Fussball
Der FC Urdorf nährt seinen Glauben an einen Ligaerhalt mit einem 3:1 Sieg

Mit einem 3:1 in Unterstrass bringen sich die «Stiere» zurück ins Geschäft um den Verbleib in der 2. Liga. Dank des Sieges sind die Limmattaler dank des Sieges wieder auf fünf Punkte auf Unterstrass herangekommen.

Raphael Biermayr
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Das hausgemachte Rezept des FC Urdorf, um den Glauben zu nähren: Man nehme eine scheinbar aussichtslose Situation, gebe etwas Cleverness von Leandro Cicolecchia dazu, sei nicht zu knapp im Beigeben von Herbheit von Thomas Jenny und Adrian Vogel, mische das Ganze mit einer Portion Glück und überrasche durch das Dazutun eines Jokergewürzes.

Gegen Unterstrass gelang die Umsetzung vorzüglich. Die Limmattaler sind dank des 3:1-Sieges wieder auf fünf Punkte auf ebendiesen Gegner herangekommen, der gleichbedeutend ist mit dem letzten Strohhalm. Torwart Michael Schürch, der nach Unsicherheiten in den Vorwochen gestern sicher agierte, war beim Auslaufen zum Scherzen aufgelegt: «Wisst ihr was – wir haben jetzt schon ein zweistelliges Punktekonto», stellte er nach dem zweiten Saisonsieg fest.

Schmeichelhafte Führung

Dass Urdorf mit dem Messer am Hals am besten ist, ist mittlerweile bekannt. Gestern strapazierten sie dieses Bild zu Beginn geradezu. Die Gastgeber hatten in der ersten Halbzeit klar mehr vom Spiel und waren dem Führungstreffer zweimal ganz nah.

Die Urdorfer verstanden es nicht, gescheit zu kontern. Also musste es Altmeister Cicolecchia richten. Er schirmte einen weiten Pass im Strafraum ab, schlug einen typischen Haken, flankte butterweich auf die andere Seite, wo Mate Batur abschloss – Rolando Baumann verwertete den Abpraller artistisch zum 0:1. Dieser Treffer zur schmeichelhaften Führung war die letzte Aktion vor der Pause.

Pfisters Rekordtreffer

Die Gäste versuchten in der Folge, das Spiel stärker zu prägen. Die Folge davon war Langeweile, was sie nicht im Geringsten störte. Urdorf stand in der Defensive mehrheitlich sicher. Das 0:2 fiel nach mehreren vergeblichen Versuchen ausgerechnet auf einen lehrbuchmässig vorgetragenen Konter (63.): Marco Stara auf Baumann; weiter auf Cicolecchia; zurück zu Stara; Flanke auf Baumanns Kopf.

Das Selbstvertrauen war nun gross bei den «Stieren» und liess sich auch vom Anschlusstreffer (82.) nicht erschüttern. Nach weiteren ungenutzten Möglichkeiten traf Roman Pfister in der 90. Minute zum 1:3. Er lief von seiner Einwechslung auf direktem Weg in den Strafraum, um die Freistossflanke von Batur zu verwerten, traf also nach nicht einmal zehn Sekunden auf dem Platz. «Das ist Rekord im Limmattal», orakelte der Torschütze. Weil Aufzeichnungen darüber fehlen, gibt es keinen Grund, das anzuzweifeln.

Ähnlich verhält es sich mit der naheliegenden Behauptung, dass dieser Sieg der Grundstein für die neuerliche Rettung ist. Die Urdorfer haben sich gestern Appetit geholt.