Nach dem Schlusspfiff auf dem Heerenschürli in Schwamendingen: Die Schlieremer Spieler verlassen den Rasen mit hängenden Köpfen. Vereinzelt wird über Szenen aus der für Schlieren katastrophalen Partie gesprochen. Trainer Antonio Caputo sitzt noch immer auf der Bank, wo er den Untergang seiner Mannschaft mit stoischer Ruhe über sich hat ergehen lassen. Die Frustration ist ihm anzusehen. «Es ist mir ein Rätsel, wie wir am Donnerstag gegen Höngg so gut und jetzt derart schlecht spielen können. Wir waren nie im Spiel», findet er klare Worte.

Dabei hatte nichts darauf hingedeutet, dass die Schlieremer eine derartige Klatsche kassieren würden. Gegen Tabellennachbar Schwamendingen wollten die Jungs von Caputo eigentlich zum Siegen zurückfinden. Eigentlich, denn bereits die ersten Spielminuten vermochten - im Gegensatz zur strahlenden Herbstsonne - das Gemüt der anwesenden Zuschauer nicht zu erwärmen. Viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und kaum Torgefahr, so lassen sich die ersten 15 Minuten zusammenfassen.

Offensiv inexistent

Dann aber waren es die Platzherren, die das Spieldiktat an sich rissen. In der 16. Minute war Schlierens Schlussmann Würsten erstmals gefordert und nur drei Zeigerumdrehungen später musste er hinter sich greifen. Emir Salkic war vergessen gegangen und hatte zum 1:0 getroffen. Wer jetzt auf eine Reaktion von Schlieren wartete, tat dies vergebens. Die Schlieremer waren in der Offensive weiterhin inexistent und brachten kaum zusammenhängende Aktionen zustande. «Aufs Wesentliche konzentrieren und Gas geben», forderte Caputo an der Seitenlinie. Doch seine Worte wurden nicht erhört. Im Gegenteil.

In der 36. Minute hämmerte Torschütze Salkic das Leder per Freistoss an die Latte und nach dem darauffolgenden Eckball war es der 16-jährige Kocayildiz, der per Kopf auf 2:0 erhöhte. Kurz vor der Pause kam es noch schlimmer. Leroy Ramseier war der der Schlieremer Hintermannschaft entwischt, konnte allein auf Würsten losziehen und verwandelte eiskalt zum 3:0-Pausenstand.

Inakzeptable Leistung

Caputo appellierte in der Kabine an die Ehre und den Stolz der Spieler. Vergebens. Nur drei Minuten benötigten die Schwamendinger, um das Skore nach einem lehrbuchmässig vorgetragenen Konter auf 4:0 zu erhöhen (48.). Damit waren die Schlieremer endgültig bedient. Zwar gelang Lopez mit einem Sonntagsschuss noch das 1:4 (50.), doch in der Folge kombinierten sich die Schwamendinger beinahe ohne Gegenwehr durch die Schlieremer Abwehr und markierten noch drei weitere Treffer (66., 76. und 80.). «Das war eine inakzeptable Leistung. Wir waren nicht bissig, nicht aggressiv und sind nicht gelaufen», bilanziert Caputo. Dem bleibt nichts hinzuzufügen.