Kunstturnen

«Die Leistung wurde in der gleichen Zeit viel besser»: Motivationsschub für die Urdorfer Sportler

Talenttreppchen von 5 bis 18 Jahren: Die Turnenden zeigten zum Abschluss ihres Sommertrainings nochmals ihr Können in der Curlinghalle Urdorf.

Talenttreppchen von 5 bis 18 Jahren: Die Turnenden zeigten zum Abschluss ihres Sommertrainings nochmals ihr Können in der Curlinghalle Urdorf.

Abschluss-Showturnen des Kutu Urdorf und KTV Dietikon in der umfunktionierten Curling-Halle.

Die Zeichen für die Kunstturnriege (Kutu) Urdorf standen Anfang dieses Jahres denkbar schlecht. Rücktritte im Präsidium und im Trainerteam sowie die unglückliche Trainingssituation – man trainierte aufgeteilt auf drei verschiedenen Turnhallen – stellten die Verantwortlichen vor grosse Herausforderungen. Fast hätte diese prekäre Lage das Aus für das Kutu Urdorf, eine Untersektion des Turnvereins Urdorf, bedeutet. «Die Rahmenbedingungen für ein qualitativ gutes Training waren nicht mehr gegeben», meinte Judith Lienberger, die technische Leiterin des Kutu Urdorf und Präsidentin ad interim.

Unverhofft ergab sich jedoch Anfang April der Kontakt mit der Curlinghalle Urdorf, welche über den Sommer leer steht. Nur schon einen Monat später zog die Kunstturnfamilie mitsamt Geräten ein. Aus der Wintersporthalle wurde für vier Monate eine Kunstturnarena mit allem, was das Kunstturnherz begehrt. Von der Bodenanlage über den Schwebebalken, den Stufenbarren und das Reck konnten alle Geräte fest installiert werden. Auch die Herausforderungen bezüglich der Befestigung der Geräte löste das Team innovativ. Das Beste daran war, dass die Geräte vor dem Training nicht mehr auf- und nach dem Training nicht mehr abgebaut werden mussten, was zeitliche Einsparungen von jeweils über einer halben Stunde bedeutete. Diese Zeit kam dem Training zugute. Davon hat auch der KTV Dietikon profitiert, welcher während dieser Zeit ebenfalls in Urdorf trainierte. «Wir konnten so verschiedene Synergien nutzen», erklärte der Trainer, Stefan Seiler. Auch in Dietikon mussten die Kunstturner bis anhin auf verschiedene Hallen ausweichen.

Grosse Wehmut vor Umzug

Die glückliche Fügung hatte aber nicht nur Auswirkungen auf den technischen Trainingsbetrieb. Die neue Lokalität hätte auch dem ganzen Verein einen Energieschub verliehen. Dies bestätigte Seiler: «Die Trainingsbedingungen hier haben innerhalb der Turner einen extremen Drive ausgelöst», unterstrich er und machte diese Beobachtung an der Leistung der Turner fest. Von fast perfekten Bedingungen sprachen der 15-jährige Silvan Fahrni und der 16-jährige Yves Baumberger. Beide turnen momentan im Programm drei. «Man hat schon gemerkt, dass wir mehr Zeit für das Training haben», so Fahrni, «die Leistung wurde in der gleichen Zeit viel besser.» Ähnlich begeistert zeigte sich Baumberger: «Hier ist es einfach super. Man verliert keine Zeit mit Aufstellen und abräumen, am liebsten würde ich gar nicht mehr zurück in die Turnhallen wechseln.» Damit sprach er aus, was alle empfanden. Doch Ende dieser Woche muss die Curlinghalle geräumt und der Platz für die Curlingspieler freigemacht werden. «Die Wehmut ist gross», gab Seiler zu.

Showturnen zum Abschluss

Als letztes Highlight veranstaltete das Kutu Urdorf zusammen mit dem KTV Dietikon am Mittwoch ein Showturnen. Die Turnerinnen und Turner im Alter von 5 bis 18 Jahren haben so den rund 40 anwesenden Gästen ihr Können demonstriert. Eigentlich sahen die Zuschauer sogar mehr. Sie bekamen einen Einblick in eine Trainingseinheit, angefangen beim Einturnen, die sodann in der kleinen Show der 21 Akteure gipfelte. Vornehmlich am Boden, aber auch am Sprung gaben die jungen Talente Einblicke in ihre Fähigkeiten. Schon die Kleinsten präsentierten von der Kerze über den Handstand mehr oder weniger synchron das in den vergangenen Monaten Gelernte. Das neu entfachte Feuer nehmen die Turnenden nun mit in die angestammten Turnhallen.

Doch schon jetzt ist sicher, dass auch im nächsten Jahr die Curlinghalle zum Kunstturnzentrum des Limmattals werden wird. Dann sogar einen Monat länger als noch dieses Jahr, wie Lienberger verriet. Der grosse Erfolg dieser Lösung in der Curlinghalle Urdorf, von welcher auch diverse andere Vereine profitierten, scheint ebenso die Diskussion um eine zentrale Kunstturnhalle im Limmattal anzustossen. Für Lienberger wäre dies die beste Lösung für den Sport und eine sinnvolle Investition in die Jugend.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1