Es war kein guter Start für Phil Baltisberger und die U20-Nationalmannschaft. Bei der knappen 3:5-Startniederlage gegen den Gastgeber Schweden kurierte der Verteidiger noch seine Grippe aus der Weihnachtszeit aus und bei seinem ersten richtigen Spiel wurde die Mannschaft von Colin Muller von Russland mit einer 1:7-Niederlage demontiert.

«Sie waren in jeder Hinsicht besser. Wären wir mit der 1:0-Führung in die Pause, wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen, aber wir erhielten zwei blöde Gegentore in den letzten drei Minuten des ersten Drittels. Das änderte das Spiel», so Baltisberger. «So eine Leistung können wir nicht akzeptieren. Das müssen wir ändern.»

Baltisberger will Verantwortung

Der 18-Jährige hofft, zusammen mit der Mannschaft wieder in Form zu kommen und auch mehr Verantwortung zu kriegen. «Ich gebe mein Bestes und der Trainer wird seine Gründe haben, wer wann spielt», sagt der Verteidiger. «Im Verlauf des Turniers kann alles geschehen.»

Zumindest neben dem Eis läuft es den Schweizern gut. Sie fanden in Malmö, gleich gegenüber der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, einen guten Gastgeber, leben in einem Vier-Sterne-Hotel und ihr erstes Spiel fand vor 11 109 Zuschauern statt. Viel Zeit, um die Stadt zu erkunden, bleibt aber nicht, schliesslich ist der Fokus auf Eishockey gesetzt.

Baltisberger ist für sein Alter schon weit gereist. Die anderen U20-Weltmeisterschaften fanden am Ural in Ufa und im Westen Kanadas in Calgary statt. Letzten Frühling war er auf Olympia-Eis, als die U18-Weltmeisterschaft in Sotschi ausgetragen wurde.

Eine überraschende Entscheidung

Diese Saison verliess Baltisberger die Organisation der ZSC Lions, wo er die letzten Jahre verbrachte, um in der kanadischen Juniorenliga OHL (Ontario Hockey League) zu spielen. Für einige Leute kam dies überraschend, doch Baltisberger ist froh um seine Entscheidung.

«Meine Chancen, in Zürich in der NLA zu spielen, waren nicht so gross. Ich spielte zwei Jahre in der NLB und wollte mal etwas Neues. Es war vielleicht meine letzte Chance, nach Nordamerika zu gehen und dort zu spielen», erklärt er. «Zurückkommen kann ich ja immer wieder.»

Auch bei seinem Team Guelph Storm in der Provinz Ontario startete er mit Pech, als er einen Kieferbruch erlitt. Mittlerweile hat er seinen Platz aber gefunden und bestritt 30 Spiele in der Liga.

«Wir spielen nur mit sechs Verteidigern, weil man in Nordamerika nur 18 Spieler melden kann, darum erhalte ich recht viel Eiszeit», so Baltisberger. «Wir haben ein gutes Team, der Konkurrenzkampf ist gross und man muss sich die Eiszeit erarbeiten.»

Das Talentlevel vergleicht er mit der NLB, wo er bei den GCK Lions spielte, das Hockey sei aber aufgrund des schmaleren Eisfeldes und der vielen Spiele schwierig zu vergleichen.

Leben bei Gastfamilie

In Guelph lebt er bei einer Gastfamilie. Alle Spieler im Team sind von zu Hause ausgezogen, weshalb viel als Mannschaft unternommen wird. Doch meistens stehen Training, Spiel und Regeneration im Vordergrund. Vorerst bis nächste Saison hat Baltisberger seine Zukunft in Guelph geplant. Heute steht aber erst einmal Norwegen als nächster Gegner an.

«Es ist das wichtigste Spiel für uns. Wir müssen Norwegen schlagen, das ist unser Ticket ins Viertelfinale», sagt Baltisberger. «Wir müssen nur gut spielen und als Team auftreten, dann ist an diesem Turnier noch alles möglich. Das hat man an der letzten WM in Stockholm gesehen.»