Laufsport
Die grosse Suche nach breiten Rücken

Frühlingshafte Temperaturen und heftige Windböen sorgten dafür, dass nicht die Wahl der Bekleidung, sondern viel mehr diejenige des richtigen Windschattens in den Fokus rückte.

Jörg Greb
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Auf der Zielgeraden wurde nochmals Gas gegeben.
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Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Die Clique des Vereins Swiss Masters Running durfte zuerst an den Start,
Dietiker Neujahrslauf mit Teilnehmerrekord
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit
Sandra, Michael und Philippe traten bei den Schnupperläufern an.
Sonnenschein und Rückenwind: Beim Dietiker Neujahrslauf spielte das Wetter mit

Auf der Zielgeraden wurde nochmals Gas gegeben.

Daniel Diriwächter

Handschuhe, Mütze, kurz oder lang, nackte Haut oder Textilschicht – diese Frage rückte beim Dietiker Neujahrslauf in den Hintergrund. Frühlingshaft warm war es, die Tenuwahl nicht eben schwierig. Eine witterungsbedingte Herausforderung stellte sich dennoch: der Wind mit den Böen. Die Suche nach Konkurrenten, mit denen sich kooperieren, in deren Windschatten sich Kräfte sparen liess.

Der Start der Herren.
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Start der Frauen und der höheren Katogorien Männern.
Dieser Läufer konnte noch lachen.
Dieser Läuferin stand die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben.
Der zweitplatzierte Michael Ott.
Die Siegerin der Frauen Joelle Flück.
Gesamtsieger Simon Tesfay kurz vor dem Ziel.

Der Start der Herren.

Roland Jaus

Bei den Frauen entwickelte sich hinter den schnellsten Senioren ein packender Zweikampf zwischen Jung und weniger Jung und zwischen Berg- und Bahnläuferin. Die 29-jährige Joelle Flück, die mehrfache Schweizermeisterin auf der Bahn, und die 52-jährige Daniela Gassmann Bahr schenkten sich nichts. Und für beide war es ein Weg mit vielen Unbekannten.

«Eine Achillessehnenreizung zwang mich zu zwei Monaten ohne Laufen», sagte Flück. Erst im Oktober nahm sie das Training wieder auf. Wettkämpfe gab es keine. Bahr hatte zwar keine Verletzung zu kurieren, vernachlässigte das Training aber im November während einer Australien-Reise. «Ich wusste nicht so recht, wo ich stehe», sagte auch sie.

Es lief besser als gedacht

Flück setzte sich schliesslich durch. «Ich versuchte ihr entgegenzuhalten, sie zu überraschen und am Berg abzuschütteln», sagte Gassmann. Es blieb beim Versuch. Auf den letzten beiden Kilometern verfügte Flück über grössere Reserven und die frischeren Beine. «Toll, wieder einmal das Wettkampfgefühl zu erleben», sagte sie und wandte sich wieder ihrer Funktion als Helferin zu.

Sie stand ihren organisierenden Klubkollegen des LC Regensdorf bei und absolvierte den Lauf «spontan zwischendurch». Aufbauend für den Kopf wirkte er im Hinblick auf bald folgende höhere Ziele. Bereits morgen fliegt sie für drei Wochen ins Trainingslager nach Südafrika, wo sie die Hallen-Saison mit dem den Schweizer Indoor-Meisterschaften als Höhepunkt vorbereitet.

Keine Schwierigkeiten bereitete Daniela Gassmann die Position der Geschlagenen. «Ich bin überrascht, wie gut es mir lief, das macht Freude.» Ihre Ziele liegen in weiterer Ferne: Es sind erneut die grossen Berglauf-Marathons, wo sie am Glacier 3000 und dem Inferno Triathlon ihre Vorjahressiege wiederholen möchte oder am Jungfrau-Marathon brillieren, den sie letztes Jahr als Vierte und beste Schweizerin beendete.

