Von der Finalrunde zum Abstiegskandidaten. Die Anhänger der Limmattal Wings konnten sich nach dem Wiederaufstieg in die 3. Liga im Frühjahr 2011 nicht über fehlende Dramatik beklagen. Jetzt soll wieder Ruhe einkehren. An der Bande steht mit Vereinspräsident Mike Weiss und Jürg Brügger ein Erfolgsduo. Die beiden zeichneten bereits in der Promotionssaison und der darauffolgenden Spielzeit verantwortlich, als die Limmattaler auf Rang drei so gut abschlossen wie seit 40 Jahren nicht mehr.

Im Anschluss daran war es das Team, das sich gegen die Halb-Lösung mit Weiss als Match-Coach und Brügger als Trainings-Coach entschied. Die Spieler wollten eine Bezugsperson. Davon rückt man nun wieder ab. Mike Weiss, der Matthias Honegger gegen Ende der vergangenen Saison unterstützt hatte, habe sich bei den Spielern versichert, dass sie hinter dem Comeback stehen.

Präsident als Hitzkopf

Weil die Wings ihre Heimspiele (mittwochs) sowie das Auswärtsmatch gegen Engelberg unter der Woche bestreiten, erhofft sich Sportchef Lolo Bertschmann die Anwesenheit von Brügger «so oft wie möglich». Weiss sagt offen, dass der Bündner das Training bevorzuge, weil sich die Spieler da mehr konzentrieren würden. Damit spricht er die Zunahme der Unruhe auf der Bank während Matches an. Als langjähriger Spieler weiss der Präsident darum – und auch, dass das ein Stück weit zu dieser Mannschaft gehört. «Ich bin selbst ein Hitzkopf und kann mit ihr umgehen», sagt er.

Weil der Einfluss des Trainers im Stimmungsteam der Wings während Partien zumeist gering ist, fusst die grösste Hoffnung auf eine Änderung auf der engen Zusammenarbeit mit dem EHC Urdorf (wo auch Weiss’ Sohn Dennis spielt). Das Modell sieht vor, dass man neben der zusammengelegten 4.-Liga-Equipe mehrere B-Lizenz-Spieler mit dem Urdorfer 2.-Liga-Team teilen kann. Zum jetzigen Zeitpunkt sind Goalie Sandro Fischer, Verteidiger Peter Frenzel, Stürmer Marlon Pieroni (mit einer A-Lizenz bei den Wings) respektive Verteidiger Tobias Hug und Stürmer Andi Vital (mit einer A-Lizenz in Urdorf) als solche Doppelspieler vorgesehen. Darüber hinaus könnte sich der eine oder andere 4.-Liga-Akteur der Vergangenheit für Aufgaben eine Klasse höher empfehlen. Zumal auf der Abgangsseite mit Fabian Meier ein verlässlicher Skorer steht. Wie sein Namensvetter im Tor legt der Center eine Pause ein. Hinter den Einsatzmöglichkeiten der lädierten Hani Weber und Marco Birrer steht ein Fragezeichen.

Lieber Wings als Urdorf

Mit Florian Schicker gelang den Wings die Verpflichtung eines ehemaligen Zuger Nachwuchsspielers, der gemäss Bertschmann vor Jahren auch eine Saison in den USA spielte. «Wir haben uns um ihn gekümmert», sagt der Wings-Sportchef mit einem Seitenhieb in Richtung Urdorf, wo Schicker eigentlich hätte spielen sollen. Ein Indiz dafür, dass die beiden Vereine trotz Kooperation noch eigenständig denken – und in erster Linie für sich handeln. Die Wings starten am 16. Oktober mit dem Heimspiel gegen Seetal in die Saison.