Weltmeister-Titel, EM-Medaillen, gar ein zweiter Platz 1988 in Calgary, als Curling noch nicht olympisch war. Neben den internationalen Erfolgen ist ihnen allen eines gemeinsam: Sie machten ihre ersten Schritte auf dem Glatteis in der 1966 eröffneten Urdorfer Halle. Die jüngsten Erfolge von Schweizer Teams mit Limmattaler Beteiligung liegen erst zwei Jahre zurück. 2012 gewann das Davoser Team von Skip Mirjam Ott WM-Gold.

Mit dabei damals: Carmen Schäfer (33), Janine Greiner (33) und als Ersatz die aufstrebende Alina Pätz (24). Als im vergangenen Winter an den Olympischen Spielen in Sotschi nur Rang vier herausschaute, löste Ott ihr Team auf. In der Folge heuerte Pätz bei Baden Regio (mit Coach Mirjam Ott) als Skip an und bestreitet dieser Tage die EM-Trials. Janine Greiner schaltete eine Pause vom Curling ein, und Carmen Schäfer zog sich ganz aus der Öffentlichkeit zurück, meldet sich auch auf Interviewanfragen nicht mehr.

 Der Spass steht im Vordergrund

Bei den Männern sorgte vor allem Hansjörg Lips für Furore. Die «Tage von Calgary» sind zwar über 26 Jahre her. Im Gedächtnis haften geblieben sind sie trotzdem. Als Skip führte der ehemalige Weihermatt-Junior das Schweizer Team zu Silber. Pech nur, dass damals im Jahr 1988 Curling noch nicht olympische Sportart war. Erst zehn Jahre später war Curling olympisch – und wieder war die Schweiz ganz vorne dabei: Gold in Nagano durch Patrick Hürlimanns Lausanner Crew.

Philipp Locher ist seit nunmehr 31 Jahren umtriebiger Präsident der Limmattaler Curler. Erst beim CC Schlieren, nach der Fusion mit den Urdorfern im Jahr 1999 beim CC Limmattal. Für ihn gibt es einen klaren Grund für die Tatsache, dass immer wieder junge Talente von der Urdorfer Halle aus die grosser Curlingwelt erobern. «Für uns steht beim Nachwuchs in erster Linie die Freude des Kindes am Sport im Vordergrund. Wir lassen die Jungen vor allem spielen, spielen, spielen.»

Die Kleinen sind die Grössten

Es werde nicht «gedrillt», sondern vorbildlich und fokussiert mit den Nachwuchs-Sportlern gearbeitet. «Wenn sich dann mit der Zeit herauskristallisiert, dass ein Mädchen oder ein Junge besonders talentiert ist, dann bieten wir natürlich zusätzliche Trainings an», so Locher. Dies alles aber auf freiwilliger Basis. Diese Vorgehensweise werde erstens von den Eltern goutiert. Und sie verspricht zweitens auch Erfolg.

Denn die kleinsten Curler des CC Limmattal, die so genannten «Cherry Rocker» im Alter zwischen acht und zwölf Jahren, haben fast schon ein Abonnement auf den Schweizer Meistertitel gelöst. Letztes Jahr gewannen sie laut Locher «den sechsten oder achten Titel.» Dann darf man auch in Zukunft auf Spitzencurlerinnen und Curler aus Urdorf hoffen? «Ganz klar», so Locher, «darauf arbeiten wir hin.»

Die besten U20-Curler treffen sich in Urdorf

Während die nationalen Eliteteams an diesem Wochenende in ihren Ländern die EM-Trials bestreiten, führt der CC Limmattal wie schon letztes Jahr die Thompson Curling Challenge durch. «Wir haben dieses Datum bewusst gewählt», so CCL-Präsident Philipp Locher, «so werden wir nicht von anderen grossen Turnieren konkurrenziert. Ausser eben von den EM-Trials.» Mit dabei im 16er-Starterfeld sind unter anderem der letztjährige Sieger Biel Touring und ein Team der besten Schweizer U20-Akteure.

Locher: «Auf diese Jungs bin ich sehr gespannt.» Gespannt sein darf man auch auf die Leistung des Teams des russischen Olympia-Teilnehmers Evgeny Arkhipov. Und auf jene des baskischen Teams um Skip Mikel Unanue. Die Thompson Curling Challenge dauert noch bis morgen Sonntag. Heute beginnt um 20 Uhr die Zwischenrunde, der Final steigt dann morgen um 16 Uhr.