Ein halbes Dutzend Dietiker stehen im Kreis. Ein Spieler spielt dem nächsten den Ball zu, immer schneller. Dann verfehlt ein Akteur den Ball unvermittelt, dieser rollt vom Trainingsplatz in die Dunkelheit. Gelächter unter den Spielern. Die Stimmung ist auffallend entspannt an diesem Dienstagabend in Dietikon. Von Hektik vier Tage vor dem Start in die Rückrunde keine Spur.

Zuletzt hatten die Dietiker nicht viel zu lachen. Im Cup ist man gegen Ligakonkurrent Höngg ausgeschieden, und in der Meisterschaft hat man in den letzten beiden Runden zweimal verloren. Damit hat sich der Rückstand auf Tabellenführer Team Aargau U-21 auf sieben Punkte vergrössert. In der Winterpause haben die Dietiker reagiert und gleich vier neue Spieler geholt: Torhüter Predrag Pribanovic, Verteidiger Alija Goljica, der offensive Mittelfeldakteur Premton Brahimi und für die Offensive João Paiva. Paiva ist als ehemaliger GC- und Luzern-Spieler wohl der spektakulärste Neuzugang und beweist am Dienstagabend auch seine Torgefährlichkeit, als er im Duell gegen Torhüter Sven Gammel den einen sehenswerten Treffer schiesst. Doch Dietikons Trainer Goran Ivelj warnt vor zu hohen Erwartungen: «Er kann nicht alles allein machen.»

Für Schwung in der Offensive soll ohnehin nicht nur Paiva sorgen, sondern unter anderem auch ein weiterer Neuzugang: Premton Brahimi. Brahimi ist von Kosova II zu den Dietikern gestossen und hat ebenfalls einst bei GC gespielt. Die beiden anderen neuen Spieler, Alija Goljica und Predrag Pribanovic, wollte Ivelj schon in der vergangenen Saison nach Dietikon holen. «Alija ist polyvalent und kann sowohl als Innen- als auch als Aussenverteidiger eingesetzt werden», sagt der Dietiker Trainer. «Und Predrag bringt einen grossen Willen mit, er ist erfolgsorientiert.» Pribanovic vermochte Ivelj insbesondere in der Vorbereitung zu überzeugen, als er mit einigen starken Leistungen gezeigt hat, dass er erfolgsorientiert ist. Nicht zuletzt deswegen wird er am Samstag zum Rückrundenauftakt gegen Schöftland wohl im Tor stehen.

Weniger Abgänge als sonst

Doch der FC Dietikon hat nicht nur neue Spieler ins Limmattal gelockt. Drei Akteure haben den Verein verlassen: Stürmer Alfred und die beiden Verteidiger David Kavka und Zdenek Kucera. Trotz der Abgänge ist Ivelj mit der Transferbilanz zufrieden. «Früher hatten wir in der Winterpause jeweils sieben, acht Abgänge», gibt er zu bedenken. «Diesmal sind es nur wenige gewesen.»

Hinzu kommt, dass mit Dejan Miljkovic immerhin ein Langzeitverletzter wieder ins Kader zurückgekehrt ist. Miljkovic hatte sich das Kreuzband gerissen und war deshalb lange ausgefallen. Auf gutem Weg nach seiner Verletzung ist auch Tiago Ribeiro. «Doch er wird am Samstag wohl nicht spielen können», mutmasst Ivelj. Sicher ausfallen wird dagegen Gianni Biabora. «Bei ihm wird es wohl noch Monate dauern.»

Keine Ambitionen auf den Aufstieg

Doch auch ohne Ribeiro und Biabora stellt Dietikon eine starke Mannschaft. Das hat sich bei den neun Testspielen in der Winterpause gezeigt. Dietikon konnte unter anderem die Erstligisten Muri und Sursee mit 3:2 beziehungsweise 5:2 besiegen. Beim Trainingslager in Portugal konnten die Limmattaler gar gegen Vitória Setúbal antreten, das in der höchsten portugiesischen Liga spielt. Dietikon verlor die Partie gegen den Tabellenelften zwar mit 0:4, war aber durchaus zufrieden mit dem Ergebnis gegen den haushohen Favoriten. Insgesamt konnten die Dietiker fünf ihrer Testspiele gewinnen, das letzte mit 2:0 gegen den FC Freienbach, der ebenfalls in der 2. Liga interregional spielt. Angesichts dieser Bilanz: Wäre es denkbar, dass die Dietiker nochmals angreifen und eine Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze starten? Ivelj zögert. Zwar sei im Fussball alles möglich. «Aber wir haben keinen Druck, nach oben zu kommen», meint er. «Wir wollen zwar wieder in die 1. Liga, aber nicht um jeden Preis.» Wichtiger sei, das Team langfristig aufzubauen.

Die Rückkehr in die 1. Liga könnte im nächsten Jahr ein Thema werden. «Aber wir hatten doch einige Wechsel», sagt Ivelj. Daher ist er überzeugt: «Wir brauchen noch etwas Zeit.»