Fussball

Die Liebe zum Ball ist grösser als die Angst vor weiteren Verletzungen

Der elegante Spielmacher mal ganz akrobatisch: Nicola Saxer zaubert seit der Rückrunde wieder für den FC Schlieren.

Der elegante Spielmacher mal ganz akrobatisch: Nicola Saxer zaubert seit der Rückrunde wieder für den FC Schlieren.

Nicola Saxer hat sich schon mehrere Male vom Fussball abgewendet, fand den Weg auf den Platz aber immer wieder. Mit dem FC Schlieren steht er nun vor dem lang ersehnten Aufstieg in die 2. Liga.

Als Teenager galt der heute 28-jährige Nicola Saxer als riesiges Fussballjuwel. Er spielte bei YF Juventus in der Challenge League und bekam sogar ein U19-Nati-Aufgebot. Eine Verletzung warf ihn aber zurück und so musste er den Platz in der Nati einem gewissen Blerim Dzemaili überlassen, der damals beim FC Zürich für Furore sorgte. Saxer wechselte zum FC Baden und wollte einen neuen Anlauf nehmen.

Durch Schreckmoment erneut gestoppt

Dieser Anlauf wurde dann aber vehement gebremst. In einem Spiel zog er sich in einem Zweikampf eine Verletzung zu und hatte mit starken Sauerstoffproblemen zu kämpfen. Kurz darauf erfolgte ein Zusammenbruch und Saxer musste mit Atem- und Herzbeschwerden ins Spital eingeliefert werden.

«Nach diesem Unfall war der Respekt vor Verletzungen grösser als die Freude am Fussball», gesteht Saxer. So entschied er sich, dem Fussball Adieu zu sagen und sich auf die berufliche Karriere zu konzentrieren. Drei Jahre vergingen, bis ihn der Ehrgeiz wieder gepackt hat und er nach Anrufen von alten Kollegen und Trainern wieder auf den Platz zurückkehrte. «Trotz grossen Respekt ist die Liebe zum Fussball nie erloschen und ich wollte es nochmals versuchen.»

Neustart beim FCS

Saxer landete schliesslich beim FC Schlieren in der 3. Liga. Ende letzter Saison gab der 28-Jährige dann aber seinen Rücktritt bekannt: «Ich hatte beruflich viel zu tun und musste Prioritäten setzten. Für Fussball war da nicht mehr sehr viel Zeit übrig.» Nach einer starken Vorrunde waren dann aber die Dienste von Saxer wieder gefragt, um den Aufstieg in die 2. Liga perfekt zu machen. «Meine Teamkollegen sagten, sie brauchen mich. Und ich hatte natürlich auch Lust, wieder Fussball zu spielen.»

Also gab Saxer ein erneutes Comeback und hat nun massgeblich am Erfolg der Schlieremer Anteil. Doch wie sieht es nach der Saison aus? Wird Saxer abermals zurücktreten? «Das kann ich momentan noch nicht sagen. Wichtig ist, dass wir nun den Aufstieg schaffen, dann sehen wir weiter.»

Schlieren hat die Promotion nun in der eigenen Hand. Nach dem Sieg über Industrie Turicum und Birmensdorfs Unentschieden bei Oetwil-Geroldswil würden die Schlieremer mit zwei Siegen aus den letzten beiden Spielen endlich in die 2. Liga aufsteigen.

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