Fussball
Die «Abteilung Attacke» des FC Urdorf brilliert mit Toren

Der FC Urdorf hat dank dem Duo Baumann/Giarrusso wieder eine torgefährliche Offensive. In den letzten zwei Partien traf das Duo nicht weniger als sechsmal. Vor allem die jüngste Entwicklung von Giarrusso überrascht.

Rainer Sommerhalder
Drucken
Teilen
FC Urdorf: Alessandro Stambene scheitert an Torhüter Marcel Aufdermauer

FC Urdorf: Alessandro Stambene scheitert an Torhüter Marcel Aufdermauer

Rainer Sommerhalder

In den letzten Jahren hatte der FC Urdorf ein chronisches Offensivproblem. Tore der früheren Vollblutstürmer mit sensiblem Innenleben – Roman Pfister und später Jean-Bosco Tibiti – entsprangen allzu oft individuellen Exploits. Ein gepflegtes Miteinander in gegnerischer Strafraumnähe hatte Seltenheitswert.

Jetzt – eine Liga tiefer, mit neuem Trainer, neuen Gesichtern und neuer Rollenverteilung – traf die «Abteilung Attacke» zuletzt in zwei Partien sechsmal, wobei sich die beiden Offensivkräfte Michele Giarrusso und Rolando Baumann diese Tore brüderlich teilten.

Miteinander lautet auch das Motto, wenn es um die Entstehung der Urdorfer Treffer geht. Der pfeilschnelle Giarrusso und der technisch starke Rackerer Baumann ergänzen sich in idealer Weise. Giarrusso ist im neuen 4-2-3-1-System von Trainer André Wiederkehr der Winkelried in der Spitze, Baumann der zentrale Mann dahinter, der aber immer wieder ebenfalls ganz vorne im Sturmzentrum auftaucht.

Alessandro Stambene läuft alleine auf Torhüter Marcel Aufdermauer zu...
8 Bilder
... er zieht ab und ...
... scheitert am Torhüter
Rolando Baumann mit zwei Toren gegen Wollerau.
Michele Giarrusso lässt mit einer Finte den Gegner ins Leere laufen.
Alessandro Stambene brilliert auch mit seiner Frisur...
Bruno Frei - als Aussenverteidiger ein sicherer Wert.
Aleksandar Cajic fängt als "Scheibenwischer" im defensiven Mittelfeld viele Bälle ab.

Alessandro Stambene läuft alleine auf Torhüter Marcel Aufdermauer zu...

Rainer Sommerhalder

Erstaunlich auch die jeweilige Entwicklung zum Torjäger. Michele Giarrusso spielte bis im Winter noch in der 5. Liga, wechselte auf die Rückrunde zu den «Stieren» und stieg mit diesen ab. Ein Torerfolg gelang dem Altstetter mit italienischem Blut dabei nicht. «In der 3. Liga ist das Toreschiessen sicher einfacher», sagt Giarrusso, der hohe Ansprüche an sich und das Team hat. «Wir wollen wieder in die 2. Liga aufsteigen und ich will so viele Kisten wie möglich schiessen». Zusammen mit dem Treffer im Zürcher Cup steht der 21-Jährige in vier Partien bei eben so vielen persönlichen Erfolgserlebnissen. Als Stärke bezeichnet er neben seiner Schnelligkeit die Schusskraft. Diese stellte er beim 5:2-Erfolg gegen Wollerau am Samstag mit dem wunderbaren Weitschuss zum 2:0 unter Beweis. «Mit seiner Schnelligkeit ist er offensiv eine gefährliche Waffe», sagt Trainer André Wiederkehr über ihn.

Seit Jahren ein sicherer Wert im Dress der «Stiere» ist der 33-jährige Rolando Baumann. Der Argentinier mit Schweizer Grosseltern blieb den Urdorfern trotz Angeboten von Blue Stars und Bülach auch nach dem Abstieg treu. «Ich wohne ja quasi neben dem Chlösterli», lautet seine simple Begründung. In der neuen Saison hat Baumann, der 2005 nach fussballerischen Stationen in der Heimat und in Paraguay in die Schweiz kam, eine offensivere Rolle. «Er ist ein ganz wichtiges Mosaikteil in unserer Mannschaft. Wenn er ausfällt, spüren wir dies ziemlich stark», sagt sein Trainer und hebt Baumanns Technik und Ballbeherrschung hervor.

Aktuelle Nachrichten