Eishockey 2. Liga
Der grosse Coup der Urdorfer «Stiere»

In der Swiss-Arena der Kloten Flyers spielte der EHC Urdorf gegen die Heimmannschaft aus Bassersdorf. Trotz vieler kleiner Strafen konnte Torhüter Wassmer einen Shutout und den Sieg mit seinem Team feiern.

Michel Sutter
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Der EHC Urdorf kann gegen Bassersdorf einen Sieg feiern.

Der EHC Urdorf kann gegen Bassersdorf einen Sieg feiern.

Michel Sutter

«Wassmer! Wassmer!», skandierten einige der mitgereisten Urdorfer Anhänger nach Spielschluss lautstark. Der angesprochene Urdorfer Torhüter fuhr hinters eigene Tor, wo seine Fans standen, und liess sich von ihnen feiern. Er war der Matchwinner in der Partie zwischen Bassersdorf und Urdorf, die in der mächtigen Swiss-Arena in Kloten stattfand, normalerweise der Spielstätte der Kloten Flyers. «Es ist natürlich schön, in einem solchen Stadion zu spielen und von unseren Fans begleitet zu werden», freute sich Urdorf-Trainer Jürg Brügger.

Die grosse Kulisse der Swiss-Arena war für Brüggers Team ungewohnt, und ebenso ungewohnt war das Glücksgefühl, das es nach der Schlusssirene erleben durfte. Mit 2:0 hatten ihre «Stiere» gegen Bassersdorf gewonnen und sich damit den ersten Saisonsieg überhaupt beschert – und das verdient. Sie zeigten sich von Beginn weg defensiv konzentriert und offensiv mit durchaus guten Chancen. Nach einer Viertelstunde hätte Nicolas Landis für das 1:0 sorgen können, doch sein Schuss ging knapp vorbei. Drei Minuten vor Ende des ersten Drittels hatten die «Stiere» allerdings Glück, dass sie sich in Überzahl keinen Shorthander einfingen.

Viele kleine Strafen

Das zweite Drittel mussten die Gäste mit einem Mann weniger beginnen. Und es sollte nicht die einzige Unterzahlsituation für die Urdorfer bleiben in diesem mittleren Abschnitt. Viermal kassierten sie eine Zwei-Minuten-Strafe in diesem Drittel, und eine davon war besonders unnötig: Dennis Weiss sass eine Strafe ab, weil die Gäste zu viele Spieler aufs Eis geschickt hatten – die erste von insgesamt drei Bankstrafen gegen Urdorf. «Es ist lästig, solche Strafen zu bekommen», gab Brügger nach der Partie zu. «Das müssen wir seitens des Staffs auch auf unsere Kappe nehmen. Das sind Konzentrationsfehler, mit denen wir uns fast ein Bein gestellt hätten.»

Da sich aber auch die Bassersdorfer nicht zurückhielten, konnten die Urdorfer sieben Minuten vor Drittelende in doppelter Überzahl agieren. Doch wieder einmal mangelte es den Limmattalern an Effizienz vor dem gegnerischen Tor. „Offensiv hätten wir sicher vier, fünf Tore schiessen können“, meinte Brügger. Auf der anderen Seite musste Florian Wassmer zweimal in höchster Not klären. Und kurz vor der Pausensirene hielt Wassmer seinen Kasten gleich zweimal gegen Andrin Wilhelm dicht.

Im letzten Drittel hatten die Bassersdorfer mehr von der Partie. Bis sie in der 48. Minute ebenfalls eine Bankstrafe kassierten. Während die Strafe lief, kam Jann Schmid vor dem gegnerischen Tor an die Scheibe und wuchtete sie über die Linie. Urdorf lag in Führung.

Den Kasten rein gehalten

Danach stand Florian Wassmer wieder im Mittelpunkt gegen die Bassersdorfer, die nun alles daran setzten, zumindest die Verlängerung zu erreichen. Erst hielt er einen Schuss von Wilhelm, dann wehrte er Figis Versuch ab. Als die Urdorfer zehn Minuten vor dem Ende eine weitere Bankstrafe bekamen, schien die Gelegenheit gross für Bassersdorf, das Spiel doch noch zu wenden. Doch Marc Hollenstein scheiterte an Wassmer.

In der letzten Minute setzten die Bassersdorfer alles auf eine Karte und nahmen den Torhüter raus. Da Andreas Studer auf der Strafbank sass, ging es mit fünf gegen fünf Feldspielern weiter. In der letzten Spielminute traf dann Ken Walliser zum erlösenden 2:0 für Urdorf und zum definitiven Sieg.

«Der Sieg war sicherlich verdient», sagte Brügger. «Ich bin stolz darauf, dass wir das umgesetzt haben, was wir im Training geübt haben.» Vollumfänglich zufrieden mit der Partie war er allerdings nicht. «Wir vergeben immer noch zu viele Chancen», bemängelte er. Immerhin habe sein Team bewiesen, dass der Wille da sei: «Wir können es. Wir dürfen aber nicht übermütig werden.» Daher fokussiere man sich weiterhin auf Rang 8. Denn: «Wir haben die Schlacht noch lange nicht gewonnen.»

EHC Bassersdorf – EHC Urdorf 0:2 (0:0, 0:0, 0:2)

Swiss-Arena. – 85 Zuschauer. – SR Arnet, Zambonin. – Tore: 48. Schmid (Yanez, Hauser) 0:1. 60. Walliser (Wiederkehr) 0:2 (ins leere Tor).

Urdorf: Wassmer; Haas, Bucher; Weiss, Hauser; Füllemann, Birrer; Landis, Kuoni, Bender; Wiederkehr, Schmid, Walliser; Borer, Yanez, Evangelista; Marty, Gamper.

Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Bassersdorf; 11-mal 2 Min. gegen Urdorf plus 10-Minuten-Disziplinarstrafe gegen Borer. – Bemerkung: 30. Lattenschuss Landis.