Unihockey

Die Limmatfighters haben glücklich gekämpft, sind aber doch zufrieden

150 Behindertensportlerinnen und -sportler nahmen am nationalen Unihockeyturnier in Unterengstringen teil: 21 Teams aus der ganzen Schweiz haben am Samstag ihre Unihockeymeister erkoren. Auch die Limmatfighters waren mit von der Partie.

Der Geräuschpegel in der Büeler Sporthalle ist hoch. Auf dem ersten Feld spielt Langenthal-Huttwil aus dem Kanton Bern gegen den FC Zürisee 2. Die Berner im gelben Tenü und die Zürcher im Blau-weissen kämpfen um jeden Ball. Sie laufen, dribbeln und schiessen aufs Tor. «Goal!», «Goal!», jubeln die Spieler lautstark und freuen sich über den gelungenen Schuss. Überhaupt sind ihre Emotionen an Intensität kaum zu überbieten: Jubel, Freude, Frust, Enttäuschung, Wut – alles hat Platz. Die vierköpfigen Teams sind seit dem Vormittag im Einsatz und haben je drei Vorrunden zu bestreiten. Zudem spielen sie den kleinen oder grossen Final. Ein volles Programm, das die Behindertensportler zuweilen an ihre Grenzen bringt. Die Samariter haben alle Hände voll zu tun.

Ermunterung zum Trinken

Die meisten Leibchen der Unihockeyaner sind bereits am frühen Nachmittag durchgeschwitzt. Die rund 150 Sportlerinnen und Sportler haben alles gegeben. Ihre Trainer ermuntern sie, in der einminütigen Pause zwischen den Seitenwechseln zu trinken. Denn nicht alle sind in gleichem Masse eingeschränkt und körperlich fit. Die meisten haben eine geistige Behinderung oder sind lern-behindert.

Seit zwölf Jahren Trainerin

Die Limmatfighters haben beispielsweise drei leicht körperlich Behinderte im Team und nur einen Spieler zum Einwechseln. Da verbleiben noch Felix Caprez (Otelfingen) und Walter Brumann (Oberengstringen), die das läuferische Pensum absolvieren müssen. «Das ist schade», sagt auch Coach Elsbeth Fuhrer, die selbst im Rollstuhl sitzt. «Andererseits wollen wir möglichst allen eine Chance geben, um bei uns mitzumachen.» Seit zwölf Jahren trainiert Fuhrer die Limmatfighters.

Anweisungen zeigen Wirkung

Szenenwechsel: Die «Basel mixed»- Trainerin ruft zu einem Spieler: «Du musst die Nummer 6 besser decken!». Die Trainerin steht am Spielfeldrand und feuert ihre Jungs und ein zierliches Mädchen an, das ebenfalls zum Team gehört. In der Pause sagt die Trainerin: «Ihr müsst besser zusammenspielen.» Die Anweisungen verfehlen ihre Wirkung nicht.

Vierter Schlussrang

Im kleinen Final läuft es den Baslern besser als den Limmatfighters, welche in der Vorrunde nur knapp gegen ihre Kontrahenten verloren haben. Dieses Mal müssen sich die Limmatfighters deutlich geschlagen geben, sodass letztlich lediglich der vierte Schlussrang herausschaut. Routinier Walter Brumann ist trotzdem zufrieden: «Ich bin stolz, dass wir alles gegeben und zumindest einmal gewonnen haben.» Und schon beginnt Routinier Brumann zu fachsimpeln. Sie seien zurzeit halt unterbesetzt und hätten keinen Flügel. Die Bündner, die Grischa Capricorns, seien zum Beispiel mit vier Teams angereist.

Postive Bilanz

Organisatorin Elsbeth Fuhrer vom Behindertensportclub Limmattal zieht eine durchwegs positive Bilanz: «Wir haben tolle, spannende Matches und viel Freude bei den Sportlerinnen und Sportler gesehen. Darüber hinaus nahmen heuer deutlich mehr Spielerinnen und Spieler an unserem Turnier teil als vor zwei Jahren.»

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