Eiskunstlauf
Der glückliche Präsident läuft am «Limit»

Der Eislaufclub Urdorf feiert am Sonntag seinen Saisonhöhepunkt. Während elf Stunden finden Wettkämpfe statt. Für Vereinspräsident Luk De Crom eine besondere Herausforderung.

Raphael Biermayr
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Vereinspräsident Luk De Crom verfolgt auf der Urdorfer Weihermatt ein Training des Eislaufclubs Urdorf.bier

Vereinspräsident Luk De Crom verfolgt auf der Urdorfer Weihermatt ein Training des Eislaufclubs Urdorf.bier

Am Sonntag ist es Luk De Crom wohler. Dann stehen anlässlich der Kürkonkurrenz die Läuferinnen in Mittelpunkt des Interesses auf der Urdorfer Kunsteisbahn Weihermatt (siehe Box). Nicht wie an diesem Abend, an dem De Crom über den EC Urdorf erzählen soll, während im Hintergrund die Mädchen die Anweisungen von Trainer Daniel Galliker befolgen.

Urdorfer Kürkonkurrenz

Am Saisonhöhepunkt des EC Urdorf am kommenden Sonntag werden während rund elf Stunden Wettkämpfe geboten, der Eintritt ist frei. Start ist um 8 Uhr mit der niedrigsten Kategorie (1. Sternli), bis zum Wettkampf der Silber-Läuferinnen um etwa 18.40 Uhr. In dieser höchsten Kategorie läuft nur eine Athletin: Sinja De Crom,die 15-jährige Tochter des ECU-Präsidenten (siehe Hauptartikel). Auch im Intersilber-Wettkampf, der zweithöchsten Konkurrenz, startet mit Janine Lüscher eine Lokalmatadorin. Diese beiden Läuferinnen machen wohl die gleichzeitig gewertete Vereinsmeisterschaft untereinander aus. Unter den über 100 Gemeldeten finden sich auch vier Jungen, die in eigenen Kategorien starten. (bier)

In Urdorf niedergelassen

Der in Belgien geborene Wahlschweizer, der als Jugendlicher dem Skifahren und Volleyball frönte, war lange ein blutiger Laie auf dem Gebiet Eiskunstlauf. Seine Frau Susan lief früher selbst im ECU, doch der grazile Sport war kein Thema bei den beiden. Das änderte sich, als Tochter Sinja auf die Welt kam. Die Familie entschied, sich in Urdorf niederzulassen, wo Susan De Crom aufgewachsen war.

Sinja schlug ihrer Mutter nach, was das Sportinteresse anbelangt, auch die drei Söhne lernten das Schlittschuhlaufen bei Daniel Galliker, bevor sie zum Eishockey wechselten. Und irgendwann fand sich Luk De Crom im Initiativkomitee wieder, das um die Zukunft der einzigen Eisbahn der Region kämpfte. «Ich bin der Ansicht, dass bestehende Infrastruktur gepflegt werden soll», erklärt der 41-Jährige, der als Leiter des Pflegediensts im Rehabilitationszentrum des Kinderspitals Zürich arbeitet.

Der Erfolg hat seinen Preis

Der Kampf lohnte sich bekanntlich, der Eissport in Urdorf und im Limmattal lebt weiter. Der Erfolg hat seinen Preis: Die Eismiete hat sich mehr als verdoppelt: 120 Franken statt 50 Franken kostet eine Stunde. «Die Faustregel, dass eine Trainingseinheit nicht mehr als fünf Franken pro Person kosten soll, können wir nicht mehr einhalten, jetzt kostet sie über alle Mitglieder gesehen im Durchschnitt sieben», erklärt De Crom, «Das trifft einen kleinen Klub besonders hart.»

So musste der ECU in den letzten Jahren den Mitgliederbeitrag jeweils anheben. Dennoch blieb die Zahl der Läuferinnen konstant. Derzeit sind es 65 Einzelathletinnen sowie 12 in der Synchroneislaufgruppe. Gespart werden muss bei den Trainern. Neben dem vollberuflich tätigen Galliker amten ehemalige oder aktive, erfahrene Läuferinnen als Hilfstrainerinnen.

Ein Anlass mit gutem Ruf

Dass die Kürkonkurrenz dank der Startgelder einen kleinen Gewinn abwerfe, ist für De Crom beruhigend, steht aber nicht im Vordergrund: «Das ist ein Anlass mit einem guten Ruf, auch wegen seiner Atmosphäre auf der Weihermatt. Wir geben uns Mühe, ihn für die Teilnehmerinnen zu einer bleibenden Erinnerung zu machen.»

An der diesjährigen Austragung sind neuerdings auch Bündnerinnen zugegen. Die Zahl der Starts ist damit auf über 100 gestiegen, die Veranstaltung dauert rund elf Stunden. Damit sei das Limit nach Ansicht des Vereinspräsidenten erreicht. Eine Erkenntnis, die ihn glücklich stimmt, denn Luk De Crom hält fest: «Die Kürkonkurrenz ist eine Erfolgsgeschichte.»