Der Hunger aufs Laufen

Ein neuer Name erschien auch auf der Siegerliste der Männer: Simon Tesfay. Der Eritreer aus Uster staunte. Der 30-Jährige, der seit Jahren in der Schweiz lebt, als Medizinischer Masseur arbeitet und läuft, hatte sich kurzfristig für dieses Rennen entschieden. «Zuerst wollte ich nur meine Tochter begleiten und coachen, doch der Hunger selber anzutreten wuchs und wuchs», sagte er. Das Umdenken machte sich bezahlt. Nachdem er die vergangene Saison wegen eines Muskelfaserrisses fast komplett verpasst hatte, sprach er nun vom «schönsten Erlebnis des noch jungen Jahres».

Durchgesetzt hat sich Tesfay gegenseinen letzten Begleiter, dem Marathon-EM-Teilnehmer Michael Ott. Im letzten Streckenviertel setzte er sich in der Abwärtspartie ab. Ott konstatierte dies zähneknirschend: «Ich hatte vorher versucht, wegzukommen, vergebens, und hinunter hatte ich gegen Simon mit seinen langen Beinen keine Chance.»

Trotzdem ist der Zürcher mit seiner Leistung zufrieden: «Das war eine solides Rennen» – und beste Motivation im Hinblick auf das nun folgende, einmonatige Trainingslager in Kenia, zu dem er mit den andern EM-Marathonläufern Christian Kreienbühl, Adrian Lehmann und Maja Neuenschwander fliegt.

Rangliste des 48. Dietiker Neujahrslauf

Männer Overall. 654 Klassierte: 1. Simon Tesfay, Uster 38.37,9. 2. Michael Ott, Kilchberg ZH 38.46,5. 3. Estefanus Hailemichael, Zürich 39.00,9. 4. Hirum Wandangi, Glattpark (Opfikon) 39.45,5. 5. Patrik Wägeli, Nussbaumen TG 39.58,4. 6. Fabian Anrig, Sargans 40.37,5. 7. Erwin Inglin, Sattel 40.41,2. 8. Armin Flückiger, Jona 40.55,0. 9. Carsten Brod, D-Konstanz 41.16,8. 10. Stefan Trummer, Spiez 41.17,9. 11. Beat Burkhard, Gutenswil 41.23,5. 12. Philipp Weber, Zürich 41.46,3. 13. Adrian Brennwald, Aeugst am Albis 41.51,9. 14. Nikita Kostyuchenko, Wettingen 42.03,8. 15. Mark Pearce, Adliswil 42.17,3. 16. Fabian Zehnder, Wädenswil 42.21,3. 17. Donnino Anderhalden, Zürich 42.23,2. 18. Bernhard Eggenschwiler, Büsserach 42.50,8. 19. David Stillman, Hausen am Albis 42.56,1. 20. Etienne Wolf, Gundetswil 42.59,4. – Ferner: 34. Philipp Buchli, Dietikon 44.20,3. 40. Adrian Gröbli, Oetwil an der Limmat 44.47,5. 51. Oreste Concepito, Bergdietikon 45.14,3. 53. Kai Fischer, Geroldswil 45.33,3. 85. Yves Anderegg, Schlieren 47.42,1. 90. Torsten Tonak, Fahrweid 47.57,8. 107. André Brunner, Oberengstringen 48.56,7. 154. Jörg Leimgruber, Dietikon 50.41,4. 176. Brian Sinnet, Bergdietikon 51.39,4. 187. Thomas Meyer, Birmensdorf ZH 51.59,1. 218. Alfio Scheps, Geroldswil 53.14,0. 222. Jürg Stiefel, Schlieren 53.17,3. 225. Markus Tanner, Urdorf 53.20,6. 227. Matthias Rothbrust, Dietikon 53.25,5. 232. Thomas Wüthrich, Weiningen ZH 53.37,7. 245. Paul Merian, Urdorf 54.03,6. 249. Marcel Abrach, Birmensdorf ZH 54.07,2. 259. Domenico Di Sevo, Dietikon 54.29,3. 267. Timothy Heinz, Dietikon 54.38,6. 274. Thomas Wiederkehr, Schlieren 54.54,9. 276. Günter Pretterhofer, Uitikon Waldegg 55.06,7. 301. Simon Volpi, Urdorf 56.01,6. 309. Beat Hess, Dietikon 56.15,4. 337. Markus Federer, Dietikon 57.12,9. 345. Ruedi Zimmermann, Urdorf 57.28,7. 348. Salvi Valenti, Urdorf 57.35,5. 373. Bruno Jutzi, Birmensdorf ZH 58.16,8. 384. Frank Melliger, Dietikon 58.42,1. 390. Vitor Soares, Schlieren 58.54,7. 393. Marcos Miramontes, Schlieren 59.04,1. 399. Besnik Hashani, Dietikon 59.17,2. 407. Ruedi Vogler, Weiningen ZH 59.31,0. 412. Patrick Baumberger, Dietikon 59.37,0. 427. Marc Isenring, Weiningen ZH 1:00.08,9. 430. Richard Dreyer, Urdorf 1:00.10,9. 434. Cosimo Metruccio, Dietikon 1:00.18,8. 435. Marco Corti, Weiningen ZH 1:00.20,1. 436. Nicholas Pleschko, Dietikon 1:00.21,3. 456. Markus Alder, Dietikon 1:01.00,0. 464. Heinz Brunner, Weiningen ZH 1:01.15,4. 479. Marc Benavent Guàrdia, Birmensdorf ZH 1:01.43,7. 484. Philippe Bourquin, Geroldswil 1:01.50,0. 520. Sigi Bühler, Birmensdorf ZH 1:03.18,9. 531. Matthias Sutter, Weiningen ZH 1:04.20,8. 537. Marcel Brader, Dietikon 1:04.40,6. 559. Hasan Hohl, Dietikon 1:05.55,3. 578. René Binder, Dietikon 1:07.22,0. 579. Kham-On Maphan, Schlieren 1:07.28,1. 590. Marcel Kobler, Dietikon 1:08.29,5. 596. Andreas Petrin, Dietikon 1:09.09,3. 612. Willi Meili, Oberengstringen 1:10.25,0. 652. Pierre Dalcher, Schlieren 1:24.31,9.

