Und dennoch war das F1 nah am Erfolg vorbeigeschrammt. In den entscheidenden Momenten versagten aber die Nerven. Der Aufwärtstrend aus den letzten Spielen konnte gegen ein ersatzgeschwächtes Yverdon/Crissier leider nicht bestätigt werden.

Druck machen war heute schwer. Einerseits verteidigte der Gast gut, andererseits standen die Gastgeber zu oft zu nah auf der Verteidigung. Das führte zu wenig Ballfluss - eine alte Krankheit des F1 - und zu vielen Fehlern - ebenfalls ein alter Bekannter. Das Spiel begann aus Sicht des HCDU allerdings gut!

Die erste Auslösung funktionierte perfekt, viel Bewegung im Angriff und ein guter, wenn auch abgewehrter Abschluss von Steffi Dobitz das Resultat. Yverdon konnte 0:2 vorlegen, das F1 aber postwendend nachziehen zum 2:2. Immer wieder legten die Gäste vor und immer wieder schloss das F1 auf. Bis zu 5:6 schien alles in Ordnung, man hatte gute Chancen und hinten stand man gut. Und aus dem Nichts riss der Faden. Plötzlich verlor man im Gegenstoss den Ball, respektive man spielte dem Gegner das Leder direkt in die Hand.

Kam man doch schadlos nach vorne, wurde das Angriffsspiel zusehends statischer. Die Spielerinnen bemerkten das und machten sich selber Druck. Woran man das feststellen konnte? Die Spielerinnen begannen, Einzelkämpferinnen zu werden und gingen in Duelle, die ohne vorgängige Bewegung nicht zu gewinnen waren und konzentrierten sich auf Nebensächlichkeiten.

Die Defensive wankt

Schnelle Abschlüsse ohne vorgängig sauber Druck zu machen also. Notwendig wäre in dieser Phase eine stabile Defensive gewesen, die stand aber plötzlich auch auf tönernen Füssen. Gegenspielerinnen wurden teilweise von drei Verteidigerinnen umringt, aber nicht attackiert. Das Offensive Verteidigungssystem war sehr statisch. Yverdon war zwar ersatzgeschwächt, aber trotzdem routiniert genug, um die sich bietenden Chancen zu packen. Viele einfache Tore für den Gegner, keine für das F1 - wiederum eine logische Folge der 6:11 Rückstand. Nach einem Time Out lief es etwas besser, man konnte bis zur Pause wieder auf drei Tore Differenz und 11:14 aufschliessen.

Nach der Pause konnte Svenja im Tor einige gute Akzente setzen und immer mal wieder Gegenstösse lancieren. Etwas mehr Risiko war der Auftrag, was bedeutete, dass der eine oder andere lange Pass postwendend wieder beim Gegner landete. Immerhin war wieder Pfeffer drin, das F1 konnte das Spiel weitgehend ausgeglichen gestalten und hatte einige Möglichkeiten, den Anschlusstreffer zu erzielen. Dem Gast gelang aber wieder eine Tempoverschärfung, der das F1 nicht gewachsen war.

Der Rückstand wächst an

Der Rückstand des Heimteams wuchs innert weniger Minuten von zwei auf sieben Tore an. Mit Schuld daran waren zu einfache Ballverluste in der Vorwärtsbewegung. In der 50. Minute stand es 14:21. Gegen Thun drehte der HCDU denselben Spielstand noch in ein Unentschieden, gleiches versuchte man heute auch. Yverdon war aber nicht Thun und hielt dagegen. Insbesondere die Torhüterin der Gäste hatte in den letzten zehn Minuten etwas gegen das Aufbäumen des HCDU. Gleich dreimal entschärfte sie einen Wurf einer freistehenden Limmattalerin.

Die gute Nachricht war also, dass sich das F1 sehr gute Chancen erarbeiten konnte. Die schlechte Nachricht war, dass man die Torfrau nicht überwinden konnte. Es blieb schlussendlich bei Resultatkosmetik, das F1 verliert gegen den Tabellenführer mit 18:22. Svenja wehrte in der zweiten Halbzeit alle drei fälligen Siebenmeter ab, wenn auch einen mit Hilfe des Pfostens.

Vierzig Minuten hielt das F1 sehr gut mit, aber zehn schwache Minuten je Halbzeit wusste der heutige Gegner auszunutzen. Die nächsten Spiele gegen Tabellennachbarn müssen wieder Zählbares bringen.