Seit Trainer Stefan Konkol vor einem Monat zurücktrat, übt sich das Fanionteam des HC Dietikon-Urdorf höchst erfolgreich als sportliche Kommune (Definition: Im Mittelalter ging durch innerstädtische Revolutionen die Herrschaft vom Patriziat zu den Zünften über). Gestern Sonntag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Volketswil versuchte sich NLA-Spieler Jonas Affentranger als Zunftmeister. Der dritte Coach im fünften trainerlosen HCDU-Spiel musste beim überraschenden Punktverlust erkennen, dass der Einfluss in seinem Temporäramt begrenzt ist. Affentranger konstatierte zur immer länger werdenden Zeit der mannschaftsinternen Selbstverwaltung: «Jedes Team braucht eine Führungsperson. Längerfristig funktioniert es nicht, wenn sich eine Mannschaft selber organisiert.»

Auch wenn der sechsfache Torschütze Luzi Tiefenauer und sein Mitspieler Yves Barben auch nach diesem Rückschlag unisono die Superstimmung innerhalb des Kaders betonten und in den letzten Wochen beobachtet haben, «wie jeder Spieler mehr Verantwortung übernimmt, weil er sich nicht mehr hinter jemandem verstecken kann», werden die Grenzen dieses unfreiwilligen Experimentes sichtbar. Gegen Volketswil gab es genügend Punkte zu entdecken, die ein Trainer angehen müsste. Die Defensive – zuletzt ein Kernstück der Erfolgswelle – offenbarte erstaunliche Lücken. Im Angriff leistete sich der HCDU zu viele unerzwungene Ballverluste. Und in der hektischen Schlussphase fehlte auf oder neben dem Feld die ordnende Hand, welche dafür sorgte, dass der Zweitore-Vorsprung zwei Minuten vor Schluss über die Zeit gebracht wird. Zuletzt mussten die Limmattaler bei 25:25 und gegnerischem Ballbesitz gar froh darüber sein, den einen Punkt mitnehmen zu dürfen.

Die Partie verlief während 60 Minuten ausgeglichen. Nie lag ein Team mit mehr als zwei Toren voraus. Dietikon-Urdorf hatte technische Vorteile und Pech mit mehr als einem halben Dutzend Aluminiumtreffern, Volketswil zählte auf einen überragenden Torhüter und besass Vorteile punkto Wille und kämpferischem Engagement.