Es sind die Momente, in denen man aus Überforderung am liebsten lachen würde. Dann, wenn es der Tragik einfach zu viel ist. So wie gestern in Urdorf. Nicht genug, dass die «Stiere» schon wieder unterlagen. Sie verloren auch noch drei Akteure verletzungsbedingt. «Edeljoker» Leandro Cicolecchia lief in der 38. Minute nach einem Luft-Zweikampf zunächst etwas geschockt im Strafraum umher, um dann wieder klar um einer Flasche Wasser zu bitten. Das Blut rann ihm über das Kinn, die Selbstdiagnose des Routiniers fiel eindeutig aus: «Gebrochene Nase.» Für ihn kam Pascal Rosenberger.

Kurz vor dem Schlusspfiff ging es dann auch für Captain Adrian Vogel nicht mehr – Oberschenkelverletzung. Für ihn kam Sven Müller, der sich mit Rosenberger während der Pause gewissenhaft aufwärmte. Und was ereignete sich bald nach Wiederbeginn trotzdem? Rosenberger hielt sich den rechten Oberschenkel. Zerrung. Er musste rund zehn Minuten ausharren, bevor sein Ersatz Marco Walter – der Zuzug aus der 3.Liga gab sein Debüt – zur Verfügung stand. Die letzte von ihm miterlebte Aktion war das 0:2 durch einen perfekt getretenen Freistoss von Marco Schmid (56.).

Spielstark, aber nicht zwingend

Auch sonst haderten die Limmattaler mit der Parteinahme des Glücks. Die Gäste gingen mit dem ersten Torschuss in Führung und verwalteten den Vorsprung in der Folge abgeklärt. Urdorf machte das Spiel und zeigte auf dem für diese Zeit gewohnt katastrophalen Terrain eine erstaunlich ansehnliche Vorstellung. Cedric Ekomo ragte heraus. Doch es gelang ihnen selten Zwingendes. Und wenn, strich der Ball knapp am Pfosten vorbei oder Torwart Marcus Meier war zur Stelle. Oder ein Windhauch fälschte den Ball noch entscheidend ab. So geschehen in der Schlussphase, als der Ball vor dem wegschlagbereiten Meier plötzlich aufsprang und der Torwart ihn deshalb höchstens noch mit dem Schuhbändel streifte.

Bei allem Unglück muss gesagt sein, dass der FCU zweimal gehörig Massel hatte: In der 45. Minute annullierte der Unparteiische einen Treffer der Gäste zu Unrecht, und der Handelfmeter zum 1:2 (durch Jenny) war umstritten. Dieser brachte nur kurz Hoffnung ins Limmattaler Lager, denn Thierry Oberle erzielte wenig später das 1:3 (80.). Eine besonders feine Note der Tragik war, dass der Torschütze mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung Torwart Defrim Delija düpierte.

«In diesem Spiel kam alles zusammen, was bei uns in dieser Vorrunde schiefgelaufen ist», sagte FCU-Trainer Röbi Rhiner. Er lachte dabei auf den Stockzähnen.