Fussball
Der FC Urdorf verweigert das Spiel mit dem Kopf

Der FC Urdorf verliert in der 2. Liga das Nachtragspiel gegen Kilchberg-Rüschlikon deutlich mit 2:6. Bereits nach knapp 30 Minuten führen die Gäste mit 4:0. Urdorfs Aufholjagd bleibt ohne Erfolg, sowohl auf dem Platz als auch in der Tabelle.

Andreas Fretz
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Rolando Baumann (am Ball) traf für Urdorf, als Kilchberg-Rüschlikon schon 4:0 führte.

Rolando Baumann (am Ball) traf für Urdorf, als Kilchberg-Rüschlikon schon 4:0 führte.

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Zweimal schon wurde die Rückrundenpartie zwischen dem FC Urdorf und Kilchberg-Rüschlikon verschoben. Am Dienstag – im dritten Anlauf – war das Terrain im Chlösterli endlich bespielbar. Doch wäre es nach den Urdorfern gegangen, hätte das Spiel ruhig noch ein weiteres Mal verschoben werden dürfen.

Denn die «Stiere» erwischten einen rabenschwarzen Tag, vor allem was die Zeitspanne zwischen der 10. und 29. Minute betrifft. Vier Tore gelangen dem Leader nach Verlustpunkten in nicht einmal 20 Minuten. Keine halbe Stunde war gespielt, und die Gäste lagen bereits mit 4:0 in Front.

Dabei hatte die Partie für Urdorf gut begonnen. Erst wenige Sekunden waren gespielt, da wurde Topskorer Jean Bosco Tibiti ein erstes Mal aus dem Abseits zurückgepfiffen. Nach fünf Minuten scheiterte Tibiti mit seinem Schuss und Nachschussversuch am gegnerischen Verteidiger und Torhüter.

Dann folgte die spielentscheidende Phase. Nach einem Corner für Kilchberg-Rüschlikon kam Gianni Maggiorelli völlig freistehend zum Kopfball – 1:0. In der 15. Minute schloss Armend Sull eine schöne Kombination mit einem präzisen Flachschuss zum 2:0 ab.

Fünf Zeigerumdrehungen später der nächste Eckball – und das nächste Tor. Diesmal schloss Marco Wirz per Kopf zum 3:0 ab. Urdorf schien in dieser Phase das Kopfballspiel zu verweigern. «Wir wussten, dass sie bei Eckbällen gefährlich sind», sagte Urdorf-Trainer Röbi Rhiner nach dem Spiel, «und dennoch kassierten wir diese Gegentreffer.»

Nach dem gestrigen Auftritt sollte klar sein, was in den nächsten Trainings auf dem Programm steht. Doch damit nicht genug. In der 29. Minute traf Wirz, beileibe kein Hüne von Gestalt, erneut mit dem Kopf.

Sein 4:0 nach schöner Flanke von links war bezeichnend für die Lufthoheit der Gäste. Doch noch vor der Pause kehrte die Hoffnung aufs Chlösterli zurück. Nach 39 Minuten traf Rolando Baumann mit einem sehenswerten Flachschuss aus spitzem Winkel zum 1:4. Und in der 43. Minute erzielte Andrea Pasinelli nach einem Konter gar noch das 2:4.

«In der Pause sagte ich den Spielern, wenn uns der Anschlusstreffer gelingt, dann brennts», sagte Röbi Rhiner, «Kilchberg-Rüschlikon war nach unseren beiden Toren kurz vor der Pause sichtlich verunsichert.»

Dennoch blieben einige Zuschauer nach der Pause lieber im Clubhaus vor dem Fernseher sitzen, um den Champions-League-Knaller Bayern gegen Barcelona zu verfolgen, statt die vermeintliche Aufholjagd Urdorfs.

Das Thema Aufholjagd war denn auch schnell erledigt, nachdem Steven Jankovski von Kilchberg-Rüschlikon seine starken zwei Minuten einzog. Zuerst wurde er von Riguane Kipoyl im Strafraum gefoult. Den fälligen Penalty versenkte Sull souverän zum 5:2 (55. Minute).

Knapp zwei Minuten später markierte Jankovski den 6:2-Endstand. Nicht nur die Aufholjagd auf dem Platz missglückte Urdorf, auch die Aufholjagd in der Tabelle schlug fehl. Urdorf bleibt auf seinen 12 Punkten und auf dem Abstiegsplatz sitzen. Nächster Gegner am Samstag ist Einsiedeln. «Ein ähnlicher Gegner wie Kilchberg», warnte Rhiner.