FC Schlieren
«Der Rücktritt fällt mir nicht leicht»

Am Mittwoch geht es für die Frauen des FC Schlieren gegen Zuchwil um alles. Gewinnt der FC Schlieren, dann steigt das Team in die NLA auf. Für Captain Sheila Looslis wird es der letzte Kampf sein. Frau Kapitän geht mit 40 von Bord.

maila bermejo
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«Langsam meldet sich der Körper»: Die 40-jährige Sheila Loosli spiele gegen Schwyz trotz verstauchtem Fuss weiter. maila bermejo

«Langsam meldet sich der Körper»: Die 40-jährige Sheila Loosli spiele gegen Schwyz trotz verstauchtem Fuss weiter. maila bermejo

Limmattaler Zeitung

Sie ist das Herz, die Goalgetterin, der Captain des FC Schlieren – Sheila Loosli ist 40 Jahre alt, hat zwei Kinder und spielt mit ihren Teamkolleginnen um den Aufstieg in die höchste Liga. Am Samstag erreichten die Limmattalerinnen gegen Schwyz auswärts ein 3:3. Loosli war an allen drei Toren beteiligt, eines schoss sie selber. Nun geht es am Mittwoch (Zelgli, 19.00) gegen Zuchwil um alles, um sein oder nicht sein, um den Aufstieg in die NLA oder um den Verbleib in der NLB. Es ist Looslis letzter Kampf. Frau Kapitän geht von Bord.

Auch Trainer Gutweniger geht

Die Schlieremer Fussballerinnen müssen in der nächsten Saison auf Trainer Roger Gutweniger, Captain Sheila Loosli (siehe Interview) und Stürmerin Rahel Vonesch verzichten. Gutweniger gibt sein Amt nach zwei Saisons aus beruflichen und privaten Gründen auf. «Der Zeitfaktor spielte bei meiner Entscheidung eine wichtige Rolle», begründet er seinen Entschied. Seine Nachfolge übernimmt Monica Di Fonzo, die Gutweniger seit Januar 2011 assistierte. Die Schweizer Fussballerin der Spielzeit 2001/2002 spielte unter anderem bei den Grasshoppers, Schwerzenbach, Lugano und Sursee und für das Schweizer Frauennationalteam. (mbm)

Frau Loosli, am Samstag erreichten sie «nur» ein Unentschieden. Was überwiegt: die Freude am gewonnen Punkt oder der Ärger über die verlorenen zwei?Sheila Loosli: Was überwiegt ist der Schmerz (lacht). Mir tut alles weh. Nein im Ernst: Wenn man einen 0:3-Rückstand aufholt, darf man sich nicht aufregen, im Gegenteil, das ist pure Freude.

Sie haben sich gegen Schwyz ja den Fuss verstaucht, aber trotzdem weitergespielt, heute tut Ihnen alles weh. Wie stressig ist so eine intensive Auf-/Abstiegsrunde?

Überhaupt nicht stressig. Ich finde es eine total spannende Zeit und gehe mit Freude in jedes Training und an jedes Spiel. Der Adrenalinkick und das Gefühl gemeinsam für etwas zu kämpfen überstimmt alles andere.

Sie haben am Samstag an allen drei Toren mitgewirkt. Ohne Sie geht es einfach nicht, oder?
(lacht verlegen). Das stimmt doch nicht. Aber natürlich freut es mich, wenn die Leute sagen ‹Dank Sheila haben wir es geschafft›. Dafür bin ich schliesslich auch da, das zeichnet mich aus.

Sie sind 40 Jahre alt, zweifache Mutter, arbeiten 80 Prozent und geben auf dem Platz immer Vollgas. Wie schaffen Sie das?
Ich tanke viel Energie im Fussball. Manchmal schleppe ich mich hundemüde ins Training, aber nachher fühle ich mich wieder total fit. Der Sport gibt mir die Kraft um alles andere in meinem Leben zu meistern.

Trotzdem möchten Sie in Zukunft auf diesen Energieschub verzichten. Sie geben auf Ende Saison den Rücktritt. Warum?
Ich bin zwar verletzungsfrei geblieben, aber langsam meldet sich einfach der Körper. Die Entscheidung ist mir nicht einfach gefallen, aber irgendwann muss alles ein Ende haben. und bekanntlich soll man gehen, wenns am Schönsten ist.

Doch vor dem Ende kommt vielleicht noch der Aufstieg. Wie bereiten Sie sich auf das Spiel vom Mittwoch gegen Zuchwil vor?
Am Montagabend ist Training. Da werden wir die Batterien nochmals aufladen und uns gegenseitig anspornen, um für die alles entscheidende Partie gewappnet zu sein.