Eishockey Frauen
Der Fels in der Brandung

Die Oberengstringerin Florence Schelling entwickelte sich in den USA zu einer der weltbesten Torhüterinnen. Mit der Schweiz gewann sie das Vierländerturnier in Sursee.

Mirco Klaus
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Florence Schelling aus Oberengstringen weilt über die Festtage in der Schweiz. Doch nicht etwa um zu entspannen – sie bereitet sich mit der Frauen-Eishockey-Nationalmannschaft auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr vor. Und dies sehr erfolgreich, am Vier-Nationen-Turnier in Sursee gewann die Schweiz alle Spiele und durfte sich am Sonntag – vor knapp 30 Zuschauern – als Turniersieger feiern lassen.

Spiele in der Heimat sind für Florence Schelling eine willkommene Abwechslung, befindet sich der Lebensmittelpunkt der 21-Jährigen doch seit Längerem in Boston. Dort hat sie die optimalen Voraussetzungen, um sich sportlich und geistig weiter zu entwickeln: «Die Organisation ist perfekt. Die Vorlesungen sind genau auf die Trainingseinheiten abgestimmt und so kann ich problemlos beides unter einen Hut bringen.» In der Schweiz wäre ein Studium und intensives Eishockey sehr schwierig geworden. «Ich stehe jeden Tag auf dem Eis und feile an meinen Fähigkeiten. Auch verbringe ich viel Zeit in unserem Kraftraum. Ich kann in Boston eigentlich mit der gleichen Intensität trainieren, wie die Herren in der Schweiz. Das wäre bei einem Studium in der Schweiz undenkbar.»

Erfolgreiches 2010

Florence Schelling kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurückblicken, mit dem Highlight Olympia in Vancouver. Für die Oberengstringerin waren es nicht die ersten Spiele. Im zarten Alter von 16 Jahren durfte sie schon nach Turin mitreisen. Vancouver stand also unter einem anderen Stern: «Dank der Erfahrung in Turin, konnte ich mich besser auf das Sportliche konzentrieren. Das ganze Drumherum hat mich aber trotzdem wieder begeistert.» Die sportliche Bilanz für das Team (Rang 5), sowie für die Torhüterin fiel positiv aus: «Es war das beste Turnier meiner Karriere.»

Florence Schelling gehört zu den weltweit besten Torhüterinnen. Und mit ihren Qualitäten will sie die Schweiz an der Heim-WM im April zu einer Medaille hexen. «Ich kann unsere Chancen nicht genau einschätzen. Es sollte jedoch möglich sein, um die Bronzemedaille mitkämpfen zu können.»