Ein Zehntel oder 0,1 Punkte. So wenig gab den Ausschlag zugunsten von Mika Hodel, als er vor drei Wochen in Willisau den Titel als Schweizer Meister im Geräteturnen holte. Den Vorsprung auf seinen Gegner holte der 18-Jährige am Boden heraus. Und das, obwohl er sich dort nicht so stark einschätzt. «Eigentlich ist ja der Barren mein bestes Gerät», sagt Hodel und lacht.

An den anderen Geräten hatten Hodel und sein grösster Kontrahent, Pascal Müller aus Wettingen, jeweils die gleichen Noten geholt. Zusammen mit der Bodenübung, an der Hodel die Note 9.4 holte, erreichte er die Gesamtpunktzahl von 47.30 – oder eben 0,1 Punkte mehr als Pascal Müller. «Ein Zehntel Punkte – das war natürlich sehr eng», gibt Hodel zu. Umso mehr freute er sich an der Siegerehrung über seine Goldmedaille.

Durch seine gute Leistung qualifizierte sich Hodel zusammen mit Remo Müller, einem Teamkollegen vom TV Weiningen, dann auch noch für das Team «Zürich». Die beiden durften kurz nach der Schweizer Meisterschaft im Team-Wettkampf ihr Können gleich nochmals unter Beweis stellen. Hodel wurde nominiert für das Team Zürich in der Kategorie A und Müller durfte für das Team Zürich in der Kategorie B starten. Das Team Zürich B mit Remo Müller erreichte den guten achten Schlussrang. Das Team Zürich A um Mika Hodel zeigte wiederum einen ausgezeichneten Wettkampf und erreichte so die Bronzemedaille für den Kanton Zürich. Ein weiteres starkes Resultat an diesem Wochenende.

Doch mehr Bedeutung hat für Hodel natürlich der Titel im Einzel an der Schweizer Meisterschaft. Dass er Gold holen würde, hatte Mika Hodel nicht erwartet. «Ich hatte mir angesichts meiner Saisonleistungen einen Rang unter den ersten drei erhofft», verrät er. Ein ehrgeiziges Ziel, angesichts der Tatsache, dass Hodel noch zu Beginn des Jahres 30 Stunden pro Woche ins Kunstturnen investiert hat. «Ich war allerdings oft verletzt und musste wegen einer Verletzung auch mit dem Kunstturnen aufhören», erklärt Hodel.

Kunstturnen abgehakt

Obwohl es ihn immer noch reizt, hat Hodel das Kunstturnen inzwischen abgehakt. So kam sein Wechsel zum Geräteturnen zustande. «Meine Eltern hatten mich schon früher in die Geräteturnhalle mitgenommen», erinnert sich der Gymnasiast. Damit hatte der 18-Jährige schon einen Bezug zu den Geräten. Allerdings sei der Wechsel vom Kunst- zum Geräteturnen nicht ganz einfach gewesen. «Die Umstellung war schon gross», erinnert er sich. Dass er nun in seiner Kategorie gleich den nationalen Meistertitel gewonnen hat, ist eine positive Überraschung.

Ab nächstem Jahr muss der 18-Jährige nun eine Kategorie höher turnen. «Das ist so vorgegeben», erklärt Hodel. Die Kategorie 7 sei die Königsdisziplin. «Dort würde ich gerne auch mal einen Titel holen.» Ob das im nächsten Jahr schon der Fall sein wird, bezweifelt er allerdings. Denn das Niveau ist im Vergleich zur Kategorie 6 nochmals höher. «Da will ich einfach versuchen, möglichst weit zu kommen», sagt er bescheiden. «Aber ich freue mich darauf, auf einem schwierigeren Niveau turnen zu können.»