Fussball
Die Aufstellung wird selbst für den Trainer zur Überraschung

Schlierens Frauen bestreiten morgen das letzte Heimspiel der NLB-Saison. Die grosse Frage lautet: Wer wird in der Partie gegen Chênois auf dem Platz stehen?

Raphael Biermayr
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Sanja Mijovic (rechts) ist auf gutem Weg, sich die Torjägerkrone zu schnappen.

Sanja Mijovic (rechts) ist auf gutem Weg, sich die Torjägerkrone zu schnappen.

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Robert Tonic fröstelte es gestern. Das hängt nicht mit dem Fussball, sondern mit der offensichtlich vom Kälteeinbruch überrumpelten Heizungsanlage an seinem Arbeitsplatz zusammen. Doch es gibt durchaus auch sportliche Gründe, die den Trainer der Schlieremerinnen schaudern lassen.

Die Absenzenliste wächst fast mit jedem Tag, mittlerweile umfasse sie gemäss Tonic mehr Namen als die Liste mit den Einsatzfähigen. Kommt erschwerend hinzu, dass die zweite Mannschaft in der 1. Liga gegen den Abstieg kämpft und heute im Tessin antritt – das Fanionteam hilft personell aus. «Ich weiss noch nicht, welche Elf am Sonntag auflaufen wird», sagt Tonic.

Immerhin braucht sich sein Team in der NLB seit längerer Zeit nicht mehr vor der Relegation zu fürchten. Morgen (13 Uhr, Zelgli) verabschiedet es sich mit dem Match gegen Chênois vom heimischen Publikum. Die Chancen auf ein erfolgreiches Schlusskapitel stehen trotz der prekären Situation im Kader nicht schlecht. Die drei bisherigen Heimspiele in der Abstiegspoule haben die Limmattalerinnen alle deutlich gewonnen.

Mijovic soll es richten

Und sie haben mit Sanja Mijovic eine Stürmerin im Kader, die ein grosses persönliches Ziel verfolgt: als erste Frau die Limmattaler Torjägerkrone zu erobern. Mijovic hat gegenwärtig 24 Treffer im Championat erzielt: Sie war nach dem letzten Wochenende im LiZ-Ranking noch mit 23 NLB-Toren geführt, doch in der Partie Mitte April gegen Gambarogno wurde ein Treffer fälschlicherweise nicht ihr, sondern Münevver Akyol zugeschrieben.

Vor zwei Jahren lag die KV-Angestellte schon einmal gut im Rennen, die Torschützenwertung zu gewinnen. Doch nicht zuletzt wegen Verletzungen erzielte sie schliesslich «nur» 20 Treffer, womit sie – gleichauf mit Teamkollegin Jessica Berger – auf Rang 2 hinter Engstringens Patrick Meier landete.

«Auch Sanja konnte in den letzten zwei Wochen kaum trainieren, weil sie angeschlagen ist», sagt Tonic über seine Goalgetterin, «aber sie hat einen solch grossen Willen – sie will unbedingt spielen, Tore schiessen und die Nummer eins sein.» Ob der Novize im Frauenfussball über die laufende Saison hinaus Trainer der Schlieremerinnen bleibt, steht noch aus. Eine Entscheidung werde frühestens in der kommenden Woche fallen.