Fussball
Die Aufstiegsrunde ist das erklärte Ziel der Schlieremer Frauen

Trotz gewichtiger Abgänge setzt sich Schlierens Frauen-Trainer selbst unter Druck. Dominik Stutz freut sich nach ein paar Wochen Pause auf die Arbeit mit dem Team. Der Birmensdorfer will nun in der Vorbereitung grossen Wert auf die Kondition legen

Raphael Biermayr
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Geht es nach Schlieren-Trainer Dominik Stutz (orange Jacke), müssen sich in der kommenden Saison vor allem die Gegner warm anziehen. Bier

Geht es nach Schlieren-Trainer Dominik Stutz (orange Jacke), müssen sich in der kommenden Saison vor allem die Gegner warm anziehen. Bier

Das Hallo fällt besonders freundlich aus. Trainer Dominik Stutz hört sich euphorisch an, als er am Telefon auf die Situation im Team der Schlieremer Frauen angesprochen wird. «Gegen Ende der Saison sehnt man die Pause herbei.

Nach ein paar Wochen hat man genug davon. Da freut man sich wieder auf die Arbeit mit der Mannschaft», schildert der Birmensdorfer seinen Gemütszustand.

Nach bald einem Jahr auf dem Zelgli fühlt sich Stutz deutlich wohler, da sicherer in seinen Einschätzungen. «Ich kenne die meisten anderen Trainer, wir haben ein gutes Einvernehmen», sagt der bald 35-Jährige.

Die Connections ermöglichen ihm, ein Vorhaben aus seinen früheren Vereinen auch in Schlieren einzuführen: «Ein Spiel gegen Jungs.» So werden die Frauen nächstens gegen die vereinseigenen B-Junioren antreten.

Der Grund für diesen Geschlechtervergleich: «Man erhält Grenzen aufgezeigt. Im Pressing und in der Defensivarbeit muss man in jeder Situation Gas geben», erklärt Stutz.

Die dauerhafte Hochtourigkeit gehörte in der vergangenen Spielzeit nicht zu den Stärken Schlierens. Der Motor stotterte oft: Begeisternde Phasen wechselten sich ab mit Minuten des Totalausfalls.

Die althergebrachte Diagnose in solchen Fällen: mangelhafte Kondition. Diese ortete Stutz auch bei den Limmattalerinnen. «Darauf legen wir grossen Wert in der Vorbereitung.» Spielerisch gehörte sein Team zu den besten Equipen.

Der Absteiger von 2012 hatte lange gute Chancen auf das Erreichen der Aufstiegsrunde.

Allerdings hat in der Person von Jessica Berger und Melina Scodeller die Flügelzange das Team in Richtung NLA verlassen, womit eine Menge Kreativität und Skorerpunkte verloren gegangen sind.

Die Neuzugänge Ramona Miotti (Sturm) und Désirée Habermacher (Flügel) sollen helfen, diesen Verlust zu kompensieren.

Wenngleich: Angesichts ihrer Vergangenheit bei einem 1.-Liga-Absteiger (Blue Stars) will Stutz sie sich erst an das höhere Niveau gewöhnen lassen. Das wars mit den definitiven Transfers.

Ein Fragezeichen steht hinter der Verpflichtung einer aktuellen Testspielerin. Damit bleibt, was in Schlieren immer war: ein kleiner Kader.

Denn mit Romana Trajkovska, Marina Radulovic und Rahel Lattmann fehlen drei Akteurinnen noch eine Zeitlang. Patrizia Dreyer ist nach ihrer Knieverletzung erst vor kurzem wieder ins Training zurückkehrt.

Auf dem Torwartposten hoffte man auf eine Rückkehr von Pascal Küffer. Doch die ehemalige Nationalspielerin kann nach ihrer Rückenverletzung noch immer nicht richtig trainieren und würde sich bei einem Comeback wohl den Grasshoppers anschliessen.

Im FCS-Tor ist Christine Schärer dennoch nicht mehr konkurrenzlos: Aus der zweiten Mannschaft, die in die 1. Liga aufgestiegen ist, meldet Sibylle Schmitter Ambitionen an.

«Beide haben ihre Vorzüge», sagt Trainer Stutz, «eine Mischung ergäbe eine sehr starke Torhüterin.» Die Saison beginnt für den FCS am 18. August mit dem Match gegen Absteiger Thun.

Die Berner Oberländerinnen zählen neben Aarau und Lugano erneut zu den Favoriten um einen Platz unter den ersten zwei. Und Schlieren? «Unser Ziel ist die Aufstiegsrunde», sagt Stutz selbstbewusst. Eine Ansage, die nicht nur der aktuellen Anfangseuphorie geschuldet sein soll.