Futsal
Die Limmattaler Futsal-Pioniere träumen vom grossen Coup

An der EM-Qualifikation spielen auch zwei Limmattaler in der Schweizer Futsal-Nationalmannschaft. Der Schlieremer Fabian Sanginés sowie der Dietiker Alessandro Facchinetti treffen in Mazedonien auf Spanien, Ungarn und den Gastgeber.

Raphael Biermayr
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Der Schlieremer Fabian Sanginés steht im Tor der Maniacs Wettingen.

Der Schlieremer Fabian Sanginés steht im Tor der Maniacs Wettingen.

Zur Verfügung gestellt

Auch die grössten Überraschungen können zur Randnotiz verkommen. Als die Schweizer Futsal-Nationalmannschaft Mitte Januar die Vorqualifikation für die Europameisterschaften 2016 erfolgreich überstanden hatte, bekam die breite Öffentlichkeit davon fast nichts mit. Und das, obwohl der Hallenfussball dem Schweizerischen Fussballverband unterstellt ist. So kommt es auch, dass der Schlieremer Fabian Sanginés und der Dietiker Alessandro Facchinetti jeweils eine ausgemusterte Kollektion des U21-Fussballnationalteams fassen, wenn sie mit der Schweizer Futsalauswahl auf Reisen gehen.

Das wird morgen wieder der Fall sein. Dank des überraschenden Erfolgs an der Vorqualifikation dürfen die Schweizer an der Qualifikation in Mazedonien teilnehmen. Dort treffen sie auf Spanien, Ungarn und den Gastgeber. Die Iberer liegen in der Weltbestenliste 76 Plätze über der Schweiz auf Rang 1, und auch die anderen beiden Teams sind klar höher einzustufen – die Hoffnung auf die nächste Überraschung lodert dennoch.

Seit Beginn dabei

«Wir träumen vom grossen Coup», sagt Sanginés. Der 25-jährige Torhüter, der zwei offizielle Länderspiele bestritten hat, ist nach längerer Pause wieder ins Aufgebot gerückt. Als dritter Torhüter dürfte ihm primär eine Rolle als Motivator zukommen. Anders sieht es bei seinem Kumpel Facchinetti aus: Der 27-Jährige gehört seit Jahren zum Stammpersonal. Mit drei Toren und einem Assist hatte der Angreifer massgeblichen Anteil am Coup vor zwei Monaten.

Die beiden Limmattaler gehörten 2011 zu den Gründungsmitgliedern des Wettinger Vereins Maniacs, der kürzlich im Final um den Schweizer Meistertitel knapp unterlag. Wie bei allen Futsalspielern hierzulande liegen die Wurzeln von Sanginés und Facchinetti auf dem Rasen. Letzterer spielte noch in der vergangenen Saison für Red Star in der 2. Liga interregional und stand seit langem auf dem Wunschzettel von Goran Ivelj, dem Trainer des FC Dietikon. Facchinetti gab ihm und auch den Stadtzürchern einen Korb zugunsten des Hallenfussballs. In diesem Winter legte FCD-Verteidiger Raphael Candreia eine Pause ein, um sich dem Futsal zu widmen.

Kein finanzieller Anreiz

Diese Beispiele stehen für die wachsende Bedeutung der Sportart, die rund um den Globus etabliert ist, im deutschsprachigen Raum jedoch noch keine grosse Bekanntheit erlangt hat – Deutschland hat nicht einmal ein Nationalteam. Gemäss Sanginés ist ein Grund für die langsame Entwicklung in der Schweiz die fehlende Möglichkeit, einen finanziellen Anreiz zu schaffen, wie das im Fussball schon auf tiefem Niveau möglich ist. So liegt es an Pionieren wie Sanginés und Facchinetti, durch weitere Erfolge mehr Aufmerksamkeit für das Futsal zu generieren.

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