Jungtalent

Die Leidenschaft in Person

Will dereinst im Nati-Tor stehen

Simon Schelling

Will dereinst im Nati-Tor stehen

Er ist 15 Jahre alt, absolviert sieben Trainingseinheiten pro Woche und verfolgt ehrgeizige Ziele. Simon Schelling, Torwart der U19-Elite von GC-Amicitia, will später bei einem ausländischen Top-Klub spielen.

Simon Schelling sitzt in der Zürcher Saalsporthalle, der Heimat von GC-Amicitia, und schaut aufs Spielfeld. «Dies sind meine ehemaligen Teamkameraden», sagt er und muss kurz schmunzeln, als der Trainer laut ausruft und eine Übung wiederholen lässt. Sein Gesichtsausdruck wird aber sofort wieder ernst: «Das Training hier im Verein ist hart und professionell. Und dies finde ich richtig so. Mir gefällt das, unter Leistungsdruck zu stehen und klare Ziele zu formulieren.» So zählt für ihn und sein Team diese Saison nur die Verteidigung des Schweizer-Meister-Titels.

Simon Schelling macht Eindruck. Trotz seiner erst 15 Jahre wirkt der Dietiker extrem reif und erwachsen: «Ich lebe für den Handballsport. Er ist meine Leidenschaft», lässt er sich zitieren. Sieben Trainingseinheiten absolviert das Torhüter-Talent in der Woche: drei Hallentrainings, dreimal Krafttraining und einmal Joggen. Dazu kommen noch die wöchentlichen Spiele. Daneben begann Schelling im August seine vierjährige Lehre als Hochbauzeichner. Wird da die Zeit nicht etwas knapp? «Nein, überhaupt nicht. Ich mache dies alles, weil es Spass macht. Es gibt praktisch nie einen Moment, in dem ich keine Lust auf Handball verspüre», antwortet Schelling und sagt weiter: «Dazu habe ich einen toleranten Lehrmeister. Er lässt mir die benötigten Freiheiten – solange meine schulischen Leistungen stimmen.»

Vor acht Jahren verfiel der junge Goalie seinem Sport – und zwar in der Schule. «Handball wurde als Schulsport angeboten und ich wagte einen Besuch», so Schelling, dem die Sportart sofort ans Herz wuchs und der dann zum HC Dietikon-Urdorf in die U13-Mannschaft stiess – als Spieler. «Eines Tages kam unser Trainer und meinte, es fehle ein Torhüter. Er stellte alle Spieler einmal ins Tor und ich konnte ihn überzeugen.» Von da an ging es mit dem Hobbygitarristen steil bergauf. Über die Regionalauswahl Zürich kam er ins Visier der Schweizer Junioren-Nationalmannschaft und stiess vor etwas mehr als einem Jahr zu GC-Amicitia. Dass er fast überall immer der Jüngste war, störte ihn nie: «Es kommt im jetzigen Team schon vor, dass ich als Jüngster die Trinkflaschen tragen oder auffüllen muss.»

Angesprochen auf seine schönsten Momente im Handball, kommen ihm zwei Highlights in den Sinn: «Erstens mein Debüt in der U17-Nationalmannschaft gegen Frankreich. Dies war sehr emotional mit der Hymne», so Schelling. «Zweitens der Besuch bei meinem Lieblingsklub THW Kiel. In Italien lernte ich eine Familie aus Kiel kennen, die mich an ein Spiel einlud. Während der Pause durfte ich aufs Feld und spielte mit im Pausenspiel. In der vereinsinternen Zeitung erschien sogar ein kleiner Bericht darüber», erzählt er stolz. Die Stimmung in der Halle damals hat es dem Talent angetan: «Ich will einmal in einer Top-Liga wie Deutschland oder Spanien spielen. Auf dieses Ziel arbeite ich hin.»

Den Ehrgeiz dazu besitzt Simon Schelling und vielleicht hat der nächste Bericht über ihn in der Kieler Matchzeitung ganz andere Gründe.

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