Dietikon
Der Hallenfussball-Nachwuchs spielt gross auf

Am Bolliger Cup in Dietikon zeigen rund 650 Junioren ihr Können.

Von Michel Sutter
Merken
Drucken
Teilen
Die Schlieremer feiern.
4 Bilder
Dietikon Hallenfussball Junior
Die D1-Junioren von GC schwören sich auf ihre Partie ein.
Die Nachwuchskicker schenken sich nichts.

Die Schlieremer feiern.

Michel Sutter

Zum Schluss des Turnierwochenendes bietet sich den Dietikern doch noch die Gelegenheit, den Siegerpokal in die Höhe zu stemmen. Die F-Junioren stehen am Sonntagabend im Final gegen Adliswil. Doch es will dieses Jahr einfach nicht klappen mit dem Turniersieg. Auch Dietikons Jüngste schaffen an diesem den ganz grossen Triumph nicht.

Mit dem zweiten Platz muss sich der FCD auch bei den C-Junioren zufriedengeben, die am Freitagabend mit ihrem Spiel den Bolliger Cup in der Stadthalle eröffnen. Gleich danach greift auch der FC Urdorf ins Turniergeschehen ein. Gerade mal eine Minute ist in der ersten Partie gegen Zürich-Affoltern gespielt, da kommt schon Hektik an der Bande der Urdorfer auf. «Geht hin! Geht hin! Geht hin!», schreit Trainer Silvio Coray seinen Schützlingen zu. Aber zu spät.

Der Gegenspieler wird nicht angegriffen und schon steht es 1:0 für Zürich-Affoltern. Den Urdorfern bleiben noch sieben Minuten, um das Spiel zu drehen. Und tatsächlich: Knapp eine Minute nach dem Gegentreffer schiessen sie den Ausgleich, dann gehen sie in Führung und sorgen fünf Sekunden vor Schluss für den 3:1-Endstand.

«Es ist ziemlich anstrengend, in der Halle zu spielen», meint danach der 13-jährige Nico Brunschweiler. «Man muss schneller reagieren als auf dem Rasen.» Dieser Meinung sind auch seine Teamkollegen. «Es ist ein schnelles Spiel», bestätigt der 14-jährige Bryan Wirth. Und Kerim Altintas, ebenfalls 14, ergänzt: «Die Spielzeit von zehn Minuten ist noch okay.»
Dass die Knaben sich reinhängen, dafür hat Coray im Vorfeld gesorgt. «Wir haben uns auf den Bolliger Cup so vorbereitet wie auf ein Meisterschaftsspiel», sagt der C-Junioren-Coach, der zum ersten Mal mit dem FC Urdorf am Bolliger Cup teilnimmt. Und wie vor einem normalen Spiel musste der Trainer auch die einen oder anderen Spieler aussortieren. «Da ich nur zehn Spieler mitnehmen konnte, musste ich die Hälfte des Teams zu Hause lassen», sagt Coray. «Das sind keine schönen Entscheide.»

Diejenigen, die dabei sind, hoffen natürlich, dass sie möglichst weit kommen. Wie weit – darüber gehen die Meinungen auseinander. «Wir wollen die Gruppenphase überstehen», meint Kerim. Bryan wäre schon damit zufrieden, «nicht hoch» zu verlieren. Das höchste Ziel aber hat sich Nicol gesteckt: «Wir wollen in den Final kommen.» Coray lächelt, als er das hört, und relativiert: «Wir könnten in den Viertelfinal kommen. Wichtig ist aber, dass wir Selbstvertrauen tanken und Spass am Fussball haben.»

Schwamendingen wartet vergebens

Während die Urdorfer über ihre Ziele am Bolliger Cup sinnieren, spielt sich unten in der Halle Merkwürdiges ab. Die C-Junioren des FC Schwamendingen warten auf ihren Einsatz gegen Red Star Zürich. Doch die andere Hälfte des Spielfeldes bleibt leer: Die Mannschaft von Red Star taucht einfach nicht auf. «Es hat einen kurzfristigen Trainerwechsel gegeben», erklärt Peter Ardielli, Chef des Organisationskomitees. «Daher sind sie nicht gekommen.» Nun gilt es zu improvisieren: Die Spiele von Red Star werden kurzerhand Forfait mit 3:0 für den Gegner gewertet.

Die Urdorfer schaffen es tatsächlich in den Viertelfinal, wo sie sich jedoch Schwamendingen im Penaltyschiessen geschlagen geben müssen. «Leider haben wir es trotz klarer Überlegenheit und einem deutlichen Chancenplus verpasst, den Sack in der regulären Spielzeit zuzumachen», meint Coray. «Aber so ist der Fussball.» Trotzdem ist die Bilanz des Urdorfer Trainers sehr positiv. «Kompliment an den FC Dietikon, das Turnier war sehr gut organisiert», lobt er. «Wir werden wiederkommen.»

Zufrieden ist man auch bei der E1-Mannschaft des FC Schlieren. Sie bestreitet am Samstag den Final gegen Wettswil-Bonstetten. Die Schlieremer gehen nach etwas mehr als zwei Minuten in Führung, kassieren aber keine Minute später den Ausgleich. Noch dreieinhalb Minuten bleiben zu spielen in dieser spannenden und ausgeglichenen Partie, dann gelingt den Schlieremern die erneute Führung. Der Siegtreffer? Nein. Denn eine halbe Minute vor Schluss kommt Wettswil-Bonstetten wieder zum Ausgleich. Es geht ins Penaltyschiessen. Und das entscheidet Schlieren mit 2:0 für sich – der Turniersieg ist Tatsache und die Freude gross.
Das gilt auch für OK-Chef Ardielli. «Es gab keine nennenswerten Zwischenfälle und, was ganz wichtig ist, auch keine schweren Verletzungen», sagt er, «und das bei immerhin 650 teilnehmenden Kindern. Ich bin rundum happy.»