Unihockey
Der Statistik getrotzt und gewonnen

Dank einem 8:7-Sieg sicherte sich Limmattal vorzeitig den Verbleib in der 2. Liga.

Tobias Marti
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Limmattaler Zeitung

«Wir sind grün im Teletext!», freuten sich die Limmattaler nach dem Sieg gegen den UHC Lenzburg über die Resultatsmeldung aus Moosseedorf. Bis die aktuelle Sport-Modefarbe im Limmattal Einzug hielt, erlebten die Limmattaler Akteure und Zuschauer allerdings ein Wechselbad der Gefühle.

Der Start ins Spiel gegen Lenzburg gelang UHL nach Wunsch. Bereits in der zweiten Minute traf Joël Wuillemin zum 1:0 für das Heimteam. Und auch durch den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gäste (5.) liessen sich die Limmattaler nicht verunsichern. Kurz vor der ersten Pause sorgten Cyril Bouquet und Roger David dafür, dass UHL mit einem 3:1-Vorsprung in die erste Pause gehen konnte. Als Remo Badertscher zu Beginn des Mitteldrittels gar zum 4:1 für die Limmattaler traf, schien das Team von Trainerin Jasmin Wani auf dem besten Weg, den Abend erfolgreich zu gestalten.

Sorgen nach Mitteldrittel

Lenzburg reagierte auf den Rückstand mit einer Tempoverschärfung und suchte vermehrt die Zweikämpfe. Und wie schon so oft in dieser Saison zeigten die Limmattaler, dass sie in Vorsprung liegend Mühe bekunden, den Gegner und zeitweise auch sich selbst unter Kontrolle zu halten. UHL liess sich durch den Umstand, dass die Schiedsrichter die ruppiger werdende Gangart der Lenzburger tolerierten, so weit aus der Ruhe bringen, dass letztlich nur Limmattaler Akteure auf die Strafbank wanderten. Und Lenzburg benötigte noch nicht einmal einen Erfolg im Powerplay, um zurück ins Spiel zu finden. Kobel traf zweimal aus kürzester Distanz (28./34.) und verkürzte so bis zur zweiten Pause auf 4:3.

UHL lag zwar nach wie vor in Front. Aber angesichts des rasch schmelzenden Vorsprungs und der Tatsache, dass UHL das für sie so schicksalsträchtige Mitteldrittel (kein Sieg nach nicht gewonnenem Mittelabschnitt) mit 1:2 verlor, machte sich Sorge breit. Diese Befürchtungen waren im Schlussdrittel aber rasch wieder verflogen. Denn Lorenz Kern und Luca Hänni sorgten mit einem Doppelschlag gleich zu Beginn des Schlussabschnitts erneut für eine Dreitoreführung für das Heimteam. War dieses 6:3 bereits die Vorentscheidung? Denkste! Nach dem Nachlassen der Limmattaler im Mitteldrittel glaubte Lenzburg nach wie vor an seine Chance und gab nun Vollgas. Mit Erfolg: Unter zum Teil gütiger Mithilfe der Limmattaler gelangen Lenzburg vier Tore innert einer Viertelstunde. Die Gäste gingen knapp drei Minuten vor dem Ende tatsächlich mit 7:6 in Front. War dies nun die Entscheidung? Weit gefehlt!

Versöhnlicher Saisonabschluss

Als letztes Mittel ersetzte UHL-Coach Wani in den Schlussminuten Goalie Marti durch einen sechsten Feldspieler. Und was selten gut geht, wurde für einmal belohnt: Mit einem seiner gefürchteten Weitschüsse traf Hänni 59 Sekunden vor Schluss zum umjubelten 7:7-Ausgleich. Es kam zur Verlängerung und in dieser wurde Luca Hänni endgültig zum Limmattaler Helden. Im Forechecking schnappte er dem hintersten Lenzburger den Ball vom Stock und versenkte diesen eiskalt zum 8:7-Siegestreffer im Lenzburger Tor. Nach diesem Sieg in extremis ist es klar: UHL spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Liga. In den zwei verbleibenden Spielen geht es für die Mannschaft nur noch darum, die verkorkste Saison mit einem Platz in der vorderen Tabellenhälfte und damit zumindest einigermassen versöhnlich abzuschliessen.