Unihockey Limmattal
Der Playoff-Auftakt ist vor Heimpublikum missglückt - die Enttäuschung ist gross

Überraschend verliert Unihockey Limmattal zuhause in Urdorf gegen Herisau mit 5:6.

Von Michel Sutter
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Unihockey Limmattal
6 Bilder
Andris Ladner bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3 zu 2
Die Ruhe selbst - Jonas Wittwer stoppt den Ball für Nicola Saluz mit dem Fuss
Wo ist der Ball - Jonas Wittwer klärt in höchster Not
Etienne Benz (links) versucht, Silvan Stern (mit Ball) zu stellen
Heisse Szenen vor dem Limmattaler Tor, Jonas Wittwer musste einige Male eingreifen

Unihockey Limmattal

Von Michel Sutter

«Nein!», hallte es von den Rängen. Die Mehrheit der über 120 Zuschauer in der Zentrumshalle in Urdorf konnte es kaum fassen: Etienne Benz hatte vor dem gegnerischen Tor freie Schussbahn gehabt, doch sein wuchtiger Backhandschuss war knapp an der Torumrandung vorbeigeflogen. Nicht mal mehr 20 Sekunden blieben noch zu spielen in der Partie zwischen Unihockey Limmattal und Herisau, die Limmattaler hatten Goalie Jonas Wittwer durch einen sechsten Feldspieler ersetzt und versuchten verzweifelt, den 5:6-Rückstand noch aufzuholen. Doch Benz’ Schuss war der letzte der Limmattaler aufs Tor – es blieb beim 5:6.

Urdorf verpasst Aufstieg

Der EHC Urdorf wird auch nächste Saison in der 3. Liga spielen. Der Absteiger aus der vergangenen Saison, dem in der Partie gegen Engelberg Titlis nur ein weitergeholfen hätte, musste sich bei den Obwaldnern mit 2:4 geschlagen geben. Dabei hatte die Partie für die Limmattaler eigentlich gut begonnen: Nach knapp zwei Minuten gingen sie durch Ivo Müller mit 1:0 in Führung, im zweiten Drittel erzielte Florian Fischer das vorzeitige 2:1. Doch dann glich Engelberg im Powerplay aus und kam vor der zweiten Drittelspause noch zu zwei weiteren Toren – 4:2. Im von zahlreichen Strafen geprägten Schlussdrittel spielten die Urdorfer gleich zweimal in doppelter Überzahl, doch beide Male konnten sie davon nicht profitieren. So blieb es am Ende bei der 2:4-Niederlage, womit es dieses Jahr nichts mit dem Aufstieg wird. (MSU)

Eine enttäuschende Niederlage für die Hausherren. Nicht nur, weil sie in der ersten Runde der Playoffviertelfinals mit dem fünftplatzierten Herisau einen Gegner bekommen hatten, den sie in der regulären Saison zu Hause noch besiegt hatten. Sie hatten im Spiel gegen die Ostschweizer auch mehrere Gelegenheiten verpasst, vorentscheidend in Führung zu gehen.

Benz, Lukas Wittwer, Nicolas Gitonga und Dominik Hofstetter scheiterten nacheinander an Herisau-Goalie Raffael Zwissler und an ihrem Mangel an Präzision. «Wir haben es im Mitteldrittel verpasst, unsere Chancen zu nutzen», sagte Torhüter Wittwer. «Im Schlussdrittel hatten wir dann eine kurze Phase der Unkonzentriertheit.» Eine Phase, die sich fatal auswirkte: In gerade mal vier Minuten gelangen den Gästen drei Treffer, von denen zumindest einer nicht zwingend war: Den 4:4-Ausgleich erzielte Herisaus Lucas Rüesch mit einem Gewaltschuss fast von der Spielfeldmitte. «Bei manchen Gegentoren hatten wir einfach Pech», meinte Jonas Wittwer.

Genug Selbstvertrauen

Pech hatten die Limmattaler auch, dass das Schiedsrichtergespann in einigen umstrittenen Szenen zugunsten des Gegners entschied. So wurde Yannick Miller im Schlussdrittel gleich zweimal hintereinander gefoult, doch die Schiedsrichter liessen weiterlaufen. Wenige Minuten vor Spielende fiel dann Gitonga unter gegnerischer Einwirkung hin, und Lukas Wittwers Stock wurde weggeschlagen – auch nach diesen Szenen ertönte kein Schiedsrichterpfiff.

Die Gäste spielten taktisch sehr clever. Im ersten Drittel, als sie zweimal in Führung gegangen waren, und im Schlussdrittel verzögerten sie die Partie jeweils geschickt, indem sie sich vor dem eigenen Tor den Ball immer wieder zuspielten. «In diesen Szenen wussten wir, dass sie uns nicht gefährlich werden könnten», sagte Jonas Wittwer hinterher. «Aber im letzten Drittel ist uns dadurch viel Zeit verloren gegangen.»

Durch die Niederlage stehen die Limmattaler nun unter Zugzwang. Sie müssen am Samstag in Herisau gewinnen, wollen sie einen Tag später in Urdorf noch ein Entscheidungsspiel austragen. Sonst ist die Best-of-Three-Serie bereits verloren. Von Druck wollte Jonas Wittwer jedoch nichts wissen: «Wir waren unseren Gegnern über weite Strecken ebenbürtig, wenn nicht sogar besser als sie. Wir können aus dieser Partie viel Selbstvertrauen mitnehmen.» Man müsse im nächsten Spiel womöglich etwas weniger passiv agieren – und besser abschliessen. «Dann gewinnen wir auch.»