Curling
Die Geschwister Alina und Claudio Pätz reisen gemeinsam nach Sotschi

Die Schweizer Delegation an den Olympischen Spielen in Sotschi umfasst 163 Athleten. Davon 21 Geschwister. Zu ihnen gehören die Urdorfer Curler Claudio und Alina Pätz.

Jessica Widmer
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Enges Verhältnis: Claudio und Alina Pätz verstehen sich auf und neben dem Curling-Rink blendend. zvg

Enges Verhältnis: Claudio und Alina Pätz verstehen sich auf und neben dem Curling-Rink blendend. zvg

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In drei Tagen werden die Geschwister Pätz gemeinsam ins russische Sotschi reisen, um zum ersten Mal in ihrer noch jungen Curling-Karriere nach Olympia Medaillen zu greifen. «Wir wollen sicher unter die Top 5 kommen. Die Frauen haben da noch höhere Ambitionen, bei ihnen soll es eine Medaille werden», formuliert Claudio Pätz die Ziele der Schweizer Teams. Natürlich ist bei den Geschwistern Curling momentan das Thema Nummer eins – wie auch sonst. «Wir sprechen oft übers Curling. Wenn wir uns sehen, wird zuerst einmal der neuste Klatsch und Tratsch der Curling-Szene ausgetauscht. Danach können wir uns aber auch über alles andere super unterhalten», lacht die 23-jährige Alina Pätz. Die Geschwister verbindet ein enges Verhältnis. Seit Jahren stehen die beiden gemeinsam auf dem Eis. «Wir spielten oft zusammen und gegeneinander. Doch wegen des Altersunterschieds waren wir immer auf unterschiedlichen Stufen», sagt Claudio Pätz.

Ruhe ausstrahlen

Der 26-Jährige und sein Team sind nach dem Europameister-Titel im November in Topform. Der in Uster wohnhafte Curler spielt auf der dritten Position und sieht seine Rolle vor allem darin, Ruhe auszustrahlen. «Sven (Michel, Skip; Anm. d. Red.) ist ein sehr emotionaler Spieler. Ich bin eher der ruhige Typ. So ergänzen wir einander perfekt.» Alina Pätz, die normalerweise Skip des Team Baden Regio ist, reist mit dem Frauen-Team als Ersatzspielerin nach Sotschi. «Für mich ist das kein Problem, da ich von Beginn weg als Ersatz aufgeboten wurde. Ich freue mich einfach, dabei zu sein», sagt sie. Ihre Aufgabe ist es, jede Spielerin ersetzen zu können, das erfordert eine grosse Anpassungsfähigkeit. Doch nicht nur ihre Fähigkeiten auf dem Eis werden im Ernstfall gefragt sein, auch neben dem Eis nimmt Alina Pätz eine wichtige Rolle ein. «Ich werde vor allem dafür sorgen, dass es allen läuft, wenn es darauf ankommt. Ich sehe mich auch ein wenig als Begleitperson. Aber natürlich bin ich stets in alles involviert», so die Personalassistentin.

In Spanien im Trainingslager

Die letzten Tage und Wochen haben das Männer- und Frauen-Team grösstenteils zusammen verbracht. Vor wenigen Tagen kam die Curling-Delegation vom Trainingslager in Spanien zurück. Danach ging es gleich weiter nach Luterbach, wo die Olympia-Delegation eingekleidet wurde. «Beim Fassen der Kleider wurde einem klar, dass es jetzt richtig losgeht», schwärmt Alina Pätz. Heute trifft sich die Delegation in Flims, wo sie noch einige Trainings absolvieren wird, bevor am Mittwoch die Reise nach Sotschi ansteht.

Das gute Gefühl, nicht allein zu sein

Obwohl das Geschwisterpaar zu zweit nach Russland reist, werden sie während der Spiele kaum Zeit miteinander verbringen. «Der Spielplan ist so gelegt, dass die Frauen- und Männer-Teams immer aneinander vorbei spielen. So werden wir uns kaum sehen», sagt Claudio Pätz, «trotzdem ist es schön zu wissen, dass ein Familienmitglied stets in der Nähe ist.» So werden die Geschwister den Olympia-Klatsch und Tratsch erst nach den Spielen austauschen, wenn sie wieder auf Schweizer Boden sind.