Das Tennismärchen des TC Weihermatt geht weiter: Letztes Jahr stiegen die Limmattalerinnen in die Nationalliga C auf. Nun liegen sie bereits nach der Vorrunde an der Tabellenspitze. Und ihr Höhenflug hält an. Beim ersten Aufstiegsspiel gegen Scheuren (Biel) setzten sich die Urdorferinnen mit 4:3 durch.

Das Team von Teamcaptain und Trainer Renato Bellotti spielte vor fünf Jahren noch in der dritten Liga der Aktiven Tennis. Zwei der fünf Spielerinnen von damals sind noch im gleichen Team: Bellottis Tochter Isabella und Siriporn Ganther. Bellotti hat unter den Fittichen ihres Vaters enorme Fortschritte erzielt und spielt nun in der ersten Liga.

Kraft und Schnelligkeit sind gefordert

Die mittlerweile 18-Jährige, die nächste Woche die Matura-Prüfungen ablegt, strebt allerdings keine Profi-Karriere an. Vater und Tochter sind sich einig: Für eine Profi-Karriere bringt der zierliche Teenager die physischen Voraussetzungen nicht mit. Coach Bellotti: «Im heutigen Frauentennis sind Kraft und Schnelligkeit gefordert, um mithalten zu können.» Jeder, der das Spiel auf Platz eins verfolgte, staunte ob den Power-Schlägen der beiden stärksten Spielerinnen (Maria Ciulei und Nilgen Ahmetspahic). Beide duellierten sich auf höchstem Niveau, und das fast über zweieinhalb Stunden. Beide sind N3 klassiert.

Variantenreiches, attraktives Tennis wurde gespielt

Nebst Powerschlägen boten sie aber auch variantenreiches, attraktives Tennis. Schliesslich setzte sich die um drei Jahre jüngere Spielerin Ahmetspahic mit 6:3, 3:6, 6:3 durch. Kein Wunder, trainiert sie doch täglich in der Tennis-Academie in Biel. Die Rumänin, die aber seit dieser Saison für den TC Weihermatt spielt, studiert Mathematik und gibt nebenbei Tennisstunden, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Ihr Trainer Bellotti: «Es ist ein Glücksfall, dass wir sie gewinnen konnten.»

Isabella Bellotti ihrerseits spielte im Einzel gegen Dana Antonioli, eine gleich stark klassierte Spielerin (R1). Ihre Kontrahentin wusste, dass sie Bellotti aus dem Rhythmus bringen musste, um eine reelle Chance gegen sie zu haben. Denn Bellotti ist bekannt dafür, dass sie wenig Fehler macht und taktisch sehr clever spielt. «Einzig der Service lässt zu wünschen übrig», so ihr Vater. Schliesslich setzte sich Bellotti mit 7:6 und 6:3 durch.

Jenny Dürst tat es ihrer vier Jahre älteren Teamkollegin gleich und gewann für den TC Weihermatt das zweite Einzel mit 6:2 und 6:1 souverän, und zwar gegen Stefanie Widmer.

Weihermatt gewinnt beide Doppel

Weil die Urdorferinnen nur zwei von fünf Einzeln gewinnen konnten, mussten sie in den beiden Doppel voll angreifen. Sie hatten nichts mehr zu verlieren, und dass sie einen Rückstand wettmachen können, haben sie diese Saison auch schon bewiesen. Die Heim-Mannschaft machte tatsächlich das schier Unmögliche wahr: Sie gewann beide Doppel: Dürst/Ciulei (6:4 und 6:2); Bellotti/ Lanker (6:2 und 6:3).

«Wir hatten viel Wettkampfglück und unser Saisonziel, den Klassenerhalt schon früher erreicht, als wir uns das vorgestellt hatten», freute sich Trainer Renato Bellotti. «Das Team ist so stark, weil es über Jahre hinweg zusammenwuchs und so den Zusammenhalt förderte.» Vermutlich haben die Limmattalerinnen nun am 15. Juni gegen Seeburg/Kreuzlingen anzutreten, eines der stärksten Teams der Aufstiegsrunde.