Besonders Pietro Iellamo, der Nachwuchsverantwortliche des FCD, tat sich in dieser Sache hervor. Doch stets erntete er von den umliegenden Vereinen Vorbehalte, dass das grosse Dietikon aus egoistischen Motiven handelt und sämtliche Talente abschöpft, ohne dass die Stammvereine etwas davon haben.

Talenttraining nächsten Mittwoch

Jetzt zäumen die Dietiker das Pferd von hinten auf. Vor längerer Zeit einigte man sich mit den Grasshoppers auf eine Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich, jetzt machen die beiden Vereine ernst. Die Dornau dient als Stützpunkt der Grasshoppers, am kommenden Mittwoch findet das erste Probetraining für Talente im Namen des Grossklubs statt. Nach den Sommerferien wird jeden Mittwoch ein Talenttraining durchgeführt.

Iellamo stellt keinen Zusammenhang zwischen gescheiterten Projekten aus der Vergangenheit und der Zusammenarbeit mit den Stadtzürchern her. «Wir führten Gespräche mit den Grasshoppers und stiessen auf offene Ohren, eine solche Zusammenarbeit ist eine tolle Möglichkeit für uns.»

Iveljs Rückkehr zu GC

Eine Chance, die den Limmattalern keinen direkten finanziellen Vorteil im Sinne einer Beteiligung an der Infrastruktur oder Ähnlichem bringe. Dies bestätigt Mathias Walther, der Nachwuchsverantwortliche bei den Grasshoppers: «Wir bieten dem FC Dietikon Manpower und Know-how.»

Als Beispiel dafür dient das Stage des Dietiker Fanionteam-Trainers Goran Ivelj bei der U21-Equipe des Grossklubs. Das frühere GC-Talent Ivelj, der unter Rolf Fringer mit der 1. Mannschaft Testspiele bestritt, ist während zweier Monate Assistenztrainer von Ranko Jakovljevic (Ex-Aarau).

Er wird für die Mittwochs-Trainings verantwortlich sein und den Grasshoppers gegebenenfalls Empfehlungen für Talente aussprechen. «Das ist eine tolle Aufgabe; ich freue mich, dass GC seine ehemaligen Spieler nicht vergisst», sagt Ivelj, der schnell nachschiebt: «Ich trage den GC-Geist in mir – mein Herz schlägt immer blau-weiss.»

Gegenseitiger Gewinn

Wie sinnvoll ist denn ein Stützpunkt im so Stadt- und Campus-nahen Dietikon überhaupt? Mathias Walther verweist darauf, dass «Dietikon das ganze Limmattal» abdecken soll. Das «Gegengeschäft» für den kleineren Verein in Bezug auf Akteure: «Spieler, die bei GC nicht weiterkommen, sollen zu Dietikon.» Auf die konkrete Frage, was die Grasshoppers sich von der Zusammenarbeit mit den Dietikern versprechen, antwortet Walther: «Talente für Dietikon gewinnen, diese dort super ausbilden und die Besten dann zu GC holen.»

Ob die Zweifel in den umliegenden Vereinen des Bezirks ausgeräumt sind, bleibt offen, ist für den FC Dietikon in dieser Konstellation aber unerheblich. Schliesslich können Junioren respektive Eltern selbst entscheiden, ob sie auf die Dornau zum Talenttraining wollen. Und das ist verlockender als früher, ist das Aushängeschild doch nicht mehr Dietikon oder die Idee einer Regionalauswahl, sondern der Rekordmeister GC.