Am Ende platzte der Traum vom ersten internationalen Turniersieg. Tom Cecchetto vom TC Weihermatt musste sich im Final des Junior Tennis Cup im portugiesischen Vila Do Conde am letzten Sonntag in zwei Sätzen geschlagen geben. Sein Gegner, Luis Faria, gewann die Partie einigermassen souverän mit 6:3 und 6:3.

Für Cecchetto, der in Birmensdorf geboren und aufgewachsen ist und letztes Jahr nach Stallikon gezogen ist, war es die erste Finalteilnahme an einem internationalen Turnier. Auch ein Grund dafür, dass die Trauer nach der Niederlage nicht sehr gross war. «Dass ich überhaupt ins Endspiel kommen würde, hätte ich nicht erwartet», gibt der 17-Jährige zu. Und das erst noch sehr souverän: In seinen ersten vier Partien kassierte Cecchetto kein einziges Break, erst im Halbfinal musste er einen Satz abgeben. «Das hat sicher auch mit dem schnellen Belag zu tun», meint Cecchetto. In Portugal wurde auf Teppich gespielt. «Das kam mir bei meinen beiden stärksten Waffen, dem Service und dem Volley, entgegen.»

Die Finalqualifikation in Portugal bedeutet für Cecchetto, der von Swiss Tennis momentan noch als R1 geführt wird, nicht nur der grösste Erfolg seiner bisherigen Karriere. Sie ist auch eine Art Wiedergutmachung für die bisherige Saison, die dem jungen Tenniscrack am Anfang überhaupt nicht nach Wunsch verlaufen war. Cecchetto war zu Saisonbeginn im vergangenen Jahr mit dem Roller gestürzt und musste sich den Schleimbeutel am Knie operativ entfernen lassen. Dadurch war er gezwungen, eine Pause bis Mitte November einzulegen. Damit musste er seine Teilnahme am ITF-Grade-4-Turnier in South Carolina absagen. Danach musste er sich mit einem intensiven Aufbautraining den Weg zurück zum Court ebnen.

Doch nicht nur sportlich musste Cecchetto im vergangenen Jahr Rückschläge hinnehmen. Auch das Geld war ein Thema. Schliesslich müssen die Reisen an Turniere wie jenes in Portugal finanziert werden. «Ich habe mir am Anfang zu viele Gedanken übers Geld gemacht», meint Cecchetto im Rückblick. Das ist nun nicht mehr nötig. Dank eines Crowdfunding-Projekts konnten Cecchettos Eltern die dafür nötigen finanziellen Mittel für dieses Jahr auftreiben. «Meine Eltern machen das wirklich hervorragend», sagt Cecchetto.

KV für Sportler

Damit kann sich der 17-Jährige ganz aufs Tennis konzentrieren. Denn Cecchetto hat sein Leben ganz auf den Sport ausgerichtet. Er besucht die United School of Sports, ein spezialisiertes KV für Sportler, und trainiert zwischen sechs- und achtmal pro Woche in der Bozovic Tennis Academy in Urdorf/Schlieren, um auf dem Court erfolgreich zu sein. Dazu gehört auch das Mentaltraining. Das sei sehr wichtig. «Wenn der Kopf stimmt und man sich gut fühlt, kann man sehr weit kommen», sagt Cecchetto – wie eben am Junior Tennis Cup in Vila Do Conde. Und wie sein grosses Vorbild Rafael Nadal, dessen mentale Stärke ihm imponiert.

Dennoch bleibt Cecchetto auf dem Boden, seine Ziele klingen bescheiden für einen, der so viel investiert. «Ich möchte mich weiterentwickeln und eines Tages mein Leben mit dem Tennis finanzieren können», sagt Cecchetto. Hakt man nach, verrät Cecchett seinen Traum: «Einmal ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen – am liebsten Wimbledon.»

Bis dorthin ist der Weg natürlich noch weit, doch Cecchetto hat mit dem Finaleinzug in Portugal zumindest schon mal ein Ausrufezeichen gesetzt. Und er hat sich damit bei der Junioren-Weltrangliste deutlich verbessert. Von Rang 1991 ist er auf Rang 980 gesprungen.