Eishockey
Die Kleinen ganz gross: Wenn Urdorf die Löwen des ZSC dominiert

Ein Augenschein beim Saisonabschluss des Nachwuchses auf der Weihermatt: ZSC 1, Urdorf 6 – Walter Scheibli wären angesichts des Spielstands die Tränen gekommen. Für die Bambini-Junioren ist eben noch möglich, was den Aktiven nur als Traum bleibt.

Rainer Sommerhalder
Merken
Drucken
Teilen

So gewannen beim eigenen Saisonabschlussturnier der Jüngsten – darunter Spieler mit Jahrgang 2007 – das Team «Urdorf schwarz» hoch gegen die Zürcher Löwen und die Mannschaft «Urdorf orange» gegen die Kloten Flyers.

Spass stand bei den acht teilnehmenden Teams im Vordergrund. Nur der Trainer der um Welten überlegenen Gäste aus Lustenau coachte frei nach dem Motto «Am meisten Spass hat, wer gewinnt». Er liess es sich in einem Anfall von cholerischem Ehrgeiz nicht nehmen, seine Spieler nach einem der raren Gegentreffer zu massregeln, als betreue er die österreichische Nationalmannschaft.

Den Vorbildern aus dem Fernsehen nacheifern wollte nicht nur ein übermotivierter Trainer, sondern auch jubelnde Torschützen. Zu klein, um es ohne Hilfe auf die Spieler-
bank zu schaffen, boten sie nach einem eigenen Treffer dann doch eine NLA-würdige Show. Pech nur, wenn man beim einbeinigen Jubelspektakel das Gleichgewicht verlor.

Kampf gegen die Erdanziehung

Überhaupt geriet der Kampf gegen die Erdanziehung je länger das Turnier dauerte, desto mehr zur Herausforderung Nummer 1. Fünf Spiele à 24 Minuten bestritten die Knirpse an diesem Sonntag, und sie zollten der Müdigkeit in den letzten Auftritten verständlicherweise Tribut. Manch einer durfte es bereits als Erfolg feiern, wenn er die 90-Sekunden-Einsätze ohne Bauchlandung überstand. Das Spiel mit dem Puck verkam da bisweilen zur Nebensächlichkeit.

Punkto Grösse und Können sah man deutliche Unterschiede, wobei es nicht immer einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Komponenten gab. Da tanzte ein «Kleiner» im Stile von Petteri Nummelin zu seinen besten Zeiten die Gegenspieler reihenweise aus, um es nach dem Spiel nicht ohne Hilfe zu schaffen, das Team-Maskottchen wieder vom Tornetz runterzubugsieren.

Und dass verschiedentlich Spieler selbst bei einem Stand von 0:4 den Trainer fragten, ob man denn auf Siegeskurs sei, lag vielleicht auch daran, dass sie während der Ruhepausen auf der Auswechselbank gar nichts vom Geschehen auf dem Eis mitbekommen konnten. Sie reichten schlichtweg nicht über den Bandenrand.

Freude an der Motivation der «Kleinen»

Jürg Pfenninger, Marketing-Verantwortlicher bei den Stieren und an den Juniorenturnieren für die Organisation zuständig, freute sich über das verletzungsfreie Wochenende und die Motivation der Teilnehmer. Für viele sei es das allererste Eishockeyspiel gewesen. Das Ritual, wonach jeder den Puck, mit dem er sein erstes Tor erzielt hat, behalten darf, kostete den Verein so manche schwarze Scheibe. Auch die beiden Urdorfer Teams waren mit Teilnehmern der Hockeyschule gespickt.

Am kommenden Samstag geht die Saison auf der Weihermatt mit dem Kräftemessen der Moskitos und der anschliessenden Urdorfer Trophy zwischen dem Fanionteam und den Senioren (Spielbeginn 20 Uhr) definitiv zu Ende.