Beachsoccer
Die Ballzauberer stehen auf dem Prüfstand

In der Schweiz hat Reto Wenger die Nischensportart Beachsoccer salonfähig gemacht. Die Liga zählt zu den besten und attraktivsten weltweit.

Daniel Weissenbrunner
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Schwerstarbeit am Nationalfeiertag: Geburtstagskind Selami Redzepi (l.) bezieht mit Dietikon gegen Biel eine ärgerliche 6:7-Niederlage. DavidJoss

Schwerstarbeit am Nationalfeiertag: Geburtstagskind Selami Redzepi (l.) bezieht mit Dietikon gegen Biel eine ärgerliche 6:7-Niederlage. DavidJoss

In Sichtweite des Beachvolleyball-Stadions stehen der Buckingham-Palast und der Big Ben. Mit seiner zentralen Lage gilt die Arena als einer der spektakulärsten Veranstaltungsorte an den Olympischen Spielen. Die Sandprofis Heyer, Heuscher und Co. erhalten in London die maximale Aufmerksamkeit. Eine Beachtung, von der auch Reto Wenger träumt. Sand ist ebenfalls die bevorzugte Unterlage des Geschäftsführers von Swiss Beach Soccer.

In der Schweiz hat er die Nischensportart, wie er sie selbst bezeichnet, salonfähig gemacht. Die Liga zählt zu den besten und attraktivsten weltweit. Beachsoccer wird mittlerweile in über 80 Ländern gespielt.

Das Treffen mit Joseph Blatter

Dieser Trend lässt Reto Wenger hoffen, dass die Sportart in den entsprechenden Gremien wahrgenommen wird. «Unser Ziel ist es, in vier Jahren an den Olympischen Spielen in Rio Beach Soccer als Demonstrationswettbewerb zu präsentieren.»

Einen wichtigen Fürsprecher haben die Ballkünstler in ihren Reihen. «Fifa-Präsident Joseph Blatter hat mir persönlich zugesichert, dass er sich für eine Aufnahme ins olympische Programm einsetzen werde», erklärt der umtriebige Wenger. Nicht an der Copacabana, sondern an der Jeunes Rives am Neuenburgersee machte die Suzuki Beach Soccer League am Nationalfeiertag Halt.

Mit dabei auch das Team Illyrian Dietikon. Die Limmattaler wollten ihre zuletzt starken Leistungen bestätigen. Das Vorhaben misslang gründlich. Gegen die schwächer eingestuften Bienne Hatches setzte es eine unnötige 6:7-Niederlage ab. Für Selami Redzepi ein Ausrutscher, der doppelt ärgerlich war. Der Präsident, Captain, Trainer und Spieler in Personalunion feierte vorgestern seinen 31. Geburtstag.

Reformen notwendig

Damit das Schweizer Beachsoccer im internationalen Vergleich konkurrenzfähig bleibt, sind Anpassungen nötig. Reto Wenger will die Lage nicht dramatisieren. Er ortet aber Handlungsbedarf. «Der Nachwuchsbereich und die Infrastruktur müssen verbessert werden.» Selami Redzepi schliesst sich dieser Forderung an. Illyrian besitzt keine eigene Trainingsgelegenheit und muss auf den Juchhof in Altstetten ausweichen. «Eine unbefriedigende Situation», sagt das Gründungsmitglied des Klubs.

Für Reto Wenger ist klar: Er will die Weichen stellen, damit die Beachsoccer-Bewegung in der Schweiz nachhaltig gesichert ist. Und: Er ringt um Anerkennung. Ein anschauliches Beispiel lieferte der Event in der Westschweiz. Didier Burkhalter, Neuenburger Bundesrat und selbst begeisterter Fussballer, hielt die 1.-August-Rede nicht vor den Sandkickern, sondern vor der Olympiadelegation mit den Beachvolleyballern im «Swiss House» in London.

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