Frauen Overall. 208 Klassierte: 1. Joëlle Flück, Schenkon 45.46,5. 2. Daniela Gassmann Bahr, Galgenen 45.54,2. 3. Lucia Mayer, Stans 46.22,4. 4. Susanne Wings, Schaffhausen 46.24,5. 5. Alexandra Schaller, Zürich 46.37,3. 6. Jutta Brod, D-Konstanz 47.12,1. 7. Luzia Schmid, Homburg 47.22,5. 8. Regula Rohrbach, Zürich 47.33,0. 9. Samira Schnüriger, Einsiedeln 47.44,2. 10. Petra Corte, Rudolfstetten 47.45,3. 11. Nicole Lohri, Frauenfeld 48.44,0. 12. Nadine Allenspach, Winterthur 48.51,4. 13. Melanie Böllenrücher, Zürich 49.00,1. 14. Barbara Schaer, Uster 49.19,4. 15. Esther Haller, Kilchberg ZH 49.23,4. 16. Raja Aellig-Urner, Uster 49.27,8. 17. Franzisca Widmer, Bubikon 49.29,5. 18. Corinne Zeller, Weissenburg 49.29,8. 19. Tanja Sonderegger, Niederbüren 50.22,8. 20. Franziska Etter, Zürich 50.32,3. – Ferner: 21. Claudia Blanke, Bergdietikon 50.40,9. 50. Karin Zürcher, Weiningen ZH 57.30,4. 53. Carmen Richard, Oberengstringen 57.50,9. 56. Esther Bernhard, Schlieren 58.02,1. 67. Christa Maag, Dietikon 59.07,7. 87. Tina Gerber, Birmensdorf ZH 1:01.36,2. 105. Marie-France Vaucher, Urdorf 1:03.18,3. 120. Sandra Gisler, Oetwil an der Limmat 1:04.55,9. 123. Catherine Stocker, Dietikon 1:05.08,5. 130. Suzanne Corca, Bergdietikon 1:06.01,2. 132. Angela Rothbrust, Dietikon 1:06.21,4. 155. Claudia Vogel, Dietikon 1:10.07,5. 176. Isabelle Geiger, Dietikon 1:12.20,6. 179. Karin Binder, Dietikon 1:13.02,4. 182. Esther Sonderegger, Dietikon 1:13.14,5. 185. Sabine Lintzen, Unterengstringen 1:14.32,9. 189. Siew Tan, Dietikon 1:15.20,5. 200. Iris Stuber, Schlieren 1:20.20,7.