Ironman
Der Urdorfer Jürg Mallepell blickt auf eine erfolgreiche Saison zurück

Nach einer langen Saison, für Jürg Mallepell laut eigenen Aussagen die beste überhaupt, hat der Urdorfer sich eine Pause verordnet. Nächstes Jahr will er ein bisschen herunterfahren, um 2018 wieder voll anzugreifen.

Michel Sutter
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Die Belastung der drei Marathons in diesem Jahr spürt Mallepell nicht.

Die Belastung der drei Marathons in diesem Jahr spürt Mallepell nicht.

Ein bisschen Krafttraining, ein bisschen schwimmen. Mehr will Jürg Mallepell derzeit nicht machen. „Aufs Velo steige ich noch nicht“, sagt der Urdorfer, „und laufen will ich auch noch nicht.“ Der 62-Jährige hat sich selbst eine Pause verordnet, um sich zu erholen.

Erholung, die sich Mallepell verdient hat nach einer für ihn langen Saison, die für ihn laut eigenen Aussagen die beste überhaupt gewesen ist. Drei Ironman hat der Urdorfer in diesem Jahr bestritten: in Frankfurt, Zürich und zuletzt auf Hawaii. In Frankfurt wurde er Siebter, in Zürich gewann er sogar in seiner Altersklasse. Doch sein Auftritt auf Hawaii, wo er bei den 60- bis 64-Jährigen am Schluss als bester männlicher Schweizer Teilnehmer Vierter wurde, hat ihn am meisten gefreut – auch weil er, wie schon im vergangenen Jahr, mit Problemen zu kämpfen hatte. „Ich lag vor dem Marathon auf dem dritten Platz“, erinnert er sich. „Ich fühlte mich gut, auch beim Wechsel auf den Highway. Doch das ständige Bergauf und Bergab bekam meiner rechten Leiste nicht gut. Ich verspürte einen stechenden Schmerz, von dem ich nicht wusste, ob er von einer Verletzung herrührte.“ Mallepell musste ab dem 25. Kilometer einige Gehpausen einlegen. Dadurch büsste er seinen dritten Platz ein, konnte aber verhindern, dass er noch weiter zurückfiel. „Ich kämpfte mich durch und erreichte nach elf Stunden und sechs Minuten das Ziel“, sagt er. „Eigentlich wollte ich den Ironman in einer Zeit unter elf Stunden absolvieren, denn ich weiss, dass ich beim Laufen noch mehr herausholen kann.“ Dieses Ziel habe er zwar verpasst. „Aber ich bin sehr zufrieden angesichts der Umstände und im Vergleich zum vergangenen Jahr.“ 2015 hatte Mallepell zusätzlich mit Blasen an den Füssen zu kämpfen und fühlte sich viel schlechter. Diesmal habe er „nur“ einen Muskelkater gehabt: „Am zweiten Tag, aber das ist normal.“ Und der stechende Schmerz, den er verspürt hat? „Wenn ich normal gehe, merke ich nichts“, sagt Mallepell. Zum Arzt sei er deswegen nicht gegangen.

Mit Frankfurt, Zürich und Hawaii hat Mallepell in diesem Jahr an mehr Ironman teilgenommen als in den Jahren zuvor. Eigentlich wollte er dieses Jahr nur in Frankfurt starten und damit seiner eigenen Regel folgen, nicht mehr als einen Ironman pro Jahr zu absolvieren. „Aber dann habe ich meine Ernährung auf Hydrogel umgestellt und wollte das beim Ironman in Zürich testen. Dort habe ich dann völlig überraschend gewonnen“, sagt Mallepell. „Und so bin ich dann doch nach Hawaii gereist.“

Die Belastung der drei Marathons in diesem Jahr spürt Mallepell nicht. Er habe sich schon auf Hawaii nach dem Marathon gut erholen können. „Wir sind noch eine Woche dort geblieben“, erzählt er. „Müde war ich da nicht mehr.“

Trotzdem will er nächstes Jahr ein bisschen runterfahren und sich wieder auf einen Ironman beschränken. „Das wird vermutlich derjenige in Klagenfurt sein.“ Womöglich startet er auch noch am Dietiker Silvesterlauf, aber das ist noch nicht sicher.

2018 will Mallepell die Pace erhöhen. Und 2019 schliesslich möchte er einen erneuten Anlauf beim Ironman auf Hawaii nehmen – in einer höheren Alterskategorie. „Ich werde dann wieder der Jüngste in meiner Kategorie sein“, sagt er und fügt hinzu: „Marathon ist die einzige Disziplin, bei der man sich freut, wenn man älter wird.“

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