Es hat nicht sollen sein. Schon wieder nicht. NLB-Klub Schlieren fliegt gegen das oberklassige YB nach einer 2:0-Führung aus dem Schweizer Cup. Der Wendepunkt im gestrigen Spiel war der Anschlusstreffer der Bernerinnen zum 2:1 kurz vor der Pause. Zuvor hatten Margaux Kalberer und Captain Sheila Loosli für Schlieren getroffen. Kalberer kam in der 15.Minute nach einer herrlichen Flanke von Loosli frei per Kopf zum Abschluss – 1:0. Nur vier Minuten später erreichte ein langer Pass die an der Spitze lauernde Loosli. Diese schüttelte ihre Gegnerin mit viel Körpereinsatz ab und verwertete zum 2:0. Schlieren spielte weiter konzentriert und stand kompakt. Nadine Bächler und Isabelle Dreyer machten zusammen mit der Abwehrkette die Räume eng und schafften Überzahl-
situationen im Mittelfeld.

Das täuschte nicht darüber hinweg, dass die Young Boys, welche die NLA-Tabelle nach Verlustpunkten anführen, das Spiel diktierten. Die Bernerinnen tauchten immer öfter vor dem Tor von Pascale Küffer auf. Küffer, die den Strafraum lange Zeit souverän unter Kontrolle hatte, musste sich denn auch in der 42. Minute
von Annina Spahr bezwingen lassen. Würde es Schlieren gelingen, den Vorsprung über die Zeit zu retten? «Ich sagte meinen Spielerinnen in der Pause, dass sie keine Angst vor dem Erfolg haben und nicht nur verteidigen, sondern auch noch angreifen sollen», sagte Schlieren-Trainer Roger Gutweniger nach der Partie. Doch seine Schützlinge zeigten in der zweiten Spielhälfte weniger Mut als vom Coach gefordert. So konnten die Bernerinnen in aller Ruhe ihr Spiel aufziehen. Die 16-jährige Michelle Heule wurde in der Folge zum Schlieremer Albtraum: Sie erzielte in der 63. Spielminute den Ausgleich und wenig später auch gleich den Führungstreffer zum Schlussresultat von 2:3.

Gutweniger liess nun mit drei Stürmerinnen spielen. Doch die Limmattalerinnen schafften die Wende nicht mehr. «Die Enttäuschung ist sehr gross», sagte Captain Loosli nach der Partie, «aber für uns ist die Meisterschaft eigentlich wichtiger.» In der NLB ist der FCS als Leader auf Kurs in Richtung Aufstiegsspiele.