Fussball 2. Liga
Der FC Schlieren mit einer starken Reaktion

4:1-Sieg für den FC Schlieren im Abstiegsknüller gegen Red Star II. Die Umstellungen in der Schlieremer Aufstellung machten sich bezahlt. In der Tabelle schafften die Schlieremer nun den Anschluss ans hintere Mittelfeld.

Ruedi Burkart
Drucken
Teilen
Schlieren - Red Star II
6 Bilder
Torjubel bei Schlieren: Giuseppe Sorrentino (li) und Stefan Stojilkovic beim 1:0.
Diego Mazzoleni (links ,Schlieren) trifft zum 2:1 an den Spieler Yannick Hartmann, Patrick Haas und Kyle Varley (Red Star) vorbei.
Diego Mazzoleni (links, Schlieren) versucht sein Glück gegen Torwart Michael Kündig (Red Star).
Ganze vier Mal jubelte Schlieren über ein Tor.
Peter Bühlmann freut sich über den 4:1 Erfolg des FC Schlieren nach seinem gestrigen Geburtstag (61).

Schlieren - Red Star II

Manuel Geisser

Eine Woche nach der desaströsen Pleite gegen den Tabellenletzten Srbija gelang dem FC Schlieren der erhoffte Turnaround.

In einem auf mässigem Niveau ausgetragenen und vom Wind quasi verwehten Strichkampf gegen Red Star II siegten die Limmattaler verdient, wenn auch mit ein, zwei Toren zu hoch. Die Treffer zum wichtigen Erfolg erzielten Stojlikovic (39.), zweimal Mazzoleni (73./89.) sowie Preite (94.).

Änderungen auf vier Positionen

Vor der Partie sass FCS-Trainer Antonio Caputo seelenruhig in der Sportplatz-Beiz und liess sich äusserlich nichts von seiner Anspannung anmerken. Er nahm mit stoischer Ruhe die guten Wünsche für das anstehende Spiel entgegen und meinte nur: «Ich bin gespannt, was die Mannschaft heute auf dem Platz zeigt.» Gleich auf vier Positionen veränderte er die Aufstellung im Vergleich zum 0:1 gegen Srbjia.

Im Sturm durfte «der alte Mann» (Zitat Caputo) Sorrentino für Preite ran, im rechten Mittelfeld kam der erst 19-jährige Stefan Stojlikovic für Perez zum Einsatz, in der Viererabwehr ersetzte Santurbano Karadza und im Mittelfeld zog Hani die Fäden.

Die Massnahmen zeigten Wirkung. Über die gesamten 95 Minuten war Schlieren die bessere Mannschaft, hatte den grösseren Siegeswillen und kam mit den schwierigen äusseren Bedingungen (starker Wind) besser zurecht als der Gast aus der Stadt.

Dass sich die Limmattaler jedoch bis zur 89. Minute gedulden musste, ehe Mazzoleni – der mit Abstand beste Akteur der Partie – mit seinem zweiten Tor des Tages zum 3:1 für die definitive Entscheidung sorgte, hatten sie sich selbst zuzuschreiben. Denn nach dem wunderbar herausgespielten 1:0 von Stojlikovic kurz vor der Pause (er wurde von Mazzoleni mustergültig lanciert und traf am herauseilenden Goalie vorbei) wurden die Limmattaler genügsam. «Wir verpassten es, die Entscheidung mit aller Konsequenz zu suchen. Das wäre beinahe noch bestraft worden», ärgerte sich Caputo.

Mangelnde Chancenauswertung

Denn nach dem Seitenwechsel agierte Red Star mit jeder Minute offensiver, ohne allerdings zu zwingenden Chancen zu kommen. Die Schlieremer verstanden es jedoch nicht, den sich nun bietenden Raum auszunützen. Mal verhaspelten sie sich bereits in der Angriffsauslösung, dann stolperten sie ins Offside – so wie Sorrentino in der 67. Minute beim vermeintlichen 2:0 – oder dann klappten einfachste Querpässe nicht nach Wunsch. Nach 73 Minuten hatte Mazzoleni genug von der ganzen Kickerei. Der offensive Mittelfeldspieler schloss einen Konter im zweiten Anlauf zum 2:0 ab.

Geführt war der Mist aber noch lange nicht. Sekunden nach einer weiteren fahrlässig vergebenen Schlieremer Chance auf einen Konter verkürzte Schmid nach einem Freistoss per Kopfball zum 2:1. «Genug ist genug», mochte sich FCS-Leithammel Mazzoleni einmal mehr gedacht haben und hämmerte das Leder nach 89 Minuten mit einem herrlichen Schuss zum erlösenden 3:1 in den Netzhimmel. Joker Preite stellte in der Nachspielzeit das Schlussresultat zum 4:1 her.

«Wenn bei uns alle mit Leidenschaft spielen, wenn alle mehr als hundert Prozent geben, dann können wir gewinnen», bilanzierte ein zufriedener FCS-Coach Caputo. Er hob aber auch den Mahnfinger: «Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.» Der nächste Prüfstein folgt am kommenden Samstag auswärts gegen Wollishofen.

Aktuelle Nachrichten