Eishockey
Dicke Luft bei den Limmattal Wings vor dem dritten Derby

«So macht es keinen Spass.» Mike Weiss ist enttäuscht. Enttäuscht von seinen Spielern, enttäuscht aber auch vom Lokalrivalen Urdorf. Der Präsident und Trainer der Limmattal Wings schaut dem ersten Masterround-Derby der Geschichte von morgen (20 Uhr, Weihermatt) mit Groll entgegen.

Raphael Biermayr
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«So macht es keinen Spass.» Mike Weiss ist enttäuscht. Enttäuscht von seinen Spielern, enttäuscht aber auch vom Lokalrivalen Urdorf. Der Präsident und Trainer der Limmattal Wings schaut dem ersten Masterround-Derby der Geschichte von morgen (20 Uhr, Weihermatt) mit Groll entgegen.

Ihm fehlen zusätzlich zu den Langzeitverletzten mit Hani Weber, Nicolas Gamper, Dino Boner und Lolo Bertschmann vier Stammspieler abwesend. Für den dünnen Kader der Wings kommt das einem Aderlass gleich. Es droht ein Debakel. Im letzten Derby fehlten den Wings weniger Spieler - es setzte eine 1:8-Packung ab. Den EHCU trifft Weiss' Zorn wegen der Ansetzung der Partie auf 20 Uhr. «Hätten wir am Nachmittag oder unter der Woche gespielt, hätte ich einige Spieler mehr zur Verfügung gehabt. Aber es mangelt Urdorf halt an Flexibilität.»

«Kein böser Wille»

Diesem Vorwurf begegnet Dani Hüni mit schlüssigen Gegenargumenten. Der Urdorf-Trainer, der zuvor die Wings coachte und keinen Hehl aus seinen Sympathien für sein Ex-Team macht, stellt klar: «Wir hatten keine andere Möglichkeit. Am Nachmittag spielen Junioren, deren Spiele man nicht einfach auf so spät verschieben kann. Sonst war an diesem Wochenende kein Eis frei.» Unter der Woche hätte der Verein ebenso wenig Möglichkeiten.

Hüni selbst habe die Option einer Verlegung um drei Wochen ins Auge gefasst, um dadurch mehr Zeit für Schonung seiner angeschlagenen Akteure zu haben. «Doch erstens ist die Reihenfolge der Spiele vom Verband vorgegeben, und zweitens muss die Masterround binnen drei Wochen zu Ende gespielt sein», erklärt er, und fügt hinzu: «Man kann wirklich nicht von bösem Willen unsererseits sprechen.»
Hüni glaubt nicht, dass die Partie zum Selbstläufer wird, nicht nur wegen der ebenfalls langen Liste von Abwesenden infolge Verletzungen auf seiner Seite. «Ich kenne die Wings. Die sind topmotiviert und werden uns mehr Probleme bereiten als das letzte Mal. Damals hatten wir einen super Tag, während sie einen schlechten einzogen - darauf kann man sich kein zweites Mal verlassen.»

Hünis Worte in Ehren - die Ausgangslage ist für die Wings prekär. Hinten, weil mit Boner und Bertschmann zwei erfahrene Verteidiger fehlen. Vorne, weil Gruppen-Topskorer Cyrill Hruby ohne seinen Intimus Hani Weber oft nur ein Schatten seiner selbst ist. Weber selbst - er feiert morgen in Sölden seinen 43. Geburtstag - ist die Nummer 5 der Skorerliste, mit Gamper fehlt ausserdem die Nummer 11. Bei Letzterem bestehe gemäss Trainer Weiss eine leise Hoffnung, dass er doch dabei sein könne. So oder so ist er auf Ergänzung aus der zweiten Mannschaft angewiesen. «Mit weniger als zehn Feldspielern würden wir gar nicht erst antreten», sagt Weiss.

Unter diesen Voraussetzungen wäre im 16. Derby der Neuzeit alles andere als ein klarer Sieg für Urdorf eine dicke Überraschung. Den «Stieren» winkt damit die Chance, als Erster der beiden Rivalen vier Partien in Folge zu gewinnen.