Fussball
Die kleine Hoffnung bleibt

Der Transfer von Stürmer Claudio Lauper von Oetwil-Geroldswil nach Wettswil-Bonstetten lässt aufhorchen: Der Topskorer wechselt nicht zur ersten Mannschaft, sondern zur zweiten, die in derselben 3.-Liga-Gruppe spielt wie sein vormaliges Team.

Raphael Biermayr
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Gelingt Claudio Lauper (im blauen Trikot von Oetwil-Geroldswil) der Sprung von der 3. Liga in die 1. Liga Classic? Roland Jaus

Gelingt Claudio Lauper (im blauen Trikot von Oetwil-Geroldswil) der Sprung von der 3. Liga in die 1. Liga Classic? Roland Jaus

Roland Jaus trifoto

Handelt Wettswil-Bonstetten mit falschen Träumen? Das ist ein Gedankenspiel angesichts eines besonderen Transfers dieses Sommers. Oetwil-Geroldswils Topskorer Claudio Lauper wechselt mit der Referenz des Teamtopskorers (13 Saisontreffer) ins Säuliamt. Nun verhält es sich im Normalfall so, dass von Reserveteams keine hohe Attraktivität ausgeht. Man spielt eben nur die zweite Geige im Verein. Es sei denn, man wird geködert mit der Aussicht, sich für das Fanionteam aufdrängen zu können. Im Falle von WB ist diese Aussicht angesichts zweier Ligen dazwischen aber sehr klein. Lauper sieht das auch so, verweist aber darauf, dass die Chance überhaupt existiert. «Ich freue mich auf die zweite Mannschaft, werde jedoch mein Bestes geben, um mich für die erste Mannschaft zu empfehlen», sagt der 20-jährige Geroldswiler zurückhaltend. Er versteht sich gut mit «Zwei»-Trainer Carsten Bellis, der ihn kontaktiert und von «etwas Neuem» überzeugt habe. Bellis war nicht für eine Auskunft zu erreichen.

Wettswils Fanionteam-Trainer Martin Dosch verwahrt sich gegen den Eindruck, man würde Spielern falsche Hoffnungen machen. «Wir können hier nicht mit der grossen Kelle anrühren und verlieren immer wieder Spieler an Teams, die mit hohen Spesenentschädigungen locken. Die zweite Mannschaft ist wichtig für uns, um Spielern der ersten Spielpraxis zu ermöglichen.» Der umgekehrte Weg sei sehr schwer, «der Unterschied natürlich gross». Man hoffe, dass die Reserven bald in der 2. Liga spielen würden, um die Differenz zu verkleinern. Schon jetzt erfährt das Team Privilegien (Wäschedienst), wie sie in anderen zweiten Mannschaften – oder auch ersten derselben Spielklasse – nicht üblich sind.

Ob es Claudio Lauper also über den steinigen Umweg in die 1. Liga schafft, steht in den Sternen. Sollte der angehende Psychologiestudent zum Aufstieg der zweiten Mannschaft beitragen, würde er so oder so auf sich aufmerksam machen. In der vergangenen Spielzeit erzielte der Limmattaler in den beiden Begegnungen mit seiner neuen Equipe einen Treffer beim 3:0-Sieg in der Rückrunde (Vorrunde: 3:4). Wettswil-Bonstetten II schloss die Meisterschaft als Fünfter ab, Oetwil-Geroldswil war mit sechs Zählern weniger Achter.