen.» Dass seine Mannschaft die Partie gewinnen könnte, hatte sich der Captain durchaus vorstellen können. «Aber dass es so deutlich werden würde, hat mich überrascht», sagte er. Vor allem, weil die Limmattaler das Hinspiel Ende September noch mit 3:8 verloren hatte und noch nie zuvor gegen diesen Gegner gewinnen konnten. «Damit ist der Sieg auch eine grosse Genugtuung», so Ladner.

Mit dem Erfolg gegen Zürisee setzten die Limmattaler ein Ausrufezeichen in einer Saison, die für sie nicht ganz einfach begonnen hat. In der Sommerpause mussten sie den Abgang einiger torgefährlicher Spieler verkraften. «Nach dem Umbruch im Sommer war es die grösste Herausforderung für uns, die neuen Spieler zu integrieren», sagte Ladner. «Wir hatten aber auch einige Verletzte. Zum Glück sind alle Leistungsträger zurückgekehrt.» Hinzu kommt, dass sie nach wie vor ohne Trainer antreten. Ein Spielerrat übernimmt jeweils das Coaching. Auch das sei am Anfang nicht ganz einfach gewesen, so Ladner. «Wir haben aber dazugelernt und sind jetzt auf einem guten Weg.»

Und wohin führt dieser Weg? «Für uns wäre es das Ziel, die Playoffs zu erreichen und damit die Liga zu halten», so Ladner. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wollten die Limmattaler mindestens Rang 4 belegen, um in den Playoffs Heimvorteil zu haben – was sie dann auch schafften. «Natürlich wollen wir so weit wie oben stehen», so Ladner. «Aber das Wichtigste ist, dass wir die Liga halten können.»