Fussball
Derby zwischen Schlieren und Birmensdorf endet mit 1:1 und Streit

Das Spiel zwischen Schlieren und Birmensdorf am Sonntag war wenige Augenblicke alt, als die Situation aus dem Ruder lief: Schlierens Souhel Muhi-Eddine sagte mehrfach den Ausspruch «zum Glück nicht gegen diese Bauern verloren», was zum Streit führte.

Raphael Biermayr
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Schlierens Giuseppe Sorrentino im Abschluss
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Schlierens Pierre Gattiker (in Gelb) gegen Marc Füglistaller
Derby zwischen Schlieren und Birmensdorf endet mit 1:1 und einem Streit.
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Schlierens Giuseppe Sorrentino im Abschluss

Raphael Biermayr

Einig waren sich die beiden Lager in einem Punkt: Das war nicht nötig. Das Spitzenspiel zwischen Schlieren und Birmensdorf am Sonntag war wenige Augenblicke alt, als die Situation aus dem Ruder lief: Schlierens Souhel Muhi-Eddine wiederholte mehrfach auf seinem langen Weg zur Ersatzbank den Ausspruch, dass man «zum Glück nicht gegen diese Bauern verloren» habe.

FCB-Trainer Fabio Stiz liess sich provozieren, schritt auf Muhi-Eddine zu, baute sich vor ihm auf und ging einen Disput mit ihm ein. «Ich sagte ihm, er solle erst einmal lernen, Fussball zu spielen», sagte Stiz. Muhi-Eddine sagt, er hätte verstanden, dass Schlieren lernen sollte, Fussball zu spielen.

Kaum hatte die verbale Auseinandersetzung begonnen, kam aus dem Hintergrund Pierre Gattiker dazu, schubste Stiz und brachte den sichtbar Überrumpelten damit zu Fall. Daraufhin schalteten sich Exponenten beider Teams ein, es kam zu einer Rudelbildung.

Schliesslich beruhigte sich die Situation, einige - allen voran Schlierens Claudio Studer und Birmensdorfs Bruno Da Costa - taten sich als Schlichter hervor. Die Situation endete mit dem fast kitschigen Bild von den sich in den Armen liegenden FCS-Torjäger Giuseppe Sorrentino und Fabio Stiz.

Für Minne war es gleichwohl zu spät. Stiz war schockiert von dem Vorkommnis. «Das ist ein unglaubliches Verhalten, das vonseiten des andern Vereins erst noch toleriert wird - so etwas würde es bei mir nie geben. Ich verlange, dass Schlieren Sanktionen gegen Gattiker ergreift, andernfalls überlege ich mir gewisse Schritte.»

Was Stiz ebenfalls irritierte: «Nach dem Match hat sich nur Antonio Caputo entschuldigt - sonst keiner: kein Studer, kein Präsi, niemand. Caputo war ohnehin der Einzige, der sich professionell verhalten hat.» Das sagte Stiz ihm später am Tag auch am Telefon.

«Ein solches Verhalten geht einfach nicht»

Für Caputo war die Affiche der Partie ohnehin emotional gewesen, traf er doch auf sein Ex-Team, das er wegen der Verpflichtung von Stiz schweren Herzens hatte abgeben müssen. Der Co-Trainer und Sportchef in Personalunion habe die Szene nicht beobachtet. Der Einschätzung des Gehörten nach zu urteilen, sagte er: «Ein solches Verhalten geht einfach nicht. Wir müssen immer Stil und Respekt gegenüber dem Gegner wahren, unser Verhalten verbessern. Daran arbeiten wir.»

Sanktionen gegen Gattiker erwäge er keine. «Er hat sich dem Trainerstab gegenüber entschuldigt.» Caputo will darüber hinaus festhalten, dass «wir nicht einfach die Bösen und waren und die anderen die Engel.» Das Verhalten von Stiz nach Muhi-Eddines verbaler Provokation kann er nicht nachvollziehen: «Ein Trainer muss sich im Griff haben», stellt er klar.

Diese Ansicht teilte auch Pierre Gattiker, der gestern am Telefon Auskunft gegenüber dieser Zeitung gab. Dennoch wollte der als Heisssporn bekannte Verteidiger sein Verhalten nicht billigen: «Ich ging zu weit, das war unnötig, Emotionen gehören aufs Feld.» Bevor er sich mit Stiz in Verbindung setzen würde, wolle er sich zuerst mit dem eigenen Verein besprechen. Das sei nach dem Spiel nicht erfolgt, weil er arbeiten gemusst hätte und anschliessend nach Grindelwald gefahren sei.

Konsequenzen zu erwarten hat Gattiker möglicherweise von Verbandsseite. Wie Fabio Stiz vom Schiedsrichterinspizienten erfahren habe, würde dieser einen Bericht
verfassen.