Eishockey

Die Limmattal Wings werden vom Debakel-Kandidaten zum Hoffnungsträger

Andi Vital (links) und sein Team kämpfen sich in die Partie zurück.

Andi Vital (links) und sein Team kämpfen sich in die Partie zurück.

Zum Start der 3.-Liga-Saison gewannen die Limmattal Wings gegen den HC Seetal einen Punkt: 4:5 nach Verlängerung. Nach einem besorgniserregenden Startdrittel steigerte sich das Team von Mike Weiss markant.

Im Rückblick der Wings auf die Partie gegen Seetal wurde der erste Spielabschnitt schnell übergangen. «Das Problem war, dass sich die Jungs auf dem Eis nicht kannten», analysierte Trainer Mike Weiss in einer nicht zu überbietenden Präzision. Kurioserweise gaben diese 20 Minuten auch Anlass zur Hoffnung auf einen Punktgewinn. Denn dank einer fast unverschämten Effizienz kamen die Wings nach einem 0:3 nur mit einem Tor im Hintertreffen in die Kabine. Einem Energieanfall von Neuzugang Florian Schicker (bereitete das 1:3 von Oliver Bowalle vor) und einem Hammer von Blueliner Peter Frenzel war das zu verdanken.

Ansonsten stand, kniete und lag meistens Wings-Goalie Thomas Gebistorf im Zentrum des Geschehens. Beim 0:2 mit einem Aussetzer, zeigte er insgesamt eine starke Leistung. Allein im Mittelabschnitt, in dem seine Vorderleute weit besser disponiert waren als zuvor, parierte er 28 von 29 Schüssen. Und in der Schlussphase der Partie war er der Garant für die Rettung der Limmattaler in die Verlängerung. Ein Grund für den enormen Wert an Abschlüssen der Zentralschweizer war die Anzahl der Strafminuten: Die Gastgeber in Wettingen sassen doppelt so lange für zwei Minuten draussen und kassierten vier 10-Minuten-Strafen. Bei Letzteren schwebte allerdings die Vermutung mit, dass Schiedsrichter Michael Hennig an diesem Tag besonders feinfühlig war: Er taxierte zwei vermeintlich abfällige Gesten als unsportliches Verhalten.

Ein Shorthander zum Ausgleich

Trotz dieser Handicaps stand es nach 60 Minuten 4:4. Denn die Wings spielten bei fünf gegen fünf kompakter und lancierten mit einem hochstehenden Mann gefährliche Konter. Die Treffer fielen jedoch bei ungleicher Zahl der Akteure: Nicolas Gamper traf in Überzahl per Nachschuss zum 3:4 (43.), Reto Schneider schlenzte einen Puck in Unterzahl zum 4:4 unter die Latte (47.). In der Overtime raubte den Limmattalern eine weitere Strafe schliesslich die Chance auf das Penaltyschiessen. Die nach dem Startdrittel oft konfus aufgetretenen Seetaler agierten in dieser Situation souverän.

Wings-Trainer Mike Weiss wurde von der Steigerung seines Teams zu einer gewagten Aussage verleitet: «Wir hätten das Spiel gewinnen müssen.» Dem Steigerungslauf seines Teams entspringt Hoffnung. Auch, weil der verletzungsbedingte Ausfall des «ewigen Topskorers» Cyrill Hruby gegen Ende des Mitteldrittels nicht ins Gewicht fiel.

Von den Doppellizenspielern (mit dem EHC Urdorf) ragte Andi Vital als Arbeitsbiene heraus. Er war einer der wenigen Offensivspieler, die auch Defensivaufgaben übernahmen. Ein Vorgeschmack darauf, wie die Wings zum Erfolg zurückfinden wollen. Am Sonntag gegen das etwa gleich stark eingestufte Bassersdorf (19 Uhr, Kolping Arena, Kloten) am besten schon von der ersten Minute weg.

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