Gross war die Freude, als die 2.-Liga-Volleyballerinnen der Kanti Limmattal den Regionalmeistertitel feierten und die Aufstiegsspiele bestreiten durften. Weil dieser Erfolg auch für das Team überraschend kam, hielt sich dafür die Enttäuschung über das Verpassen der Promotion in die 1. Liga in Grenzen. 

Umso grösser war jedoch die aufkommende Unsicherheit in der Mannschaft, als klar war, dass gleich vier arrivierte Spielerinnen aus verschiedenen Gründen die kommende Spielzeit nicht bestreiten werden. Zwar konnten die Abgänge kompensiert werden, sodass 12 konkurrenzfähige Spielerinnen im Kader stehen, «doch die Neuzugänge werden etwas Zeit brauchen, bis sie sich in unserem System zurecht finden», gibt Kanti-Limmatttal-Trainer Mario Kronenberg zu bedenken.

Ein halbes Leben KSL

Längst in diesem System zurecht findet sich Kristina Meyer. Die 25-Jährige spielt seit über 13 Jahren im Verein und startet morgen in ihre siebte Saison in der ersten Mannschaft. Es erklärt sich von selbst, dass die Oberengstringerin in dieser Zeit einige Veränderungen erlebt hat. 

Für Meyer ist die Situation vor der angehenden Spielzeit also nichts neues: «Es gab eine Zeit, wo viele junge Spielerinnen verheizt worden sind. Dadurch verliessen viele langjährige Weggefährtinnen den Verein.» Diesen Umbruch spürt die Aussenspielerin heute jedoch nicht mehr viel. «Allgemein gilt eigentlich der Trend, dass technisch gut ausgebildete Spielerinnen besonders durch Körpergrösse ersetzt werden - bei uns hat sich die Spielweise über all die Jahren aber nicht gross verändert», erklärt Meyer und ergänzt: «Wir sind im Verhältnis eher kleingewachsen. Dafür sehr flexibel und taktisch gut ausgebildet.»

Als übergeordnetes Saisonziel definiert die Limmattalerin die «obere Tabellenhälfte». Eine Bescheidenheit des amtierenden Regionalmeisters, die nur auf den ersten Blick überrascht: «Wir haben auch in der vergangenen Spielzeit nicht davon gesprochen, Meisterinnen zu werden. Erst nach einer starken ersten Saisonhälfte hat sich herauskristallisiert, dass wir das Zeug zum Titel haben.»

Aus Zeitgründen ist Meyer gar nicht so unglücklich, dass im Anschluss der Aufstieg verpasst wurde. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Aufwand in der interregionalen 1. Liga mitgemacht hätte“, sagt die dienstälteste Kanti-Limmattal-Akteurin.

Wechsel nie ein Thema

Meyer, die seit acht Jahren mit dem amtierenden Limmattaler Fussball-Torschützenkönig Lukas Baur liiert ist, wäre dann das erste Mal mit einem möglichen Transfer konfrontiert worden: «Ob 1. oder 2. Liga: Der Niveauunterschied ist vielleicht etwas höher, aber ich habe mich hier immer zu wohl gefühlt, um einen Wechsel in Betracht zu ziehen.» Für eine ganz grosse Volleyball-Karriere haben ihr sowieso einige Zentimeter an Körpergrösse gefehlt, wie die Mitarbeiterienn des Qualitätsmanagemt bei der Migros lachend erklärt.

Beim VBC Kanti Limmattal ist Meyer jedoch eine feste Grösse in einem Team, mit dem auch in einem Umbruchjahr durchaus zu rechnen sein wird. Ein Umbruchjahr, das heute um 20:30 mit dem Auswärtsspiel gegen Voléro Zürich II offiziell beginnen wird.