Handball
Der Fehlstart des HC Dietikon-Urdorf ist komplett

Der Limmattaler Erstligist verliert gegen Wetzikon seine dritte Partie in Serie. Nun muss Trainer Claude Bruggmann über die Bücher. Entäuscht war der ganze HC Dietikon-Urdorf wegen der 23:25-Heimniederlage gegen ein bescheidenes Wetzikon.

Rainer Sommerhalder
Drucken
Teilen

Hängende Köpfe und enttäuschte Blicke auf der Spielerbank des HC Dietikon-Urdorf wegen der 23:25-Heimniederlage gegen ein bescheidenes Wetzikon.

Nach der dritten Pleite in Serie und mit nur vier Punkten aus sechs Partien darf man getrost von einem kompletten Fehlstart in die Saison sprechen. Dabei hatte man sich bei den Limmattalern viel vorgenommen, liebäugelte nach den Zuzügen von Riccardo Rüegg und Raphael Guitton mit einem Spitzenplatz.

Mangel an Disziplin

Doch hier beginnt die aktuelle Misere beim HCDU auch gleich. Scharfschütze Guitton glänzte bislang erst mit einer scharfen Zunge und sass gegen die Zürcher Oberländer die zweite von drei Spielsperren wegen Schiedsrichterbeleidigung ab.

Der ehemalige NLA-Spieler ist nicht der Einzige beim HCDU, der seine Emotionen nicht im Griff hatte. Auch gegen Wetzikon gab es dumme Strafen wegen Ballwegschlagens und Reklamierens sowie eine Rote Karte gegen den zuvor starken Kreisläufer Marco Meier (4 Tore).

Obwohl Dietikon-Urdorf in den Phasen mit einem oder sogar zwei Spielern weniger am meisten Biss zeigte und erstaunlicherweise sogar Terrain gutmachte, schwächten die unfreiwilligen Pausen natürlich den Spielfluss und schadeten der Konzentration. Und diese zwei Punkte führten die Limmattaler gegen Wetzikon letztlich in die Niederlage.

Am ärgerlichsten sicher die vielen unerzwungenen Ballverluste, sei es mit Fehlzuspielen beim Aufbau oder falschen Entscheidungen im Abschluss. «Wenn man unsere verschenkten Bälle der 60 Minuten zusammenzählt, dann fehlten uns damit mindestens zehn Angriffe», sagte ein sichtlich frustrierter Spielertrainer Claude Bruggmann.

Nach 15 Spielminuten läuten Alarmglocken

Weil er beruflich auf Pikett war und während des Spiels jederzeit hätte alarmiert werden können, verzichtete er diesmal auf einen Einsatz auf dem Feld. Aber genau dort läuteten nach 15 Spielminuten die Alarmglocken.

Die Startphase durfte aus Sicht des Heimteams durchaus als gelungen bezeichnet werden. Vom ersten Angriff an ging man in Führung und lag bis zum 9:7 stets mit einem oder zwei Toren in Front. Danach erfolgte aber der totale Filmriss. Aus der 9:7-Führung wurde ein 9:13-Rückstand. Niemand im Team riss das Steuer wieder herum, das Spiel des HCDU kam ab diesem Moment bis zum Schluss nie mehr in einen Fluss.

«Wir hatten nie einen Lauf. Nach einer gelungenen Aktion passierte gleich wieder ein Seich», fasste es der letztjährige Liga-Topskorer Daniel Imhof zusammen. Dieses Fazit galt auch für seinen persönlichen Einsatz. Gerade in der kritischen Phase während der ersten Halbzeit vermisste man seine Tore. Es dauerte 38 Minuten, bis Imhof zum ersten Mal traf.

Zu viel Hektik in der Schlussphase

Noch einmal durfte der HCDU kurz hoffen. Nach ihrer 24:20-Führung (50. Spielminute) begannen auch die Wetzikoner damit, dem Gegner Geschenke zu machen. Doch Dietikon-Urdorf nahm sie nicht an, agierte bei eigenem Ballbesitz zu hektisch und weiterhin zu fehlerhaft. «Wenn man da nochmals herankommen will, verzeiht es keine Fehler.

Wir haben das Spiel aber nicht in den Schlussminuten verloren», sagte Bruggmann, der nun gründliche Ursachenforschung machen muss. Gegen Wetzikon sah er wenig Positives, einzig der zweite Torhüter Andreas Regner machte ihm mit mehreren gelungenen Paraden Freude. Er hätte einen Punkt verdient gehabt.