Am Ende wurde es dann doch noch brutal für Schlieren an diesem Sonntagmittag vor eigenem Publikum. In den letzten Minuten des Spiels gegen Oetwil-Geroldswil fingen sie sich zwei Treffer ein, Raul Marcella und Daniel Marquart hatten für die Gäste getroffen. 0:5 lautete damit das aus Schlieremer Sicht deprimierende Ergebnis. «Das ist eine herbe Niederlage», gestand Schlierens Torhüter Marco Amore.

Ihm hatten es die Schlieremer zu verdanken, dass sie nicht noch höher verloren hatten. Amore rettete vor allem in der zweiten Halbzeit immer wieder gegen die munter nach vorne spielenden Gäste, die schon in der ersten Hälfte einen nummerischen Vorteil bekommen hatten: Nach nicht mal 20 Minuten hatte sich Schlierens Verteidiger Raphael Drobi als letzter Mann ein Foul an der Strafraumgrenze geleistet. Dem Schiedsrichter blieb keine andere Wahl, als ihn vom Platz zu stellen. «Die rote Karte war berechtigt», meinte Amore, und auch Schlierens Trainer Luigi Bello schloss sich dieser Einschätzung an. Den anschliessenden Freistoss zirkelte Emanuele Kälin in die linke Ecke – 1:0 für Oetwil-Geroldswil.

Danach nutzten die Gäste ihre Überzahl und erspielten sich immer wieder gute Torchancen. Nach einer halben Stunde wurden sie für ihre Bemühungen belohnt. Christian Geiger verwertete einen Abpraller zum 2:0. «Sehr wichtig war aber das 3:0», meinte der Torschütze. Der dritte Treffer für Oetwil-Geroldswil, den Geiger nach 50 Minuten mit einem Querpass auf Torschütze Luca Kälin selbst vorbereitet hatte, bedeutete tatsächlich die Vorentscheidung in diesem unterhaltsamen Spiel, in dem Schlieren den Gästen zwar Paroli bot, aber nie wirklich gefährden konnte. Am gefährlichsten war noch Salvatore Lombardos Pfostenschuss kurz vor dem Halbzeitpfiff, aber ansonsten blieben die Hausherren offensiv weitgehend harmlos. «Wir konnten phasenweise gut mithalten», befand Amore, «haben aber zu viele Fehler gemacht. So gesehen geht das Resultat auch in dieser Höhe in Ordnung.»

Harter Derbykampf zwischen den beiden Mannschaften.

Harter Derbykampf zwischen den beiden Mannschaften.

Zumal Oetwil-Geroldswil in der Person von Emanuele Kälin nach einer Viertelstunde den Pfosten getroffen hatte und in der zweiten Hälfte gleich mehrere hervorragende Torchancen vergab. «Wir hätten noch höher gewinnen müssen», sagte Geiger dazu. Trainer Jean Marie Broggi war jedoch zufrieden mit dem Ergebnis. «In einer solchen Partie muss man Geduld haben», sagte er und fügte hinzu: «Schlieren steht zwar am Tabellenende, hat aber jedes Wochenende eine andere Mannschaft, und so weiss man nie, was einen erwartet.»

Auch gestern Sonntag hatten sich die Schlieremer mit zwei Spielern der ersten Mannschaft verstärkt. Der erhoffte Effekt blieb jedoch aus. «Nach der roten Karte hatten wir einen Einbruch», stellte Bello fest. «Die Laufbereitschaft hat gefehlt, und wir haben uns nicht gegenseitig motiviert. Das ist eine klare Kopfsache, denn man kann auch zu zehnt kämpfen.» Bello, der die Mannschaft erst zu Beginn der Rückrunde übernommen hat, beklagte auch die Umstellungen im Team: «Im Vergleich zu Saisonbeginn gab es einige Abgänge, und diese sind nur schwer zu kompensieren.» So konnten die Schlieremer gegen Oetwil-Geroldswil mit nur einem einzigen Ersatzspieler antreten. «Wir müssen halt das Beste aus der Situation machen», meinte Bello.

Schlieren in einer Negativspirale

Das wäre im Fall von Schlieren, das als Ranglistenschlusslicht vier Punkte Rückstand auf den Tabellenvorletzten Engstringen hat, eindeutig der Klassenerhalt. Doch wie wollen die Schlieremer, die sich mit nunmehr drei Niederlagen in der Rückrunde schon wieder in einer Negativspirale befinden, die Wende schaffen? «Wir müssen uns gegenseitig motivieren», meinte Amore. «Und wir dürfen uns nicht unter Druck setzen lassen. Wir müssen die Tabelle ausblenden.» Und Trainer Bello erinnerte daran, dass «noch nichts verloren» sei: «Wir müssen jetzt eben kämpfen.»

Am nächsten Sonntag geht der Kampf für die Schlieremer gegen die Blue Stars weiter. Gleichzeitig werden sie dann wohl Oetwil-Geroldswil die Daumen drücken, dass Engstringen zum nächsten Limmattaler Derby empfängt.