Kurz nach der Beachvolleyball-EM in Klagenfurt fliegen auch in der Schweiz wieder die Bälle über das Netz – in der Urdorfer Weihermatt. An der B1 Beach Tour mit dabei ist auch Kay-Yasmin Schmid aus Oberengstringen. Für die 30-Jährige gilt es, Punkte zu sammeln, um sich für die Schweizer Meisterschaften zu qualifizieren.

Dieses Ziel liegt für Schmid und ihre Partnerin Simone Vetter nach wie vor in Reichweite. Dass die ehemalige Leistungssportlerin aber überhaupt zum Beachvolleyball gefunden hat, hätte sie selber nie gedacht. «Volleyball war für mich immer ein Mädchen-Sport, das wollte ich eigentlich nie machen», so die Limmattalerin. Doch hat sie ihren Weg gemacht – und es folgte eine ziemlich steile, aber auch steinige Karriere.

Erst mit 15 Jahren kam sie von der Leichtathletik zum Volleyball und setzte sich sogleich durch. Schon ein Jahr später schaffte Schmid den Sprung in die NLB. «Wenn ich schon anfange, dann wollte ich auch in die erste Mannschaft. Ganz oder gar nicht», sagt die ehrgeizige Personal Trainerin. Mit 17 wechselte die Senkrechtstarterin zudem auf den Sand. Und bereits mit 19 Jahren holte sie sich an der U21-Schweizer Meisterschaft die Silber-Medaille.

Aufgeben kam nie infrage

Der Weg stand ihr offen. Die 30-Jährige war qualifiziert für die U21-WM sowie die U19-EM. Dann aber kam der erste Rückschlag – und es sollten noch zahlreiche folgen. Eine Schulter-Verletzung brachte die ambitionierte Athletin fast 1,5 Jahre aus dem Konzept. Doch aufgeben kam nie infrage. Vor zwei Jahren musste sie dann aber ein wenig zurückstufen. «Der Ehrgeiz war immer da, nur machte der Körper nicht mehr mit», erklärt Schmid. Deshalb spielt sie meistens nur noch B1-Turniere. Zum Spass? «Es ist schon noch ein wenig mehr als Plausch», meint die Limmattalerin schmunzelnd.

Karrierehöhepunkt Gstaad

Mittlerweile hat Schmid zwölf Operationen hinter sich. Doch gab es in ihrer Karriere durchaus Höhepunkte. «Mein Highlight war die Teilnahme am Turnier in Gstaad. Ich denke, für jeden Beachvolleyballer ist es das Grösste, einmal dort gespielt zu haben», erläutert sie zufrieden. Im Weiteren hat sie auch an Turnieren im Zürcher HB und auf dem Basler Barfüsserplatz teilgenommen.

Jedes Wochenende ein Turnier

Nun trainiert Schmid nicht mehr so viel. «Trainings habe ich keine mehr», gibt sie lachend zu. «Aber ich nehme jedes Wochenende an mindestens einem Turnier teil.» Deshalb sei auch der Stellenwert vom Beachvolleyball noch hoch. Das aktuelle Geschehen verfolge sie des Öfteren. «Es ist spannend zu sehen, was drin gelegen wäre», räumt die Limmattalerin ein, die zu Beginn ihrer Karriere mit den aktuellen Europameisterinnen trainiert hat. Doch hat die ganze Sache auch etwas Gutes. Derweil hat Schmid ein Standbein im Beruf als Personal Trainerin und Betriebsleiterin gefunden. «Wenn ich immer unterwegs gewesen wäre, hätte ich meinen Traumjob wohl nie gefunden», so die 30-Jährige.

Eigenes Kleiderlabel

Neben Arbeit und Beachvolley scheint kaum Zeit für Hobbies. Doch liess es sich Schmid nicht nehmen, ihr eigenes Kleider-Label «Byych Babes» – Sportbekleidung für Frauen – auf die Beine zu stellen. Der Ehrgeiz bleibt – auf und neben dem Platz.