Handball
Der HCDU kehrt nach zehn langen Jahren in die 1. Liga zurück

Die Frauen HC Dietikon-Urdorf spielen in der kommenden Saison wieder in der 1. Liga. Die Limmattalerinnen machten den Aufstieg beim Finalturnier in Langenthal perfekt.

Cedric Heer
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Eine Wucht: Astrid Wehrli und der HC Dietikon-Urdorf (in Blau) sind auf dem Weg zum Aufstieg nicht zu bremsen.

Eine Wucht: Astrid Wehrli und der HC Dietikon-Urdorf (in Blau) sind auf dem Weg zum Aufstieg nicht zu bremsen.

Otto Lüscher/Archiv

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Haare von HCDU-Trainer Marco «Wytti» Wyttenbach bleiben wohl ungeschoren. Flügelspielerin Olivia Yagura sprach im Vorfeld der Aufstiegsrunde von diesem Vorhaben, im Fall, dass die Frauen von Dietikon-Urdorf die Rückkehr in die 1. Liga schaffen. Nicht, dass sie dieses Ziel verpasst hätten – womit wir bei der der guten Nachricht sind –, Wyttenbach will «auf die Glatze auf dem natürlichen Weg warten», wie er gestern nach dem entscheidenden Sieg gegen Crissier II verlauten liess.

Dass der Alterungsprozess am Finalturnier in Langenthal nicht übermässig beschleunigt wurde, dafür war vor allem die über weite Strecken souveräne Leistung im zweiten Tagesspiel gegen die Romands aus Crissier verantwortlich. Nach der 14:18-Niederlage gegen die SG Aargau West gerieten die HCDU-Frauen gegen Crissier nie in Rückstand, dementsprechend auch nie wirklich in Bedrängnis. «Wir wussten schon im Vorfeld, dass wir Crissier schlagen müssen, wenn wir den Aufstieg realisieren wollen», sagt Peach Rusert, der gemeinsam mit Wyttenbach das Limmattaler Trainergespann bildet.

«Schwieriger», so die Trainer einstimmig, «wurde die Ausgangslage nach der Startniederlage nicht wirklich. Wir hatten zwar bereits das Startspiel in den Beinen, doch wir wussten, dass wir die bessere Mannschaft haben. Wichtig aufgrund des Torverhältnisses war einfach, dass wir die zweite Partie höher gewinnen, als dass wir die erste verloren haben.»

Rückkehr nach zehn Jahren

Mit dem 22:16-Sieg war der Aufstieg somit bereits vor dem direkten Aufeinandertreffen von Aargau West und Crissier II unter Dach und Fach. «Wir haben das im ersten Moment gar nicht realisiert, die Freude war dann aber natürlich umso grösser», kommentiert Olivia Yagura die ersten Minuten nach dem Spiel. «Es ist natürlich wunderschön. Vor zehn Jahren bin ich mit dem Verein abgestiegen, nun dürfen wir in meinem ersten Jahr zurück gleich den Aufstieg feiern.»

Als Erfolgsrezept der Limmattalerinnen, die in der Qualifikation 16 von 18 Partien gewonnen und sich so mit neun Punkten Vorsprung souverän für den Aufstiegspoule qualifiziert haben, sieht Yagura den Zusammenhalt im Verein: «Für alle war der Aufstieg das Ziel. Dass nach der Startniederlage unser Präsident vor dem zweiten Spiel eine Ansprache gehalten hat, war natürlich ein zusätzlicher Ansporn. Zudem war die Unterstützung durch die zahlreichen Fans grandios und ausschlaggebend. Alle ziehen am selben Strang und alle geben vollsten Einsatz.»

Verstärkungen erwünscht

Mit dem Aufstieg sollte die Grundlage gegeben sein, dass alle Spielerinnen dem Verein erhalten bleiben. «Dennoch müssen wir in der Folge abklären, wer überhaupt in der 1. Liga spielen und den Mehraufwand auf sich nehmen möchte», sagt Wyttenbach. «Auch», ergänzt Rusert, «brauchen wir für die kommende Saison noch ein bis zwei Verstärkungen, denn er herrscht durchaus ein gewichtiger Niveausprung.» Vor allem auf der Torhüterposition, die die beiden Trainer als Sorgenkind beschreiben, herrscht Handlungsbedarf.

Die junge Silja Mützenberg, die gestern in Langenthal im Tor stand, wird den Verein höchstwahrscheinlich verlassen, Samira Gallo befindet sich noch immer im verletzungsbedingten Aufbautraining, und die Zukunft von Corinne Brändle ist ungewiss. Ebenfalls denkbar sind mögliche Zusammenarbeiten und Kooperationen mit grösseren Vereinen wie beispielsweise Amicitia Zürich, was aber noch lange nicht spruchreif ist. «Die Abklärungen laufen, nun geniessen wir aber zuerst mal den Abend», sagt Wyttenbach.

Einen Abend, an dem die Frauen des HC Dietikon-Urdorf nach zehn Jahre die Rückkehr in die 1. Liga feiern durften und – wenn es nach Yagura und ihren Mitspielerinnen geht – «demokratisch abgestimmt und die Glatze von ‹Wytti› doch noch Tatsache wurde».

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